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Wie ein Engländer vom Tal aus einen Motorradrennstall führt

Der Superbike-Experte aus Tegernsee

Von Christopher Horn

Tony Dexter (56) ist Engländer, hat lange Jahre für Eurofighter in der Nähe von München gearbeitet und bei der NATO in Brüssel verschiedene Staaten in Sachen Rüstung und Verteidigung beraten. Neben Flugzeugen gehört auch der Motorradsport schon immer zu seinen großen Leidenschaften.

Vom Tegernsee aus hat Dexter in den letzten Jahren ein Rennteam aufgebaut und will in der kommenden Saison mit zwei Fahrern in der britischen Superbike-Meisterschaft an den Start gehen.

Tony Dexter hat vom Tegernsee aus ein Motorradteam aufgebaut
Tony Dexter hat vom Tegernsee aus ein Motorradteam aufgebaut

Vor vier Jahren hat es Dexter ins Tegernseer Tal verschlagen. Hier lernte er seine große Liebe kennen und kaufte sich ein Haus in Tegernsee-Süd. Damals arbeitete er noch bei Eurofighter in Halbergmoos. Neben Flugzeugen beschäftigte er sich seit langer Zeit auch mit Motorrädern.

So fuhr er selbst in den 1980er-Jahren Rennen. Von der Konstruktion dieser Hochleistungsmaschinen war Dexter schon immer begeistert. Sein technisches Wissen rund um den Hubschrauberbau kommt ihm da ebenfalls sehr zugute, wie er betont. „Auch hier geht es darum, möglichst viel Leistung auf begrenztem Raum unterzubringen.“

„Die Hersteller waren beeindruckt“

Also fasste er den Entschluss, in das Geschäft einzusteigen. Erstellte einen Businessplan, ging auf die einschlägigen Motorradmessen und knüpfte Kontakte. „Durch meine Expertise in der Luftfahrtbranche bin ich dort auf offene Ohren gestoßen. Einige Hersteller waren sehr beeindruckt“, erinnert sich Dexter. Vor allem seine Ideen zur Optimierung der hochleistungsfähigen Bremsanlagen seien dabei sehr gut angekommen.

Zudem begann er auch junge, ambitionierte Fahrer zu unterstützen und engagierte sich ab 2011 bei Gerling Kawasaki, einem Team in der britischen Superbike-Serie. Im Jahr 2012 startete er schließlich sein eigenes Team. Seitdem ist er alle zwei Wochen auf dem Weg ins englische Donington Park. Dort, in direkter Nähe zur Rennstrecke, ist sein Team beheimatet. Der Name: Motodex. Dexter ist Gründer und Vorstandsvorsitzender.

Motodex-Fahrer David Linorter bei Testfahrten im britischen Brands Hatch
Motodex-Fahrer David Linorter bei Testfahrten im britischen Brands Hatch

„Im Rahmenprogramm eines Superbike-Events stellten wir fest, dass das von uns entwickelte Motorrad relativ nah an die Maschinen der Superbike-Serie rankommt. Also wussten wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, erinnert sich Dexter an den ersten Probelauf unter Wettbewerbsbedingungen. Alpha Racing in Rosenheim vermittelte daraufhin einen Fahrer.

2014 wird’s ernst

Für die kommende Saison will der „Chef“ sein Team nun in der britischen Superbike-Serie an den Start bringen. Zwei deutsche Fahrer sind auch schon an Bord. Auch aus der Region rund um München würde Dexter gerne einen Nachwuchsmann dazuholen.

Ich bin stets auf der Suche nach einem talentierten Fahrer aus unserer Region, um ihn an den Rennsport heranzuführen.

Als Budget für Team und Fahrer gibt der Rennsportbegeisterte rund 250.000 Euro an. Derzeit, so erklärt Dexter weiter, laufen die Verhandlungen mit einem großen Sponsor aus der Branche. Wer das ist, das wollte er allerdings noch nicht verraten.

Sein Haus am Tegernsee wird er indes auch weiterhin behalten, um von dort aus die Geschicke des Teams zu leiten. Fährt sein Team 2014 tatsächlich in der britischen Superbike-Meisterschaft mit, wird er aber wohl noch häufiger zwischen Tegernsee und Großbritannien hin und her pendeln müssen.

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