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Tegernseer müssen zukünftig mehr für Entsorgung zahlen

Teurer Müll

Von Christopher Horn

Die Stadt Tegernsee musste bei der Abfallentsorgung in den letzen vier Jahren deutlich drauf zahlen. 100.000 Euro Verlust sind entstanden. Aus diesem Grund hat der Stadtrat im Rahmen seiner letzten Sitzung eine Erhöhung der Entsorgungsgebühren um elf Prozent beschlossen.

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Tegernsee regelt Entsorgung eigenständig

Die kommunale Abfallentsorgung der Stadt Tegernsee ist im Vergleich zu den anderen Kommunen etwas anders organisiert. Während der Restmüll in den übrigen Tal-Gemeinden von der VIVO mitgenommen wird, macht das die Stadt Tegernsee eigenständig.

Bereits vor einigen Jahren, als die VIVO Warngau – oder in Langform “Kommunalunternehmen für Abfall-Vermeidung, Information und Verwertung im Oberland” – begann sich um die Belange im Tegernseer Tal zu kümmern, stellten die Tegernseer einen Antrag beim Landratsmat Miesbach mit der Bitte sich auch weiterhin die Restmüllbeseitigung in Eigenregie abwickeln zu dürfen.

Das Landratsamt stimmte der Anfrage zu und auch die VIVO hatte nichts dagegen. Denn die Stadt Tegernsee hatte gute Gründe so zu handeln, wie Bürgermeister Peter Janssen auf der Stadtratsitzung erklärte:

Da die Stadt über ein kleineres Müllfahrzeug als die VIVO verfügt, können wir auch sehr enge Straßen problemlos anfahren und in den meisten Fällen muss das Fahrzeug nicht die ganze Strecke rückärts zurückfahren, sondern kann wenden.

Darüber hinaus bieten die Müllfahrer der Stadt noch einen Mehrwert. Sie bringen die Tonnen nach der Leerung wieder auf das Grundstück der Eigentümer zurück und lassen die Tonnen nicht vor den Anwesen stehen.

Deutlich teurer als in anderen Gemeiden

Doch dieser Komfort hat auch seinen Preis. Rund 25 Prozent mehr zahlen die Tegernseer für ihren Müll. Da die Kosten für die Entsorgung in den letzten vier Jahren zudem in die Höhe gegangen sind, hat die Stadt einen Verlust von 100.000 Euro erwirtschaftet. Dazu beigetragen hat auch die Tatsache, dass Tegernsee anders als die VIVO keine zusätzlichen Einnahmen im Entsorgungsgeschäft generieren kann.

Die VIVO produziert aus Abfall unter anderem Energie

So produziert die VIVO beispielsweise in der Kompostieranlage aus Biomüll 2,5 Millionen Kilowattstunden Energie. Das ganze wird bei E.ON eingespeist und versorgt 700 Haushalte. Außerdem entstehen aus dem Müll 5.000 Tonnen Kompost pro Jahr. Dieser ist wiederrum ein natürlicher Dünger, der als Bodenverbesserer im Garten eingesetzt werden kann. Alles Möglichkeiten, die die Stadt Tegernsee nicht hat.

Das Landratsamt Miesbach hat die Stadt daher aufgefordert auf die kostenseitige Entwicklung zu reagieren. Der Hauptgrund dafür, dass der Stadtrat in seiner Sitzung am Dienstag eine Erhöhung der Gebühren um 18 Cent pro Liter Restmüll bei der 14-tägigen Leerung beschlossen hat. Die wöchentliche Leerung schlägt sogar mit zusätzlich 60 Cent pro Liter zu Buche.

Der Preis für die wöchentliche Entsorgung liegt dabei deutlich höher, da dann kleinere Container im Einsatz sind und der Aufwand für die Entsorgung höher ist.

Stadtrat votiert einstimmig dafür

Der geplanten Preiserhöhung stimmte der Stadtrat ebenso einstimmig zu wie dem Ziel, dass Tegernsee auch über 2014 hinaus eigenständig die Entsorgung organsieren will. “Der zusätzliche Service rechtfertigt in meinen Augen auch die höheren Gebühren im Vergleich zur VIVO”, so Norbert Schussmann von der CSU. “Viele ältere Menschen sind gar nicht in der Lage ihre Tonnen selbst wieder aufzuräumen, deshalb sollten wir bei dem bisherigen Entsorgungssystem bleiben”, glaubt auch Toni Staudacher (CSU).

Papier und Biomüll wird in Tegernsee auch von den großen Müllautos der VIVO abgeholt

Abschließend muss jedoch gesagt werden, dass die Stadt Tegernsee nur die Restmüllbeseitigung eigenständig regelt. Sowohl die Bio-, als auch die blauen Papiertonnen werden wie in den anderen Gemeiden im Tal von der Vivo geleert. Diese Tonnen müssen die Besitzer sehrwohl selbst aufräumen. Warum erklärt Tegernseer Geschäftsleiter Hans Staudacher auf Nachfrage.

Unsere Fahrzeuge sind nicht auf die Beseitigung von Bio-und Papiermüll ausgelegt, daher ist hier auch die VIVO zuständig.


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