Kino an der Weißach
The Show can go on

von Maxi Hartberger

Es war ein Aufreger im vergangenen Jahr, als bekannt wurde, dass das Kino in Rottach schließt. Carmen Obermüller wagte dann jedoch den Neustart. Das ist jetzt gut acht Monate her. Läuft es jetzt besser?

Carmen Obermüller ist froh, dass sie das Kino an der Weißach übernommen hat.

Ostern 2016 hatte Julia Strelow nach einem harten Kampf um die Existenz des Kinos an der Weißach aufgegeben. Damals beklagte sie vor allem die fehlende Unterstützung seitens der Gemeinden. In einem Brief erklärte sie: „Die Gründe dürften mittlerweile hinlänglich bekannt sein: Zu hohe Kosten und gleichzeitig zu geringe Einnahmen. Wenn der Vermieter nicht eine völlig überzogene Miete kassieren würde, wenn es vielleicht doch eine Art von Förderung durch die Gemeinden gegeben hätte, wenn…wenn…wenn…“

Doch wenig später kam die gute Nachricht: Die Wiesseerin Carmen Obermüller wagte es und übernahm das Kino. Sie gestaltete die Säle, die Eingangshalle und die Theke neu. Rund acht Monate später ist sie rundum zufrieden mit ihrem Projekt: „Ich bin sehr glücklich, dass ich diesen Schritt damals gewagt habe.“

Kino noch in der Aufbauphase

Die Besucher seien sehr zufrieden und auch positiv überrascht über die neuen Räumlichkeiten: „Die meisten freuen sich einfach, dass das Kino erhalten wurde.“ Doch noch sei man in der Aufbauphase: „Es gibt immer noch Leute, die gar nicht wissen, dass es noch ein Kino am Tegernsee gibt – da muss man eben noch ein bisschen dran arbeiten.“

Künftig will Obermüller auch wieder mehr Jugendliche zu einem Kino-Besuch animieren. Daher sei es auch ein bunt gemischtes Programm: „Von Blockbustern wie ‘Fifty Shades of Grey’ über Kinderfilme bis hin zu Live-Übertragungen aus der Metropolitan Opera ist alles mit dabei.“ Vor allem letztere Vorstellungen seien immer ausverkauft:

Im Mai läuft das neue Opern-Programm an – viele sind schon ganz gespannt darauf. Das freut mich natürlich sehr, dass dieses Angebot so gut angenommen wird.

Die Besucherzahlen seien an einem Abend ganz unterschiedlich, erklärt die Kino-Besitzern: „Die schwanken immer zwischen 20 und 100 Personen. Das ist aber natürlich auch immer vom Wetter und der Jahreszeit abhängig.“ Die angedachten Besucherzahlen habe man aber erreicht.

Künftig will Obermüller auch öfter ältere Filme zeigen, die direkt mit dem Tal zu tun haben. „Geplant sind Filme über Leo Slezak oder zum Beispiel Ludwig Thoma.“ Auch soll bald der neuer Film mit dem Titel „Jahreszeiten am Tegernsee“ anlaufen – „der ist dann sowohl was für Einheimische als auch für Urlauber.“


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