Tal-Kino zieht erstmals Bilanz

Mit dem Kino am Tegernsee erfüllte sich die Wiesserin Carmen Obermüller vor einem Jahr einen langjährigen Traum. Ihr Erfolgsgeheimnis? Der Sprung ins kalte Wasser. Wir sprachen mit ihr.

Carmen Obermüller zieht als Kinobetreiberin nach einem Jahr Bilanz.

Wegen zu geringer Einnahmen und zu hohen Kosten musste das alte Kino schließen. Dann kam die Wiesseerin Carmen Obermüller. Sie übernahm die Räumlichkeiten, entkernte sie und gestaltete sie um. Die Abstände zwischen den Sitzreihen wurden vergrößert, und eine neue Bestuhlung samt VIP-Reihe mit Luxus-Sesseln sorgt seither für einen entspannten, bequemen Kinobesuch. Kaum gingen die Handwerker vor einem Jahr hinten durch die Tür, kamen die Gäste vorne herein. Ein Erfolg, der sich auch auf die Einnahmen ausgewirkt hat?

Tegernseer Stimme: Zeichnet sich nach einem Jahr ein Silberstreif ab, nachdem Sie einiges Geld für Bestuhlung, Tontechnik und Leinwand in die Hand genommen haben?

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Obermüller: Er zeichnet sich schon ab. Denn ich habe mit Null angefangen, und die Besucherzahlen sind in Ordnung. Aber sie müssen sich noch steigern. Ich bin mir sicher, dass dies auch noch passieren wird. Für den Anfang aber bin ich zufrieden.

Wie können mehr Zuschauer mobilisiert werden, liegt es an den Filmen?

Obermüller: Viele Leute wissen immer noch nicht, dass es dieses Kino gibt. So sagen sie es zumindest. Ich muss eben immer wieder eine Aktion machen wie die „Griesnockerlaffäre“, ein Provinzkrimi, der jetzt Premiere hat. Wir feiern damit am 3. August und einer Film-Brotzeit das Einjährige für die Gäste, die dann einen Euro auf das Ticket draufzahlen.

Führen Sie eine Statistik über die Auslastung?

Obermüller: Ich bin ganz stark vom Wetter abhängig. Heute an diesem Regentag ist sogar die Nachmittagsvorstellung sehr gut besucht.

Was machen Sie denn anders als Ihre Vorgängerin, die das Kino aufgeben musste?

Obermüller: So recht weiß ich das nicht. Tatsache aber ist, dass dies nun ein neues Kino ist, in dem man bequem sitzt und in einem der beiden Säle Hirschberg und Wallberg 3D-Technik zur Verfügung hat.

Ein Besuchermagnet sind offenbar die Liveübertragungen von Opern aus New York und London, denn etliche Vorstellungen im nächsten Jahr sind bereits ausverkauft?

Obermüller: Ein Verleih entscheidet, ob man diese bekommt. Es hängt nicht so sehr von der Größe des Kinos ab, sondern davon, wo das nächste für solche Highlights der Kulturszene ist. Maßgeblich ist natürlich eine gute Lautsprecheranlage für solche Opernübertragungen. Mein Schwager in Füssen machte es mir mit seinem Kino dort vor, wie die Aufnahme in diesen Kreis solcher ausgewählten Kinos funktioniert.

Welche Art von Filmen locken die Besucher ins Kino an der Weißach?

Obermüller: Definitiv die Kinderfilme. Das ist fast das beste Publikum, da auch Erwachsene in solche Filme gehen. Was mir ein bisschen fehlt, sind die 18- bis 25-Jährigen. Das liegt aber daran, dass ich solche Blockbuster nicht immer zum Start spielen kann. Mit einem „Spiderman“ bringe ich nicht drei Wochen lang den Saal voll.

Da habe ich nicht die Besucher dafür, weil das Einzugsgebiet zu klein ist. Solche Hollywood-Produktionen muss ich nachspielen. So lange wollen aber die jungen Leute nicht warten. Sie schauen sich solche Filme anderswo an. Das geht nicht anders, das ist so. Manche Leute aber warten, bis die Filme an de Weißach kommen. Das sehen sie in meiner Vorschau.

Wo haben Sie Ihre Konkurrenz, im Fernsehen oder bei den Videospielen auf dem Computer?

Obermüller: Alles was man im Computer runterladen kann, ist sicher eine Konkurrenz. Aber Kino ist aus dem Haus gehen, sich treffen und mit anderen unterhalten. Anstatt alleine zuhause vor der Glotze zu sitzen. Die Leute wird es immer geben, die keinen Eintritt fürs Kino zahlen wollen. Aber die andere Gruppe ist gerne in Gesellschaft und will sich über einen Film austauschen.

Würden Sie es rückblickend noch einmal machen?

Obermüller: Eindeutig ja.

Vielen Dank für das Gespräch.

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