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Tegernseer Hütte – wenn die Gestaltungssatzung zur Nebensache wird

Von Redaktion

Die Tegernseer Hütte ist schon seit langem ein beliebter Übernachtungsort für Bergsteiger und Bergwanderer. Kein Wunder, mitten zwischen den Felsen gelegen, bietet sie nicht nur eine willkommene Unterkunft für die Nacht.

Sowohl die Aussicht von hier oben als auch das zünftige und urtypische Ambiente dieser Hütte hat sich über viele Jahre zu einem gern gewählten Ausflugsziel gemacht.

Mängel im Brandschutz sorgten jetzt allerdings dafür, dass der Verkehr auf der Hütte eingestellt werden musste. Schon seit September besteht keine Möglichkeit mehr, auf der beliebten Hütte zu übernachten.

Das wiederum hat dazu geführt, dass die Alpenvereins-Sektion Tegernsee als Besitzerin der Hütte in den letzten Monaten mit Hochdruck an Plänen für einen Umbau gearbeitet hat. Denn die Hütte soll natürlich so schnell wie möglich wieder freigegeben werden können.

Rechtliche Belange sind wichtig – können aber auch mal außen vor bleiben

Das in der Region Tegernsee Recht und Ordnung einen hohen Stellenwert hat, musste zuletzt beispielsweise das Herzogliche Haus feststellen.

Nachdem es die Rodung von Bäumen am Tegernsee ohne Genehmigung in Auftrag gegeben hatte, setzte es erst eine saftige Geldstrafe und im zweiten Schritt nun die Auflage, neue Bäume zu pflanzen. Da wundert es kaum, dass alle betroffenen ihre Sorgen hatten, als die Pläne für den Umbau und die Renovierung der Hütte im Gemeinderat diskutiert werden sollten.

Immerhin stand einiges auf dem Spiel und die Planungen wiesen, aus rein rechtlicher Sicht, durchaus ihre Schwächen auf. So stellt der Leiter des örtlichen Bauamtes, Andreas Schwinghammer, in der Sitzung deutlich klar, dass die Pläne der Eigentümer mit der Kreuther Gestaltungssatzung nicht in Einklang zu bringen sind.

So sind beispielsweise zwei Außentreppen und zwei Balkone als Fluchtwege vorgesehen, um den Brandschutzbestimmungen genügen zu können.

Außerdem soll auch die Nutzfläche um 50 Quadratmeter erweitert werden. Ein Resultat der Veränderungen, die am Dach geplant sind. Das bestehende Dach soll durch einen Quergiebel mit zwei Gauben erweitert werden.

Der Rat berücksichtigt auch andere Interessen

Dass das geschriebene Wort nicht immer alles ist, zeigt ein deutlicher Hinweis des Bürgermeisters Josef Bierschneider (CSU). Der Befürworter des Projektes erklärte im Rahmen der anstehenden Diskussion, dass die Tegernseer Hütte zwischen den Felsen ohnehin nicht der Gestaltungssatzung entspricht.

Warum also eine Änderung an der Hütte dann von dieser Satzung abhängig machen?
„Baurecht ist dabei natürlich immer auch den Notwendigkeiten anderer Bereiche unterworfen – vor allem weil die Gemeinde in kaum einem anderen Rechtsbereich so viel eigenen Gestaltungsspielraum hat“, erklärt Jonas Kappel von Meisterbob.de.

Das gerade bei einem Projekt auch der Tourismus und die Naherholung der eigenen Anwohner am Tegernsee eine wichtige Rolle spielen ist klar. So wundert es letztlich nicht, dass alle Gemeinderäte für den Um- und Ausbau der Hütte stimmten.

Wann der Betrieb wieder aufgenommen werden kann, steht nicht fest

Jetzt gilt es erst einmal, die Preise zu ermessen und entsprechende Angebot einzuholen. Schon der Transport von Werkzeug und Material auf die Höhe von 1.650 Metern wird eine logistische Meisterleistung erfordern.

Dazu auch noch qualifizierte Handwerker für den Um- und ausbau zu finden und das Ganze in einem finanzierbaren Rahmen zu halten, dürfte die nächste Hürde für das Projekt Tegernseer Hütte werden.


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