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Umstrittenes Polizeiboot auf dem Tegernsee

Teures “Spielzeug” oder Notwendigkeit?

Von Christopher Horn

Wie andere Seen in Bayern verfügt auch der Tegernsee über ein Polizeiboot. Da aber die Wasserwacht oder DLRG ebenfalls Boote besitzt, muss zumindest die Frage nach der Notwendigkeit erlaubt sein. Wie Gespräche nun ergeben haben, ist diese Frage jedoch gar so einfach zu beantworten.

Was macht die Polizei auf dem See?

Eine wichtige Aufgabe der Polizei, ist laut Wilhelm Sigel, Leiter der Polizeiinspektion Bad Wiessee, die Gewährleistung der Sicherheit der Menschen auf dem See. Darüber hinaus sind die Beamten zu Wasser damit betraut, Verstöße gegen den Umweltschutz zu ahnden. Die Einhaltung ausgewiesener Sperrzonen, die von Booten nicht befahren werden dürfen, gehört da ebenso dazu wie die Sanktionierung von Wasserverschmutzungen.

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Auch die Überprüfung der Fischer, um illegale Fischerei zu verhindern, steht auf der Tagesordnung. Die Beanstandungen und Aktionen der Polizei auf dem Wasser fangen dabei grundsätzlich schon bei einer nicht ausreichenden Beleuchtung von Seglern bei Seefesten an und enden bei der klassischen Bootsstreife auf dem Wasser, wie Sigel uns gegenüber vor einiger Zeit betonte.

Im gleichen Atemzug gibt der Polizeichef aber auch zu, “dass für die Rettung und Bergung von Menschen hauptsächlich die DLRG und die Wasserwacht zuständig sind”.

Weisungsbefugnis als Vorwand?

Zu den konkreten Einsatzzeiten und Einsatzursachen des Polizeibootes in den vergangenen zwei Jahren wollte sich Sigel hingegen nicht äußern. “Es handelt sich hierbei um dienstinterne Zahlen und Ereignisse, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind”, so die Begründung. Auch zu den Unterhaltskosten gab es keine Stellungnahme.

Eine Haltung, die zumindest Raum für Interpretation lässt. Ist die Polizei auf dem See nun fast ausschließlich mit der Ahndung von Regelverstößen beschäftigt, und wie umfangreich ist diese Tätigkeit letztlich wirklich?

Letztes Jahr im Sommer haben wir das Polizeiboot in Wiessee am Strandbad Abwinkl vor die Linse bekommen.
Letztes Jahr im Sommer haben wir das Polizeiboot in Wiessee am Strandbad Abwinkl vor die Linse bekommen. Das Boot an seinem Liegeplatz oder den Innenbereich der alten Hütte zu fotografieren, ist laut Polizei leider nicht möglich.

Laut Robert Künstner von der Wasserwacht Tegernsee ist sie zumindest an der Personenrettung nur marginal beteiligt. “Bei Rettungseinsätzen spielte die Polizei in den letzten Jahren auf dem Wasser keine große Rolle. Sie ist lediglich vom Land aus bei Einsätzen dabei.”

Eine Auffassung, die auch der erste Vorsitzende des Tegernsee Touring Yacht Club, Klaus Wilfert, teilt und betont, “dass Wasserwacht, DLRG und Feuerwehr für die Rettung von Personen ausreichen würden”.

Gleichwohl spricht Künstner der Polizei auf dem Wasser eine Daseinsberechtigung nicht ab. “Eine Präsenz der Polizei auf dem See ist schon allein deshalb vonnöten, weil den Rettungsorganisationen Wasserwacht und DLRG die Weisungsbefugnis bei der Ahndung von Umweltdelikten fehlt.”

Gemeinschaftsnutzung als Lösung?

Falls dies der Polizei jedoch als einzige Daseinsberechtigung für ihre Präsenz auf dem Wasser dient, muss die Frage erlaubt sein, ob dafür ein eigenes Polizeiboot notwendig ist. Wasserwacht und DLRG könnten Verstöße schließlich auch der Polizei melden und die Schuldigen so im Nachgang zur Rechenschaft gezogen werden. Wilhelm Sigel indes hält von Synergien oder gar einer Gemeinschaftsnutzung von Booten und Bootshütte mit der DLRG oder Wasserwacht unterdessen wenig. „Dafür sind wie gesagt die Aufgaben zu unterschiedlich.”

Ein tranparenterer Umgang der Polizei Bad Wiessee mit den tatsächlichen Einsatzzeiten ihres Polizeibootes wie auch der Art der Einsätze würde sicherlich zur Klärung der Frage nach der Notwendigkeit eines Bootes beitragen. Auch und vor allem weil die Polizei mit ihrem jährlichen Sicherheitsbericht zeigt, dass man sehr wohl Informationen an die Öffentlichkeit rausgeben kann.

Polizei-Chef Wilhelm Sigel ganz rechts zusammen mit Kollegen und den Tal-Bürgermeistern beim Sicherheitsgespräch 2011.

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