Sparpläne gehen auf Kosten der Eigenständigkeit

Immer mehr Volkshochschulen ringen um ihre Existenz. Nach der Waakirchner Volkshochschule steht nun auch die Gmunder Volkshochschule vor dem Aus. Einzige Chance: Der Zusammenschluss auf Landkreisebene.

Eine Fusion der Volkshochschulen im Tal? Gmund hat den Kampf aufgegeben./ Archivbild

Schon lange gibt es Überlegungen, die Volkshochschulen auf Landkreisebene zusammenzuschließen und eine Kreisvolkshochschule zu gründen. Obwohl die Volkshochschule Gmund-Dürnbach (vhs) „sehr leistungsfähig“ dastehe, wie Gmunds Bürgermeister Alfons Besel (FWG) in der jüngsten Gemeinderatssitzung betonte, erfülle sie die Kriterien für staatliche Zuschüsse nicht.

Mit 17000 Teilnehmer-Doppelstunden nehme sie einen Spitzenplatz im Landkreis ein, so Besel weiter. Allein im Jahr 2017 habe sie es auf 463 Veranstaltungen gebracht. 30.000 Teilnehmer-Doppelstunden müssten aber laut staatlicher Vorgabe vorgewiesen werden.

Das Ziel: “Hochwertige” Erwachsenenbildung

Nun müsse man sich entscheiden. Entweder erwäge man einen Zusammenschluss mit anderen Volkshochschulen auf Landkreisebene oder ziehe es in Betracht, dass sich die Volkshochschule selbstständig mache. Bei einer Selbstständigkeit verzichte man aber automatisch auf die 22.600 Euro, die der Freistaat derzeit zuschieße, warnte Besel.

Kümmern müsse sich in diesem Fall nicht nur um die Vermarktung des Kursangebots, sondern auch um die Versicherung, ebenso wie um einen Arbeitsvertrag mit der Leiterin der Volkshochschule. Das habe bislang der Kreisverband gemacht, so Besel. Ziel müsse es bleiben, die hochwertige Erwachsenenbildung weiter anzubieten, zu fördern und auszubauen.

Um das Kursangebot auch weiterhin in der bisherigen Form anbieten zu können, sei es wichtig, auch künftig auf das Angebot Einfluss zu nehmen. Besel machte deutlich, dass ihm in der Zukunft vor allem eine öffentlich-rechtliche Rechtsform“ wichtig sei.

Erst Absichtserklärung, dann Arbeitsgruppe

Was Vize-Bürgermeister Georg Rabl (FWG) „brutal gegen den Strich geht“, dass andere Kommunen bislang Nutznießer der Arbeit in Gmund waren und sich komplett rausgehalten haben. „Wenn schon neu aufgestellt wird, sollten alle Kommunen im Landkreis entweder mithelfen oder zahlen.“ Die vhs in Gmund sei eine der ältesten im Landkreis und immer gut aufgestellt.

Schade, dass man da einen großen Schwamm drübersetzt, und die Teilnehmer-Doppelstunden auf 30.000 hochsetzt.

Michael Huber (SPD) wollte Genaueres zur Struktur und zum Personal vor Ort wissen. „Und wie läuft das konkret mit den Einflussmöglichkeiten?“ hakte er nach. Die Räume werde man der vhs weiter zur Verfügung stellen, so Besel, und nach wie vor gebe es jemanden vor Ort – eventuell zu anderen Konditionen als bisher.

Gmund drängt darauf, mitzugestalten

Zunächst gehe es darum, der Absichtserklärung zuzustimmen, erklärte der Bürgermeister das weitere Vorgehen. Dann werde sich ein Arbeitskreis bilden, der sowohl die Rechtsform festlege als auch ein Finanzierungsmodell auf die Beine stelle. Holzkirchens Bürgermeister Olaf von Löwis werde die Arbeitsgruppe moderieren.

Bisher sei Gmund zwar nicht bei der Arbeitsgruppe berücksichtigt, aber man werde „darauf drängen, mitzugestalten“. Barbara von Miller (SPD) merkte in diesem Zusammenhang an, das die langjährige Leiterin Eugenie Lückerath vor Ort bleiben müsse. Unter den Bedingungen, dass a) die Rechtsform geprüft und b) die Sachkosten angemessen berücksichtigt werden und c) man ein Mitspracherecht bei der Erwachsenenbildung habe, wurde die Strukturreform einstimmig genehmigt.

Dabei sind die Sachkosten der Gemeinde angemessen zu berücksichtigen. Gleichzeitig billigt die Gemeinde Gmund die Entwicklung möglicher alternativer Zusammenschlüsse der vhs, um die Staatszuschüsse für die Erwachsenenbildung zu sichern.

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