Mindestens 6,2 Millionen Euro Kaufsumme - Überraschung in Wiessee

Strüngmann kauft Hotel Lederer

Vor vier Jahren erwarb der Tegernseer Unternehmer das ehemalige Spielbankgelände. Jetzt kauft Thomas Strüngmann auch das Lederer-Areal von der Grünwalder Firma RDR. Nun könnte der große Wurf an der Wiesseer Seepromenade gelingen.

Strüngmann hat zugeschlagen: Der Kaufvertrag für das Lederer-Areal ist ganz plötzlich unterschrieben.
Thomas Strüngmann hat zugeschlagen: Der Kaufvertrag für das Lederer-Areal ist ganz plötzlich unterschrieben.

Wörtlich heißt es: „Der Grundstückseigentümer des ehemaligen Spielbankgeländes, Dr. Thomas Strüngmann, hat mit den Eigentümern des Hotel Lederer, RDR, am 01.12.2015 einen notariellen Kaufvertrag über den Erwerb des Grundstückes Lederer geschlossen“.

Strüngmann bedankt sich in dem Schreiben „ausdrücklich bei dem Verhandlungspartner RDR und deren Gesellschaftern aus Stuttgart sowie Herrn Bürgermeister Höß“ für die konstruktiven und intensiven Gespräche der letzten Monate.

Er bedauere es aber sehr, dass aufgrund von äußeren Einflüssen, Verlautbarungen und Veröffentlichungen, sowie Anträgen im Gemeinderat die Verhandlungen mit RDR, aber auch mit potentiellen Hotelbetreibern, sich in die Länge gezogen haben und schwieriger geworden seien.

Seitenhieb auf Martini

„Herr Bürgermeister Höß war zu jeder Zeit über die Verhandlungen informiert“, so Strüngmann. Sein Dank gilt Höß besonders für sein Vertrauen. Der Antrag von Klaudia Martini und entsprechende Presseberichte hätten zu großen Verzögerungen für eine positive Entwicklung in die Gemeinde Bad Wiesse geführt. „Auch wenn nunmehr mit dem Kauf des Hotel Lederer eine erste wichtige Hürde aus meiner Sicht genommen wurde“, schreibt Strüngmann weiter, „wird die weitere Entwicklung des Gesamtareals sehr komplex und langwierig werden“.

Hierzu seien neben finanziellen und personellen Kapazitäten auch die Bereitschaft der Gemeinde von Nöten, in einem gemeinsamen und abgestimmten Planungsprozess das Projekt voranzubringen. Mit Blick auf die von Martini angestoßene Diskussion stellt Strüngmann nochmals klar: „An dieser Stelle möchte ich nochmals klar zum Ausdruck bringen, dass ich wie in der Vergangenheit der Gemeinde anbiete, das Spielbank Gelände oder sogar das ganze Areal jederzeit gerne zurückzukaufen“.

Die entsprechende Anfrage des Gemeinderats könne er deswegen auch nicht nachvollziehen. „Am 25.11.2015 hat eine Informationsveranstaltung vor dem Gemeinderat stattgefunden, bei der die anwesenden Gemeinderatsmitglieder von uns über den Stand der Gespräche und den geplanten zukünftigen Projektablauf informiert wurden. Ebenso habe ich der Gemeinde angeboten, vor Weihnachten persönlich dem Gemeinderat für einen Informationsaustausch zur Verfügung zu stehen“, so Strüngmann in seiner Erklärung.

„Herausforderung“ an der Westbank

Ausgangspunkt der Entwicklung soll das von der Gemeinde gewünschte Hotelprojekt sein, an welches sich dann komplementäre Nutzungen anschließen würden. Erste Gespräche mit in Frage kommenden Hotelbetreibern seien bereits geführt worden.

Ab Februar 2016 könnten deshalb mit der Gemeinde und deren Fachleuten bzw. Gremien Fragen der städtebauliche Anordnung der Gebäudekörper, die Art und das Maß der künftigen Nutzung unter Berücksichtigung der besonderen örtlichen Gegebenheiten sowie der späteren baulichen Umsetzung diskutiert werden. „Am Ende dieser Entwicklung soll dann ein entsprechendes Baurecht z.B. im Rahmen eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans sowie eine zügige bauliche Realisierung stehen“, so Strüngmanns Ausblick auf das weitere Prozedere.

Sowohl der Eigentümer als auch die Gemeinde seien sich einig, dass eine zeitnahe Bürgerbeteiligung wünschenswert sei, sobald Klarheit über die Art der Zusammenarbeit hergestellt und die ersten planerischen Entwürfe vorliegen würden. Doch Strüngmann gibt zu bedenken:

Allerdings stellt die durch die Vereinigung beider Grundstücksareale entstandene potentielle Gesamtgeschossfläche eine städtebauliche wie auch wirtschaftliche große Herausforderung sowohl für Gemeinde wie Eigentümer dar, die einen sehr sorgfältigen Abwägungsprozess auf beiden Seiten unabdingbar erscheinen lässt.

Anders als die Presseerklärung vor einem halben Jahr ist diese wohl mehr als eine Absichtserklärung. Denn Strüngmann hat mit dem Kauf des Lederer-Areals ein klares Zeichen gesetzt, das ihm mindestens 6,2 Millionen Euro wert ist.


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