Wiesseer Casino schließt mit 25 Prozent mehr Umsatz
Spielbank: Die Talsohle ist durchschritten

von Robin Schenkewitz

Eine der wichtigsten Einnahmequellen von Bad Wiessee hat sich stabilisiert. Nach dem freien Fall der Umsätze bei der Spielbank in vergangenen Jahren gibt es heuer wieder einen deutlichen Positivtrend zu verzeichnen.

Um knapp 25 Prozent konnte der Umsatz im Vergleich zu 2012 gesteigert werden. „Wir gehen davon aus, dass die Talsohle damit durchschritten ist“, so Direktorin Antje Schura.

Die Spielbank verzeichnete im vergangenen Jahr ein deutliches Umsatzplus
Die Spielbank verzeichnete in diesem Jahr ein deutliches Umsatzplus

Schon im Oktober erklärte Spielbank-Chefin Antje Schura im TS-Interview, dass sie mit der Entwicklung der Spielbank vorsichtig optimistisch sei, und stellte der Wiesseer Spielbank eine Zukunftsgarantie aus: „Von einer Schließung sind wir weit entfernt“, so Schura vor rund drei Monaten.

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Trend fortgesetzt

Von einer Entwarnung wollte sie damals allerdings noch nicht sprechen. Dafür müsse man erst noch das restliche Jahr und die Ergebnisse des letzten Quartals abwarten. Nun liegen die Zahlen des Jahresendergebnisses jedoch vor.

Und es zeigt sich, dass sich der positive Trend aus dem Oktober weiter fortgesetzt hat. Zwar sind die Besucherzahlen nur leicht um 1,5 Prozent gestiegen. Gleichwohl konnte der Umsatz heuer um knapp ein Viertel im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden.

Dazu komme noch, dass 2012 ein äußerst schlechtes Jahr für die Spielbank gewesen sei, so Schura, die erklärt: „Im vergangenen Jahr haben sehr viele hoch spielende Spieler gewonnen. Das spüren wir als Spielbank natürlich.“

Umsatzeinbruch gestoppt

Rückblickend kann man sagen, dass das 2012 aber nur der Tiefpunkt einer langen Reihe von Jahren war, in denen der Ertrag der Spielbank kontinuierlich zurückging. Während 2006 noch ein Bruttospielertrag von rund 32 Millionen erreicht werden konnte, waren es 2012 nur noch knapp 16 Millionen. Innerhalb von sechs Jahren hat sich der Ertrag damit halbiert.

Als Grund für den Rückgang führt Schura in erster Linie die wachsende Konkurrenz aus den Spielhallen und das Glücksspiel aus dem Internet an. Aber auch die Einführung des strengen Rauchverbots habe der Spielbank zu schaffen gemacht, so die Direktorin.

Direktorin Antje Schura sieht den positiven Trend bestätigt
Direktorin Antje Schura sieht den positiven Trend bestätigt.

Heuer konnte man indes zumindest den Umsatzeinbruch stoppen. „Bis Mitte Dezember haben wir einen Bruttospielertrag von 19 Millionen erreicht“, so die Casino-Chefin. Damit liege man wieder bei den Werten aus den Jahren 2011 und 2010.

Insbesondere die regelmäßigen Veranstaltungen in der Winner‘s Lounge hätten hier eine Rolle gespielt. „Ich glaube schon, dass das positive Image der Winner‘s Lounge Auswirkungen auf die Spielbank insgesamt hat“, meint Schura.

Wiessee profitiert

Dass die größte Spielbank Bayerns weiterhin schwarze Zahlen schreibt und sich vor allem selber finanzieren kann, ist auch für die Gemeinde Bad Wiessee wichtig. Denn nur so kann das Casino auch weiterhin Geld in den hoch verschuldeten Gemeindehaushalt spülen.

Und so profitiert Bad Wiessee neben der Sicherung von Arbeitsplätzen auch direkt von einer gut laufenden Spielbank. Um voraussichtlich knapp 400.000 Euro auf dann rund 2,6 Millionen Euro wird sich der Betrag, den die Spielbank jährlich an die Gemeinde abführen muss, heuer erhöhen.

„Ich freue mich natürlich sehr über diese Entwicklung“, erklärt Bürgermeister Peter Höß. Jetzt sei es jedoch außerordentlich wichtig, dass die Umsätze der Spielbank auch in den nächsten Jahren stabil bleiben. Dazu Höß:


Denn so können wir wieder mehr in den Straßenbau und die Infrastruktur investieren. Das sind Dinge, die wir in der letzten Zeit vor uns her geschoben haben.

Und auch in der Spielbank hofft man nun, dass der positive Trend in den Folgejahren fortgesetzt werden kann. „Wir schauen optimistisch nach vorne“, so Schura. Große Überraschungen erwarte sie nicht, auch wenn man diese nie ausschließen könne. „Vielleicht gewinnen in den letzten zwei Wochen ja noch viele Spieler. So etwas hat es schon gegeben.“

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