Tegernseerstimme
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Meterhohe Bruchsteine oberhalb von Tegernsee

„Sprungturm“ an der Neureuthstraße

Unweigerlich kommt man auf dem Weg zur Neureuth an einer Wand mit meterhohen Bruchsteinen vorbei, darüber thront ein Doppelhaus. Doch der Bauherr hatte vorschnell gehandelt: Er hatte keine Genehmigung für die zu hoch geratene Stützmauer.

Meterhoch türmt sich die Bruchsteinmauer in der Neureuthstraße, zum Missfallen des Bauausschusses.

Beworben wird die Doppelhaushälfte an der Neureuthstraße 14 in „erhöhter Aussichtslage mit Panoramablick über den See“. Es habe eine „Kernsanierung“ des Altbestandes stattgefunden, ohne den ortstypischen Charme zu verlieren. Der Balkon erstrecke sich über die „gesamte Hausbreite“, preist das Kreuther Immobilienbüro das Objekt des „erfahrenen Bauträgers, der „Referenzobjekte in Rottach-Egern“ habe.

Diesem „erfahrenen Bauträger“ aber konnte es offenbar nicht schnell genug gehen. Er schaffte mit der Sanierung des Doppelhauses Tatsachen und wollte dafür im Nachgang die „Baugenehmigung zur Errichtung einer Bruchsteinmauer im Zufahrtsbereich“. So lautete sein Antrag für die Sitzung des Tegernseer Bauausschusses am gestrigen Montagabend. Während die Mauer inzwischen steht, geht Bauamtsleiterin Bettina Koch noch davon aus, dass mit dem Bau erst begonnen worden sei. „Diese Bruchsteinmauer steigert sich von einem halben auf 2,60 Meter“.

Vorgesehen sei darauf auch noch ein Geländer. Diese Mauer mache Sinn, weil dadurch die schmale Zufahrt zur Tiefgarage verbreitert und zusätzlich Stellplätze geschaffen würden. Zwar müsse sich ein Bauvorhaben bei den Abgrabungen und Aufschüttungen nach der Gestaltungssatzung richten, doch nach Ansicht von Koch sie die Stützmauer mit den beantragten 2,60 Metern zu hoch. Deshalb schlug sie eine Begrenzung auf zwei Meter vor.

Keine „natürliche Mauer“

Nach eigenem Augenschein der Mauer meinte Rudolf Gritsch (CSU) allerdings, dass man die diese nicht mehr zurücknehmen könne, da sie fertiggestellt sei. „Das sind Steine in der Größe eines Kubikmeters“. Wenn man jetzt die Mauer um einen halben Meter verkürze, müsste der Aufbau völlig anders gestaltet werden. Im Prinzip sei es dort alles völlig verbaut, „weil es ein mehrstufiges Gelände ist“.

Ohne Mauer ginge dort keine Terrasse. Auf ihn mache die Mauer einen natürlichen Eindruck. „Weil sie per se durch die Verbauung ohnehin nicht natürlich aussieht“. Gritsch könnte damit leben, „wenn man es jetzt so lässt“. Denn es entstehe kein gravierender Eindruck von „zu hoch oder zu wuchtig“.

Anders wertete dies Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn (CSU: „Die Wandhöhe ist schon gigantisch, sie hat damit die Höhe eines Sprungturms“. Probleme hatte damit auch Peter Hollerauer (FWG): „Zu hoch“. So ging es letztlich allen Mitgliedern des Bauausschusses. Einstimmig genehmigten sie nur eine maximale Höhe der Steinmauer von zwei Metern. Mit der Aufforderung zum Rückbau hatte der „erfahrene Bauträger“ wohl nicht gerechnet.


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