Diskussionen um Gmunder Landbaderfeld
Störfaktor Baum

von Robin Schenkewitz

Dürnbach boomt. Der dortige Dorfplatz wird gut angenommen, und überhaupt ist der Ortsteil in vielerlei Hinsicht ein attraktives Plätzchen auf Gmunder Gemeindegebiet.

Auch das Landbaderfeld in direkter Nähe zur B 318 bietet reichlich Raum für neue Bebauung. Das 27.000 Quadratmeter große Areal soll schnell überplant und dann verkauft werden. Doch ein paar Sträucher und Bäume am Nordrand stehen den Bemühungen der Gemeinde derzeit noch im Weg.

Das Landbaderfeld in Dürnbach wird im nördlichen Teil von einem Hag begrenzt.
Das Landbaderfeld in Dürnbach wird im nördlichen Teil von einem Hag begrenzt.

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Vor allem der Abstand des geschützten Hags bereitet den Verantwortlichen Kopfzerbrechen. Dieser zieht sich entlang der nördlichen Grundstücksgrenze. Die Baumanordnung, einstmals von den Bauern zur Begrenzung ihrer Felder gepflanzt, soll unbedingt bestehen bleiben. Ein Abstand von den geplanten Häusern bis hin zur nächsten Grundstücksgrenze von mindestens zwölf Metern, so verlangt es das Landratsamt, muss gewährleistet sein.

In einer Stellungnahme schlug die Untere Naturschutzbehörde nun vor, dass ein acht Meter breiter Streifen in öffentlicher Hand bleiben soll. Dafür würden im Gegenzug der Gemeinde Gmund rund 3.200 Quadratmeter als ökologische Ausgleichsfläche angerechnet. Doch auf den Handel wollten sich die Mitglieder des Bauausschusses in der gestrigen Sitzung nicht einlassen. Wie bereits vor vier Monaten war die Mehrheit gegen den Plan, den Streifen zu behalten.

„Der durchgehende Streifen in öffentlicher Hand wäre doch ein ewiges Ärgernis, weil die Anwohner da ihre Gartenabfälle deponieren würden“, so die Meinung des Zweiten Bürgermeisters Georg Rabl (FWG). Und seine Parteikollegin Christine Zierer unterstützte Rabls Sicht: „Egal, wie wir es machen, nur öffentlich darf es auf keinen Fall werden.“

Weg mit den Bäumen

Im Rahmen der Diskussion war es auch Rabl, der bereits eine Idee aus einer früheren Sitzung aufnahm. „Warum machen wir nicht die großen alten Bäume weg und ersetzen diese durch kleinere? Dann wäre der Grünstreifen nur fünf Meter breit.“ Ein Vorschlag, den, so Landschaftsarchitektin Ursula Renner, die Behörde nicht genehmigen kann. „Dieses Vorgehen würde Ihnen jetzt niemand mehr glauben, weil ja offensichtlich ist, dass man das aus Baugründen macht.“

Und Grünen-Gemeinderätin Helga Wagner verstand die ganze Diskussion nicht. „Was habt ihr gegen die Bäume? Die sind doch nicht umsonst geschützt.“ Wagner sprach sich eindeutig dafür aus, die Abstandsfläche in öffentlicher Hand zu belassen. Und die Möglichkeit der Ausgleichsfläche voll zu nutzen.

Vorläufige Planung für das Landbaderfeld in Dürnbach/Quelle: Eberhard von Angerer

Doch damit stand die Grünen-Gemeinderätin alleine da. Gegen eine Stimme beschloss das Gremium, dass die Fläche bis zu den Bäumen am Hag privat werden soll. Das hat zwei Vorteile: erstens umgeht die Gemeinde damit die kostspielige Pflege der Bereiche und kann zweitens mehr Geld durch den Grundstücksverkauf erlösen.

Und auch gegen die Breite des Schutzbereichs stimmte Helga Wagner als Einzige. Fünf Meter ab der Mitte der Baumstämme soll dieser zukünftig betragen. Zusätzlich dazu müssen die privaten Eigentümer vier Meter Gartenfläche bis zur eigentlichen Bebauung zur Verfügung stellen. Damit es nicht zu dem befürchteten Szenario kommt und der Hag von den zukünftigen Besitzern als „Müllhalde“ missbraucht wird, sollen umfangreiche naturschutzrechtliche Auflagen verbindlich festgelegt werden.

Verkauf startet im Spätherbst

Die Gemeinde Gmund muss derweil verfügbaren Platz für die 9.200 Quadratmeter Ausgleichsfläche suchen, die für die Versiegelung des Landbaderfelds nötig werden. Bürgermeister Georg von Preysing hat da aber bereits ein Grundstück im Blick. Im Umfeld des Rückhaltebeckens in Moosrain, so Preysing, habe man noch Flächen frei.

Dagegen stehen die Grundstückspreise bereits seit einiger Zeit fest. Als Grundlage für den Preis habe man sich an Richtwerte von Gutachtern, aktuellen Grundstücksverkäufen und Preise der Nachbargemeinden orientiert.

Einheimischenprogramm: 225 Euro pro Quadratmeter
Wohnbaugrundstücke: 400 Euro pro Quadratmeter
Gewerbegrundstücke: 225 Euro pro Quadratmeter

15 Einfamilienhäuser, vier Doppelhaushälften, zwei Mehrfamilienhäuser und fünf Betriebsgrundstücke werden ab Spätherbst 2013 verkauft. Bereits im Juli möchte die Gemeinde die endgültigen Vergabekriterien festlegen. Bewerber können sich allerdings auch weiterhin im Gmunder Rathaus melden.

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