Bundesregierung will die Preise drücken

Tegernsee ein Mietpreisparadies?

Von Nadja Weber

Die Mietpreise steigen stetig an, die Schlangen bei Wohnungsbesichtigungen sind lang. Die Bundesregierung hat jetzt die Bremse reingehauen. Und das wirkt sich auch auf den Tegernsee aus.

Auch am Leeberg in Tegernsee ist bezahlbarer Wohnraum Mangelware.
Gerade am Leeberg in Tegernsee gibt es kaum mehr bezahlbaren Wohnraum.

Am vergangenen Freitag hat der Bundestag die Mietpreisbremse beschlossen. Mieter können aufatmen, doch Immobilienmakler dürften die neue Verordnung wohl eher skeptisch sehen. Monatelang haben Union und SPD über die umstrittene Mietpreisregulierung diskutiert. Jetzt ist die Neuregelung im Maklerrecht beschlossene Sache. Mieter sollen bald vor überteuerten Mietverträgen und Maklerkosten verschont werden.

Wo die Mietpreisbremse dann gilt, ist allerdings Ländersache. Die Regierungen legen fest, welche Städte oder Stadtbezirke einbezogen werden. Dabei gilt, dass die Mietpreisbremse in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt gelten soll. Klaus Barthel, Mitglied des Deutschen Bundestags für die SPD, erklärt: „Es steht für mich außer Frage, dass der gesamte Landkreis Miesbach ein solches Gebiet ist.“

Keine Mietpreissteigerung bei Neuvermietung

Die neue Verordnung beinhaltet dabei vor allem zwei wichtige Regelungen, die Mietern künftig einen besseren Schutz garantieren sollen. Bisher durfte der Vermieter bei einer Neuvermietung den Preis beliebig hoch ansetzen. Wenn die Mietpreisbremse jedoch in Kraft tritt, kann der Vermieter den Preis nur noch um maximal zehn Prozent der ortsüblichen Vergleichsmiete anheben.

Ausnahmen gelten allerdings dann, wenn es sich bei dem zu vermietenden Objekt um einen Neubau handelt. Auch wenn man seine Wohnung vor einer Neuvermietung saniert oder renoviert, kann der Mietpreis wiederum ohne Einschränkungen festgelegt werden. Die Mietpreisbremse hat dennoch einen Vorteil für die Region, erklärt Barthel:

Mit dem neuen Gesetz steigt die Transparenz der Mietpreise auf dem Immobilienmarkt an. Und das ist gerade für einen Landkreis wie Miesbach mehr als notwendig.

Bernd Steinmüller von Aulfes-Steinmüller Immobilien erklärt jedoch, man könne die durchschnittlichen Mietpreise im Tal nur schwer einschätzen. Es hänge an vielen Faktoren, die je nach Objekt sehr unterschiedlich sein können. „Der Mietpreis für einen Quadratmeter variiert rund um den Tegernsee von acht bis 15 Euro“, weiß der Immobilienmakler.

Maklerprovision entfällt

Doch die neue Regelung bringt einen weiteren Vorteil für die kommenden Mieter. Denn nun muss die Maklerprovision nicht mehr generell von den Mietern übernommen werden. Künftig soll derjenige die Maklerkosten übernehmen, der den Makler beauftragt hat. Häufig also die Vermieter. Muss sich die Branche nun Sorgen machen?

Steinmüller sieht keinen Grund dazu. Das Mietsegment am Tegernsee sei nicht sehr hoch. Vielmehr gehe es hier um den Immobilienverkauf, so Steinmüller. Weiter erklärt er: „Wir vermitteln zwischen Interessent und Eigentümer und achten dabei auf die Wünsche der Vermieter.“

Dass die Mietpreise im Tal sinken werden, wird wohl auch mit Mietpreisbremse noch lange eine Wunschvorstellung bleiben. Zwar werden die Preissprünge eingedämmt und die Transparenz steigt, aber für wenig Geld wird man im Tal auch in Zukunft nicht leben können.


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