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Mehrheit der Tegernseer Taxiunternehmen für Tariferhöhung

„Taxi-Tod“ im Tal?

Von Nadja Weber

Der Mindestlohn sorgt auch bei den Taxi-Unternehmen im Tegernseer Tal für Aufruhr. Unternehmer müssen mit steigenden Personalkosten rechnen.

Deshalb fordert der Großteil der örtlichen Taxi-Unternehmen mehr Geld. Doch wenn die Tarife steigen, müssen auch die Fahrgäste tiefer in die Tasche greifen.

Wer in Zukunft ins Taxi steigt, muss voraussichtlich mehr Geld bezahlen
Wer in Zukunft ins Taxi steigt, muss voraussichtlich mehr dafür bezahlen.

Ab dem 1. Januar 2015 gilt das Mindestlohngesetz. Der Verdienst von 8,50 Euro pro Stunde bringt aber nicht nur Gutes mit sich. Um ihre Existenz weiterhin sichern zu können, fordern viele Taxiunternehmen im Tal deshalb eine erneute Preiserhöhung.

Obwohl die jüngste Tariferhöhung erst ein halbes Jahr zurückliegt, sollen die Fahrpreise im kommenden Jahr wieder angehoben werden. Pressesprecherin Gabriele Dorby vom Landratsamt Miesbach nennt genaue Zahlen:

Im März 2014 hat der Kreistag eine Tariferhöhung um durchschnittlich 9,5 Prozent beschlossen.

Damit stieg allein der Basispreis pro Fahrt von 3,20 Euro auf 3,60 Euro. Damals nannten die Antragsteller als Gründe die hohen Kosten für Kraftstoff, Versicherungen und für die Instandhaltung der Fahrzeuge. Jetzt soll der Mindestlohn die Tariferhöhung rechtfertigen.

Mitte Juli ging ein neuer Antrag beim Landratsamt ein. Die Taxivereinigung Tegernseer Tal und die Taxi Oberland GmbH fordern eine Erhöhung um weitere 18 Prozent. „Preislich liegen wir bayernweit aktuell im Mittelfeld. Wird der Antrag aber durchgesetzt, läge der Landkreis Miesbach in Bezug auf die Taxipreise an zweithöchster Stelle“, so Dorby.

Mehrheit der Tegernseer Taxiunternehmen für Tariferhöhung

Erst Mitte Oktober kam eine überwiegende Mehrheit der Befürworter zustande: Von 37 Taxiunternehmen im Landkreis unterstützen 21 diesen Antrag, 16 lehnen ihn ab oder haben keine Rückmeldung gegeben. Auch Dietmar Spitz von der Taxi Company Bad Wiessee spricht sich für die Tariferhöhung aus. Die Konsequenzen mit Personalabbau und Einnahmerückgängen seien zu gravierend.

„Durch die Einführung des Mindestlohns können sich viele Unternehmen nur noch schwer aufrecht erhalten. Wir wären schon mit kleinen Anpassungen zufrieden. Eine Erhöhung um 15 Prozent würde schon helfen“, so Spitz. Er ist nicht der Einzige, der einer Tariferhöhung positiv gegenübersteht. Auch Verantwortliche des Tegernseer Taxiunternehmens Biber sind der Meinung, die Unternehmer könnten den Mindestlohn nicht alleine tragen.

Geplante Preiserhöhung ist fraglich

In einer Anhörung haben sich die IHK und der Landesverband Deutscher Taxiunternehmen e. V. kritisch zu der geplanten Tariferhöhung geäußert. Der Taxipreis müsse immer in Balance zwischen den Unternehmern und den Kunden stehen. Deshalb hat das Landratsamt mit den Antragstellern am 20. November einen Kompromiss ausgehandelt. Der Tarifvorschlag soll nochmals besprochen und überdacht werden. Auf die Rückmeldung der Taxiunternehmen wird noch gewartet.

Diese Schonfrist lässt Kritiker vorerst aufatmen. Weiterhin beklagen die Gegner der Erhöhung, dass alte und kranke Menschen, die auf eine Beförderung angewiesen sind, bei der Diskussion nicht berücksichtigt werden. Nicht jeder kann oder möchte die hohen Fahrpreise bezahlen.

Wie notwendig aber diese Tariferhöhung ist, zeigt beispielsweise das Taxiunternehmen Stegmayer, das bereits Personal kündigen musste. Sebastian Stegmayer äußert sich dazu:

Die Situation ist jetzt schon sehr schwierig. Wenn sich die Tariferhöhung nicht durchsetzen kann, könnte dies den Tod vieler Taxiunternehmen im Tegernseer Tal bedeuten.

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