Ungewisse Zukunft für Mitarbeiter der Orthopädischen Klinik

Tegernseer Zitterpartie geht weiter

Es geht um 130 Arbeitsplätze an der Point. Die Mitarbeiter der Orthopädischen Klinik in Tegernsee wollen endlich eine sichere Aussage zum künftigen Standort. Doch die Zitterpartie hält an.

Von den Klinik-Mitarbeitern wird der Standort Kreuth favorisiert – dieser steht aktuell aber nicht zur Diskussion / Archivbild von der Demonstration der Mitarbeiter der Klinik im November.

Im November hatten die Mitarbeiter der Orthopädischen Klinik an der Tegernseer Point demonstriert und ein klares Bekenntnis zur Zukunft ihres Arbeitsplatzes gefordert. „Es ist fünf vor zwölf“, hieß es damals seitens der Gewerkschaft ver.di Bayern während der friedlich verlaufenden Demonstration im Innenhof des Klinikareals. Kaum einen Monat später drang die Nachricht an die Öffentlichkeit, die Deutsche Rentenversicherung Bayern Süd (DRV) wolle ihre Klinikpläne nicht mehr am Tegernsee umsetzen, sondern auf einem möglichen Alternativgrundstück in Tirschenreuth in der Oberpfalz, nahe der tschechischen Grenze.

Die Mitarbeiter zeigten sich alarmiert über diese Pläne. Und auch wenn die DRV-Verantwortlichen immer wieder betonten, man wolle am 3-Stufen-Plan an der Point festhalten, gab DRV-Vorstandsvorsitzende Verena Di Pasquale im November zu, dass auch das ehemalige Grundstück der May-Klinik in Kreuth besichtigt worden sei und als Option in Frage käme. Auch die Standorte Dachau und Passau seien ihnen in Aussicht gestellt worden, war von den Beschäftigten im vergangenen Jahr zu hören.

Tirschenreuth oder Tegernsee?

Die DRV selbst bezeichnete ihre Suche nach einem alternativen Standort als „Plan B“, der aus dem Ärmel geschüttelt wurde, nachdem zu befürchten war, dass die massiven Proteste der Anwohner gegen das Bauvorhaben nicht nur eine zeitliche Verzögerung, sondern auch eine finanzielle Belastung bedeuten würden. Im Rahmen einer Wirtschaftlichkeitsprüfung sei nämlichfestgestellt worden, dass dort nicht nur die Infrastruktur günstiger als am Tegernsee sei, sondern auch die öffentliche Unterstützung.

So gebe es dort unter anderem eine EU-Förderung für grenznahe Gebiete. Dass die DRV ein bebaubares Grundstück in petto hat, wie aus Insiderkreisen zu hören war, wollte DRV-Pressesprecher Jan Paeplow im Dezember noch nicht bestätigen:

Ob eines dieser Grundstücke tatsächlich als Plan B in Frage kommt, ist völlig offen. Wir konzentrieren uns weiterhin auf die Umsetzung des Stufenplans in Tegernsee.

Der Versicherung wäre auf jeden Fall dieser Plan lieber, betonte er. Aber für die Umsetzung der neuen Gebäude sei ein rechtssicherer, rechtskräftiger Beschluss nötig. Einwendungen gegen die Klinik-Pläne müssten noch berücksichtigt werden. “Das kann dauern”, so Paeplow damals. Und auch auf aktuelle Nachfrage, ob denn das Grundstück in der Oberpfalz inzwischen gekauft worden sei, gibt der Pressesprecher an, dass sich „noch nichts ergeben“ hätte, und der Sachstand nach wie vor unverändert sei. Bedeutet: Man wolle weiter am 3-Stufen-Plan festhalten.

Viel hat sich nicht bewegt

Vielmehr sei man in den Vorbereitungen für den Stadtratsbeschluss und warte auf einen entsprechenden Termin von der Stadt Tegernsee. Die Mitarbeiter der Orthopädischen Klinik bangen also weiter um ihre Arbeitsplätze. Karin Seifert von ver.di Bayern ist darüber alles andere als erfreut:

Die Beschäftigten brauchen eine sichere Aussage. Bis jetzt hat sich noch nicht viel in unserem Sinne bewegt.

Dass sich die Entscheidung in die Länge ziehe, sei für die Klinikmitarbeiter weder nachvollziehbar noch befriedigend, sondern eher negativ, betont Seifert. Käme Plan B in Betracht, sei die Oberpfalz auf jeden Fall die schlechteste Alternative. Zwei bis zweieinhalb Stunden Pendelzeit müssten die Beschäftigten – gesetzt den Fall es käme zu einem Wechsel des Arbeitsplatzes – in Kauf nehmen.

Kreuth wäre nur elf Kilometer entfernt und deshalb als Alternativstandort prädestiniert. Aber diese Möglichkeit scheint ad acta gelegt zu sein, seit die Eigentümerin der May-Klinik – die irische Cooley Group – durch ihren Geschäftsführer Benedict Mathews verlauten ließ, sie befinde sich wieder in Verkaufsgesprächen mit der Gemeinde Kreuth (wir berichteten). Die Zitterpartie geht für alle Beteiligten weiter.


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