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Die Vorsitzende der Kolpingfamilie über die Tegernseer Asylbewerber

„Sprache ist der Schlüssel zur Integration“

Von Christopher Horn

Am Montag sind in Tegernsee neue Asylbewerber aus dem Kongo angekommen. In einem kleinen Haus, dass die Stadt an das Landratsamt vermietet, wurden die Neuankömmlinge untergebracht. Betreut werden sie von der Kolpingfamilie Tegernseer Tal.

Deren Vorsitzende Veronika Spät erläutert wie die erste Begegnung mit den Flüchtlingen verlaufen ist und wie man diese nun in Tegernsee integrieren will.

Veronika Spät( rechts) und Dekan Walter Waldschütz werben für die Integration der Asylbewerber
Veronika Spät (links) und Dekan Walter Waldschütz werben für die Integration der Asylbewerber

Guten Tag Frau Spät, warum hat sich die Kolpingfamilie Tegernseer Tal dazu entschlossen, die Asylbewerber, die vor wenigen Tagen in Tegernsee angekommen sind, zu unterstützen?

Veronika Spät: Es gehört zu den Grundpfeilern unserer Organisation sich um gesellschaftliche, soziale und christliche Anliegen zu kümmern. Da ist es selbstverständlich, dass man sich für Menschen in einer Notsituation einsetzt.

Wie ist der Kontakt in diesem konkreten Fall zu Stande gekommen?

Veronika Spät: Am vergangenen Dienstag habe ich einen Anruf vom Tegernseer Bürgermeister Peter Janssen erhalten. Am selben Tag haben wir vor Ort die Familie begrüßt, uns ein Bild der Situation gemacht und geschaut, was das Dringlichste ist, das es jetzt zu tun gilt.

Asylbewerber gut in Tegernsee angekommen

Wie geht es den Flüchtlingen im Moment?

Veronika Spät: Es geht ihnen den Umständen entsprechend gut. Das Wichtigste ist, dass sie sich hier in Sicherheit fühlen und eine gute Unterkunft haben. Die Wohnung ist gut und zweckmäßig eingerichtet. Auch eine ärztliche Versorgung ist wenn nötig jederzeit gewährleistet. Die Familie hat eine Erstversorgung erhalten und kann sich über die Zuwendungen des Landratsamtes nun selbstständig mit Lebensmitteln und Gebrauchsartikeln ausstatten.

Ist derzeit schon klar, wie lange die Asylbewerber in Tegernsee bleiben dürfen?

Veronika Spät: Dazu ist mir bislang nichts bekannt, das Asylverfahren läuft. Um alle rechtlichen Belange kümmern sich das Landratsamt Miesbach und die übergeordneten Behörden.

Wie hilft die Kolpingfamilie den Asylbewerbern nun ganz konkret?

Veronika Spät: Wir organisieren momentan winterfeste Kleidung und Spielzeug, übersetzen Dokumente, helfen bei der Zurechtfindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln und vermitteln in der Kommunikation zu den Ämtern. Zudem ist es uns wichtig, dass sich die Familie in Tegernsee gut aufgehoben fühlt und ins Stadtleben integriert wird. Es gilt, wenn sie das wollen, sie auch am städtischen Leben teilhaben zu lassen.

In diesem Haus in Tegernsee ist die Familie aus dem Kongo seit Montag untergebracht
In diesem Haus in Tegernsee ist die Familie aus dem Kongo seit Montag untergebracht.

Wie kann das aus Ihrer Sicht gelingen?

Veronika Spät: Es gilt die Sprachbarriere zu überwinden und ihnen die Möglichkeit zu geben Deutsch zu lernen. Sprache ist der Schlüssel zur Integration. Die Möglichkeit auf einen Kindergarten – oder Schulbesuch, sowie Sprachkurse können hier den größten Beitrag leisten. Zudem können wir auf unsere 60 Kolpingmitglieder zurückgreifen, die uns eine große Stütze sind und die Familie gut in unsere kommenden Aktivitäten miteinbeziehen werden. Adolph Kolping hat einmal gesagt: „Die Nöte der Zeit werden Euch lehren, was zu tun ist“. Ich denke wir versuchen gerade, genau dies zu tun.

Wie funktioniert die Verständigung derzeit?

Veronika Spät: Der erste Kontakt den wir mit der Familie hatten war sehr herzlich und aufgeschlossen. Da die Familie aus dem Kongo stammt, läuft die Konversation derzeit auf Französisch. Wir haben das Glück, dass Bekannte, Freunde und Mitglieder gut Französisch sprechen. Das erleichtert vieles.

Die Kolpingfamilie Tegernseer Tal hat sich erst vor wenigen Monaten gegründet. Haben Sie bereits Erfahrung im Umgang mit Asylbewerbern?

Veronika Spät: Wir als Kolpingfamilie vor Ort haben in der Tat noch keine Erfahrung. Dafür haben wir zum Glück ein sehr gutes Netzwerk auf Bezirks- und Diözesanebene, wo schon sehr viel Erfahrungswerte vorhanden sind. So ist zum Beispiel die Kolpingfamilie Leitzachtal sehr engagiert beim Thema Asyl und Migration. Zudem stehen wir in Kontakt mit dem Miesbacher „Arbeitskreis Asyl“ und den Verantwortlichen im Landratsamt Miesbach sowie der Stadt Tegernsee. Die Zusammenarbeit läuft wirklich sehr gut.

Wie kann man ihnen helfen?

Veronika Spät: Ich lade jeden, der bei der Integration der Asylbewerber helfen will, herzlich dazu ein, sich bei uns zu melden. Weitere Informationen zur Kolpingfamilie Tegernseer Tal findet man auf unserer Homepage.

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