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Strafzinsen bei Gmunder Bank

Kunden ziehen Notbremse

Seit September kostet Sparen bei der Gmunder Raiffeisenbank Geld. Zumindest für die 139 der reichsten Kunden. Die Folge: das Anlageverhalten hat sich geändert, etliche Anleger sind abgewandert.

Die neue Ertragsquelle der Raiffeisenbank - Strafzinsen für Geldeinlagen?
Ertragsquelle der Raiffeisenbank Gmund: Der “Verwahrzins” für Geldeinlagen.

Im August war es noch ein Tabubruch, Strafzinsen für Geldeinlagen zu erheben. Der Aufschrei war groß, als die Raiffeisenbank Gmund hier die Vorreiterrolle übernahm. Seit 1. September verlangt die Bank mit ihren vier Filialen und zwei weiteren Geldautomaten im Tal eine „Parkgebühr“ von 0,4 Prozent auf Einlagen von mehr als 100.000 Euro auf Giro- und Tagesgeldkonten.

Doch das Beispiel machte Schule. Mehrere Volks- und Raiffeisenbanken berechnen nun seit einiger Zeit ihren Privatkunden Zinsen für deren Einlagen. Inzwischen hält es Medienberichten zufolge selbst Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon für möglich, dass auch diese Geldhäuser dem Beispiel von Gmund folgen könnten.

Tun sie es nicht, drehen sie an der Schraube für Bankgebühren, die nun auf breiter Front steigen. Banker sind sich sicher, dass die Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt den Druck auf die Geldhäuser erhöhen wird, neue Ertragsquellen zu erschließen.

“Wir erwarten, dass sie an der Gebührenschraube drehen, nicht am Strafzins”, sagt ein Beratungsunternehmen. Die Gebühren für Kontoführung, Kreditkarten und Überweisungen sind bereits bei vielen Banken gestiegen. Auch die Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee langt ihren Kunden nun tiefer in die Taschen. Die Verbraucher hingegen sehen Strafzinsen auf sich zukommen: Laut einer Emnid-Umfrage befürchten 40 Prozent der Sparer, künftig Zinsen auf Einlagen zahlen zu müssen.

„Kunden haben ihr Anlageverhalten geändert“

Die 139 Betroffenen der Raiffeisenbank Gmund, die mehr als 100.000 Euro auf ihrem Konto hatten, haben größtenteils die Notbremse gezogen und gehandelt. Nach Angaben von Vorstand Josef Paul gegenüber Börse online zahlten nur noch 20 Prozent der ursprünglich 139 Betroffenen dieses sogenannte Verwahrentgelt.

Die Übrigen hätten sich für andere Anlageprodukte entschieden, das Geld auf mehrere Konten aufgeteilt oder seien zu einer anderen Bank gewechselt. “Viele Kunden sind inzwischen wach geworden und haben ihr Anlageverhalten geändert”, sagte Paul. Auch Nachbarbanken hätten Interesse gezeigt: “Einige Kollegen haben nachgefragt, wie wir die Einführung technisch umgesetzt haben. Jetzt fragen einige, wie sich das auf die Bilanz und die Kundenbeziehung auswirkt“, so Paul.


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