Tegernseer Geschäfte bleiben in 2012 an vier Sonntagen geöffnet: „Eine absurde Regelung“

Von Christopher Horn

Nach dem Willen des Tegernseer Stadtrates soll sich die Hauptstraße spätestens im kommenden Jahr zu einer Flaniermeile entwickeln. Die dafür nötigen Umbaumaßnahmen hat man mit der Verbreiterung der Gehwege bereits heuer in Angriff genommen.

Ein Parkhaus könnte – je nach Ergebnis der noch offenen Bedarfsanalyse – ebenfalls entstehen. Gegenüber dem Hotel Gugemoos würde die Stadt die 140 Stellplätze gerne hinbauen. Voraussichtlich 6,5 Millionen Euro so Bürgermeister Peter Janssen, wird das Projekt kosten.

Im April 2011 wurde die Hauptstraße ein Stück in Richtung See verschoben und insgesamt verschmälert. Dafür entstanden breitere Gehwege. Im Bereich des Hotel Guggemos gibt es seither eine Querungshilfe.

Dagegen sind die 700.000 für den Seesteg zwischen Länd und Macke-Anlage ein Klacks. Juristisch sieht es mittlerweile auch sehr gut aus für das umstrittene Vorhaben. Denn ohne den Steg würde ein entscheidender Faktor bei der Gesamtplanung fehlen.

Wenn die Touristen vom neuen Parkhaus in Richtung Rathaus hochflanieren, müssen Sie auch wieder zurück. Das, so die Überzeugung des Stadtrates, sei aber angenehmer am See und nicht an der vielbefahrenen Straße.

Verkaufsoffene Sonntag für 2012 beschlossen

Ebenfalls nicht unwichtig für die Belebung der Tegernseer Einkaufswelt sind die verkaufsoffenen Sonntage. In der heutigen Zeit stellt die Suche allerdings eine Herausforderung dar: Es gilt Termine zu finden, die den Geschäften nutzen und die gleichzeitig gesetzeskonform sind.

Denn wie sehr man sich in der einwandfreien Termingestaltung vergreifen kann, hat vor ein paar Monaten Rottach-Egern zu spüren bekommen. Das Ladenschlussgesetz schreibt nämlich speziell für alle Gemeinden in Bayern vor, dass in einem Jahr maximal vier verkaufsoffene Sonn- und Feiertage stattfinden dürfen.

Darüber hinaus sind die genauen Termine an ein wichtiges Kriterium gebunden. Der Einzelhandel darf seine Ladentüren nur öffnen, wenn zum Beispiel Stadtfeste, Märkte oder Messen an einem Sonn- oder Feiertag stattfinden. Diese müssen überregionalen Charakter haben. Der Dezember ist sogar komplett ausgeschlossen.

Und so hat der Stadtrat gesucht und gefunden. In 2012 werden die Tegernseer Einzelhändler an den folgenden Sonntagen auflassen dürfen.
– Faschingszug am 19.2.2012
– Frühjahrsmarkt am 29.4.2012
– Trachten- und Handwerkerdult am 3.6.2012
– Herbstmarkt am 2.9.2012

„Eine absurde Regelung“

Eine Einschränkung gibt es allerdings. Die Läden dürfen nur im näheren Umkreis der Veranstaltung geöffnet sein. Wenn es also eine Veranstaltung in der Rosenstraße gibt, dürfen die Geschäfte in Tegernsee-Süd nicht öffnen.

Genausowenig dürfen sich diese Läden jedoch auch an verkaufsoffene Sonntag Rottachs anschließen, auch wenn das geographisch passen würde. „Da gelten strenge Gemeindegrenzen,“ so Peter Janssen auf der letzten Stadtratssitzung. Und Janssen hat dazu auch eine Meinung: „Reichlich absurd“ sei das.

Zumindest in der Tegernseer Hauptstraße ist man von dieser Regelung aber nicht betroffen. Da die Nähe zu den vier Veranstaltungsorten gegeben ist, werden die Geschäfte offen bleiben können.


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