Eine vhs für das komplette Oberland

Tegernsee macht sich für Bildungsangebot stark

Von Maxi Hartberger

Eine Fusion hat die Volkshochschule im Tegernseer Tal bereits gemeistert. Nun steht die nächste an. Das Ziel? Eine „vhs Oberland“. Doch was bedeutet das für die Standorte im Tal und für die Stadt Tegernsee?

Die vhs Tegernseer Tal ist im Reisbergerhof untergebracht. Das soll auch nach der Fusion so bleiben. / Quelle: Archiv

Volkshochschulen bietet vielen Jugendlichen und Erwachsenen Abwechslung in ihrem Alltag – ob Sprachkurse, Weiterbildungen, Vorträge oder kreative Hobbys. Eine Fusion wurde bereits erfolgreich gemeistert, als sich alle Volkshochschulen im Tegernseer Tal zu einer zusammenschlossen. Lediglich Gmund hat noch eine eigene vhs. Um das Angebot der vhs Tegernseer Tal e.V. auch künftig zu erhalten, diskutierte der Tegernseer Stadtrat in der vergangenen Sitzung über eine weitere Fusion.

Aufgrund neuer Förderrichtlinien sollen nämlich alle Volkshochschulen in der Region verschmelzen. Die bisherigen vhs-Vereine müssen hierfür aufgelöst werden. Denn das Ziel ist ein komplett neuer Verein „vhs Oberland“ mit einem Vorstand und einem fünfköpfigen Aufsichtsrat, der den Vorstand überwacht. Um das Angebot für die Erwachsenenbildung in der Region zu erhalten, sollen dann alle 17 Landkreis-Kommunen dem neuen Verein beitreten und einen solidarischen Beitrag von einem Euro je Bürger bezahlen. Dafür hat dann jede Kommune als ordentliches Mitglied eine Stimme.

Erwachsenenbildung fördern und ausbauen

Auf die Stadt Tegernsee kommen mit dieser Fusion konkret Mehrkosten von 1.908 Euro jährlich zu, so Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) an. Hinzu kommen die Zahlungen für die Kursräume im Reisbergerhof, die sich bisher jährlich auf knapp 55.000 Euro belaufen. Thomas Mandl (SPD), der schon jetzt die vhs Holzkirchen-Otterfing leitet und als künftiger Vorsitzender der neuen „vhs Oberland“ im Gespräch ist, zeigt sich von der Fusion überzeugt:

Es geht nicht um eine Unterwerfung, sondern um die Verbesserung des Bildungsangebots. Dies ist der beste Weg für eine vhs im Landkreis.

Doch was passiert mit dem Vermögen der vhs Tegernsee, wenn sich die Landkreis-Kommunen zusammenschließen, wollte Norbert Schußmann (CSU) wissen: „Versickert das im neuen Landkreis-Gebilde?“. Bürgermeister Hagn, der im Lenkungskreis an der Fusion mitarbeitet, versicherte, dass das Geld weiterhin zweckgebunden für die Erwachsenenbildung eingesetzt werde. „Ich bin froh, dass wir das Kirchturmdenken großteils aufgegeben haben. Allerdings wird es noch seine Zeit dauern, um bei den Details nachzujustieren.“

Welche Gemeinden machen mit?

Denn noch sind nicht alle Gemeinden in der Region von dem Zusammenschluss überzeugt. So haben bisher nur Kreuth, Waakirchen, Otterfing, Warngau, Valley, Weyarn und Irschenberg ihre Solidarität zugesichert. „Es kann durchaus sein, dass es eine Fusion mit zwei Geschwindigkeiten gibt“, so Hagn. Um das Interesse der Tegernseer vhs zu schützen, könnte nach der Auflösung des bisherigen Vereins und der anstehenden Fusion ein Förderverein gegründet werden. Dessen Beirat könnte sich dann ausschließlich mit dem Bildungszentrum und -angebot in Tegernsee befassen.

Grundsätzlich seien also noch etliche Fragen zu klären, so Hagn. Dennoch plädierte er, den bereits eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Er sei überzeugt, dass das der richtige Weg sei. Das sahen auch die anderen Stadträte so und beschlossen einstimmig, dass die Stadt Tegernsee die Fusion unterstützt, dem neuen Verein beitritt und sich mit dem solidarischen Beitrag von einem Euro je Einwohner beteiligt. Der Reisbergerhof soll für das Kursangebot ebenfalls erhalten werden.


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