Hamburger Kiezgröße plant „Sauna-Club“ im ehemaligen Guggemos

Tegernsee wird “leider geil”

Er spricht von einer “Prachtimmobilie mit viel Potenzial”. Gemeint ist das ehemalige Hotel Guggemos an der Hauptstraße. Ein Hamburger Geschäftsmann möchte dem Gebäude neues Leben einhauchen – als Sauna-Club.

Wird es hier wirklich einen Sauna-Club geben?
Wird es hier wirklich einen Sauna-Club geben?

Wird am ehemaligen Hotel Guggemos in Tegernsee schon bald eine rote Laterne hängen? Keine ganz abwegige Vorstellung. Nach dem jüngsten Bericht der TS über Hotel-Leerstand in Tegernsee hat ein Hamburger Geschäftsmann sein Interesse an der Immobilie, die sich in Besitz des Herzoglichen Brauhauses befindet, signalisiert.

Im Tal jodelt schon lange nichts mehr aus der Lederhose – zumindest nicht gewerbsmäßig. Eine Marktlücke? Der Hamburger Geschäftsmann Carlo L. Ude will die Weiternutzung des ehemaligen Hotels in eine Art Beherbergungsbetrieb samt Zimmervermietung und Wohlfühl-Relax-Angebot überführen – diplomatisch ausgedrückt. Denn Carlo L. Ude ist kein Hotelier im klassischen Sinne. Statt auf den üblichen Service mit Frühstück oder Halbpension setzt er im hohen Norden auf körperbetonte Unterhaltung unter Einsatz von Metallstangen. Die drei von ihm betriebenen Läden auf der Reeperbahn – „Wandas wilde Locke“, „Stieletto“ und „Vibrations“ sind einschlägig bekannte Top-Adresse auf der Hamburger Amüsiermeile.

Seinen Vorschlag der Weiterführung des Hotels als Sauna-Club hat der 50-Jährige Brauhaus und Rathausverwaltung bereits unterbreitet. Letztere sei nach eigenen Angaben allerdings nicht ganz glücklich darüber, dass die „noch nicht in Gänze durchdachten Pläne von Ude.“ zum jetzigen Zeitpunkt durchgesickert sind und wollte das Vorhaben daher unkommentiert lassen.

Gästeklientel am See vorhanden

Auskunftsfreudiger gab sich jedoch der Hamburger Entrepreneur, der bereits mehrfach in der vergangenen Woche in einem weißen S Klasse Benz auf dem rückwärtigen Parkplatz des Hotels gesichtet worden ist und damit die Gerüchteküche angeheizt hatte. „Ja, die Vertragsverhandlungen laufen“, bestätigte er der TS während seines Kuraufenthalts in Bad Wiessee. „Ich finde es geradezu unverständlich, dass ein Schuppen wie dieser leer steht, wo er doch so viel Potenzial bietet.“

Er selbst habe eine schnelle Marktanalyse gemacht und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass erstens die entsprechende Gästeklientel am See vorhanden sei (“reich, alt und allein – da geht immer was”)und zweitens – anders als auf dem Kiez – keine Konkurrenzsituation vorherrsche. „Die Rahmenbedingungen hier sind echt super. Sollten die Gäste dennoch ausbleiben, was ich aber nicht glaube, kann man noch etwas am Konzept feilen. Ins Blaue gesagt: Von einer Abokarte bis hin zu einer Kooperation mit dem Monte Mare ist alles denkbar. Zudem plane er perspektivisch ein “japanisches Gästehaus mit Geishaservice” und eine Champagnerlounge. Arbeitstitel: “Mei liaba Scholli!

“Deutschlands südlichster Kiez?”

Dass sein Projekt möglicherweise auf nicht allzu viel Gegenliebe stößt, kann er sich so gar nicht vorstellen. „Warum auch? Das ist doch eine absolute Win-Win-Situation für die Stadt. Sie ist einen Schandfleck los, kann sich zudem noch über Einnahmen aus der Gewerbesteuer freuen.“ Auch trage sein Betrieb dazu bei, die rückläufige Zahl an Gästebetten zu stoppen. „Ich prophezeie schon jetzt, dass der Sauna-Club ein wahrer Segen wird. Tegernsees heimische Wirtschaft wird angekurbelt. Tourismus, Gastronomie und Einzelhandel – sie alle werden profitieren. Das wird eine Premium Destination, ich schwör.“ Er rechnet zudem mit erheblichen Tagesverkehr jener “Hungerleider”, die im Lanserhof in jeder Hinsicht auf Diät gesetzt werden.

Neue Wege wolle er selbst übrigens in Sachen Gestaltung der Außenfassade gehen. „Ein Blink-Blink-Tempel à la Kiez passt optisch nicht hierher.“ Lieber setze er auf alt Bewährtes und wolle die gut bürgerliche Tradition des Guggemos fortführen. „Ich sag mal so: Das Spießig-Konservative, wie man es hier überall in Oberbayern vorfindet, hat schon seinen Charme. Ich denke, unter dem Slogan „Deutschlands südlichstes Tal der Lust“ wird sich der Tegernsee mit diesem Recreation-Segment bundesweit sehr gut vermarkten lassen.“

Gemüsehändler, die frisches Obst nach Hause liefern, Restaurants, die Tagesgerichte durch offene Fenster verkaufen: Unternehmen im Oberland werden erfinderisch im Überlebenskampf gegen die Corona-Krise. Nur müssen die Menschen im Tegernseer Tal und darüberhinaus auch von diesem Erfindungsreichtum erfahren.

Um diese über den ganzen Landkreise verteilten Angebote übersichtlich zu bündeln, hat die TS eine Karte entwickelt: “das Tegernseer Tal schafft's” vernetzt kleine Unternehmer mit ihren Kunden. Wenn Sie, gegen einen Unkostenbeitrag, mit in der Karte und auf der Tegernseer Stimme aufgenommen werden möchten, melden Sie sich direkt bei uns.

Martina von Dall`Armi E-Mail martina@tegernseerstimme.de Tel 08022 / 509 21 20

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