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Tief Bianca im Anmarsch

Sturm trifft das Tal erst am Abend

Von Nina Häußinger

Nach Sturm Sabine kommt nun Tief Bianca. Gestern war noch unklar, wie stark die Auswirkungen auf das Oberland diesmal sein werden. Nun gibt es ein paar mehr Details.

Der Sturm trifft den Tegernsee erst heute Abend

Die Zugbahn des kleinen Sturmtiefs “Bianca” wird etwas südlicher stattfinden als gestern noch angenommen. Die Bahn verläuft vom Saarland über Nordwürttemberg, südlich an Nürnberg vorbei in Richtung Südtschechien. Dabei verstärkt es sich zunächst etwas, um sich dann aber rasch abzuschwächen.

An der Sturmprognose ändert sich gegenüber gestern trotzdem wenig. Allerdings verlagert sich das Sturmfeld auch weiter nach Süden in die Alpen, wo es auf den Gipfeln sehr stürmisch wird. Der Schaftlacher Wetterexperte Hans Wildermuth sagt:

Im Oberland wird der Sturm am späten Abend einsetzen und noch vor Freitagmorgen vorbei sein.

So warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) erst seit 10 Uhr vor Orkanböen in Höhen über 1500 Metern, darunter vor orkanartigen Böen (bis 115 km/h). Die Unwetterzentrale hat nur eine Vorwarnung herausgegeben und warnt eher vor Schneefall. “Das läßt darauf schließen, daß auch die Warnexperten sich noch nicht so sicher über die Ausmaße des Sturms und seiner Begleiterscheinungen sind”, so Wildermuth.

Auf jeden Fall werde die Dauer des Sturms sich im Vergleich zu Stürmen der letzten Zeit in Grenzen halten. Die Neuschneemenge werde eher moderat ausfallen, zumal der Schneefall kurz in Regen übergehen kann. Der meiste Schnee wird dann am Ende des Sturms und danach fallen. “Dieses Mal wird in Nordbayern deutlich mehr Schnee erwartet als im Oberland, das liegt an der Zugbahn des Sturmtiefs”, meint der Wetterfrosch abschließend.

Ursprünglicher Artikel vom 26. Februar 2020

Vor zwei Wochen wütete Sturmtief Sabine über Deutschland. Auch im Landkreis Miesbach fielen die Schulen aus, zahlreiche Bäume wurden entwurzelt und die Bayerische Oberlandbahn stellte den Verkehr komplett ein.

Sturm von Donnerstag auf Freitag

Für Morgen ist nun erneut ein Sturm mit starkem Schneefall angekündigt. Auch der Wetterexperte aus Schaftlach Hans Wildermuth sagt: „Es zieht auf jeden Fall ein kleines Sturmtief mit seinem Kern von West nach Ost über Deutschland, das ist sicher. Unsicher ist, obwohl es nicht mehr lange hin ist, die genaue Zugbahn und die Entwicklung – also verstärkt es sich, oder schwächt es sich ab.“

Es wird wohl von Luxemburg nach Südhessen und weiter an der bayerischen Grenze nach Tschechien ziehen. Der Kernbereich eines derartigen Wirbels ist bezüglich des Sturms unkritisch, doch südlich davon gibt es ein Sturmfeld, weil sich hier die Verlagerungsgeschwindigkeit und die Kreisbewegung um das Tief herum addieren. Der Wetterfrosch meint:

Das Sturmfeld erfasst das Oberland am Donnerstagabend so etwa ab 19 Uhr und dauert bis Freitagfrüh 4 Uhr mit Höhepunkt um Mitternacht herum.

Dabei werden nach aktuellem Stand Spitzenböen von über 100 km/h erwartet. Der DWD hat allerdings für Donnerstag noch keine Sturmwarnung herausgegeben. Schon den gesamten Mittwoch warnt dagegen die Unwetterzentrale vor Sturmböen zwischen 75 und 85 km/h.

Was noch dazukommt ist Schneefall, der sei noch schwerer vorherzusagen. „Da kurz mal mildere Luft einbezogen wird, kann der zeitweise auftretende und auch ergiebige Schneefall mal in Regen übergehen, bevor bei Sturmende wieder reiner Schnee fällt. Sollte während des Sturms tatsächlich Schnee fallen, ist es für Pulverschnee nicht kalt genug, Verwehungen dürften sich dann auf höhere Lagen beschränken (so ab 1000 m)“, meint Wildermuth.


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