Drohen weitere Streiks?

von Nadja Weber

Heute gingen die Tarifverhandlungen der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in eine weitere Runde. Nach dem Warnstreik unter anderem vor der Abfüllanlage des Tegernseer Brauhaues heute morgen war der Gewerkschaftsleiter optimistisch, dass die Arbeitgeber auf die Forderungen eingehen. Doch die Hoffnungen erfüllten sich nicht.

Heute Morgen legten 45 Mitarbeiter der Brauerei Tegernsee ihre Arbeit nieder.
Heute Morgen legten 45 Mitarbeiter der Brauerei Tegernsee ihre Arbeit nieder.

Heute morgen streikten mehr als 40 Mitarbeiter des Herzoglichen Brauhauses Tegernsee. Sie fordern eine Lohnerhöhung von sechs Prozent. Zwischen 6 und 8 Uhr legten die Beschäftigten ihre Arbeit nieder. Doch die bisherigen Diskussionen zwischen der NGG und den Brau-Firmen verliefen nicht nach den Vorstellungen der Arbeitnehmer. Gewerkschaftsleiter Georg Schneider erklärt:

Leider beharren die Arbeitgeber bisher immer noch auf den 1,6 Prozent. Wir brauchen heute noch starke Nerven.

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Trotz der Warnstreiks in München und in Gmund ist eine Einigung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht in Sicht. Die Gewerkschaftler fordern eine Lohnerhöhung um sechs Prozent. Norbert Stühmer, Braumeister des Herzoglichen Brauhauses Tegernsee, kann die Unzufriedenheit verstehen. Er erklärt: “Unsere Mitarbeiter haben sich aus reiner Solidarität gegenüber den anderen bayerischen Brauereien am Warnstreik heute Morgen beteiligt.”

Obwohl Stühmer selbst nicht an weitere Streiks glaubt, sieht Schneider nicht von möglichen weiteren Arbeitsniederlegungen ab. Das Ziel sei immer noch eine klare Verbesserung der Arbeitnehmervergütung. Und dafür lohne es sich zu streiten.

Ursprünglicher Artikel vom 14. April 2016 mit der Überschrift: „Brauer fordern mehr Geld“
Mitarbeiter des Herzoglichen Brauhauses Tegernsee haben heute Morgen ihre Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert eine Lohnerhöhung um sechs Prozent. Hat der Warnstreik Auswirkungen auf das Brauhaus oder gar auf die Bierlieferanten?

Das Ziel ist klar: Rund 10.000 Brauereibeschäftigten in Bayern fordern mehr Geld. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) wollen eine Lohnerhöhung von sechs Prozent durchsetzten. Doch von diesem Ziel sind sie noch weit entfernt.

Gewerkschaftsleiter Georg Schneider erklärt: „In der ersten Verhandlungsrunde hatten die Arbeitgeber nur ein Angebot von 1,6 Prozent bewilligt. Das ist meilenweit von unserem Ziel entfernt und fast schon als Provokation anzusehen.“

Wirtschaftliche Auswirkungen?

Wie Schneider weiter erklärt, sei 2015 ein „sensationelles Geschäftsjahr“ für die bayerischen Brauereien gewesen. Die Brauereiwirtschaft sei um drei Prozent gewachsen. Deshalb hat die NGG am Ende der ersten Warnstreikwelle heute von sechs bis acht Uhr die Beschäftigten vom Herrnbräu in Ingolstadt und vom Herzoglichen Brauhaus Tegernsee zum Warnstreik aufgerufen.

In Tegernsee kamen heute Morgen ab 5:30 Uhr rund 45 Mitarbeiter aus Nacht- und Tagesschicht zusammen und legten ihre Arbeit nieder. Vor dem Logistikzentrum in Tegernsee machten die Gewerkschaftler auf sich aufmerksam. Weil sich auch die Tegernseer Bierbrauer dem Warnstreik anschlossen, fiel die Bierproduktion kurzer Zeit aus. Wirtschaftliche Auswirkungen sieht Schneider jedoch keine für das Tegernseer Brauhaus.

Der Gewerkschaftsleiter glaubt nicht, dass es aufgrund des Streiks heute zu einem Lieferengpass kommen könnte. Um halb zehn trifft sich die Tarifkommission in München für weitere Verhandlungen. Schneider ist sich sicher: “Ich glaube, das Brauhaus hat die Warnung verstanden und hoffe, dass es sich für seine Mitarbeiter einsetzt.” Das Herzogliche Brauhaus war für eine Stellungnahme heute Morgen nicht erreichbar.

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