In der toten Zeit: Patienten zur Behandlung ins Tal locken
Thun will „keinen Jodelkitsch“

von Klaus Wiendl

Große Beachtung fand heute Nachmittag die Eröffnung einer Ausstellung über die Architektur im Alpenraum. Etliche Bürgermeister fanden sich in Bad Wiessee ein. Sie erfuhren nicht nur weitere Details über die Ausgestaltung der neuen „Sportsclinic“ und des Badehauses. Architekt Matteo Thun plädierte gegen den sogenannten “Jodelkitsch” am Tegernsee.

In ihren Händen liegt die Zukunft von Bad Wiessee: Florian Kamelger (SME Sports Medicine Exellence Group), Architekt Matteo Thun und Peter Höß (Bürgermeister).
In ihren Händen liegt die Zukunft von Bad Wiessee: Florian Kamelger (SME Sports Medicine Exellence Group), Architekt Matteo Thun und Peter Höß (Bürgermeister).

Bad Wiessee müsse neue Wege bei seiner Planung gehen. Denn der Jodelkitsch passe nicht in die nächsten 20 Jahre, appellierte Matteo Thun an die sehr zahlreichen Zuhörer in der Wandelhalle. Man sei den nächsten drei Generationen etwas schuldig und nicht den scheinbaren Wünschen der Gäste aus Wuppertal oder Hamburg nach einem Jodelkitsch wie in Tirol, der nicht in das Tal passe.

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„Ein Zeitgeist darf hier nicht auftauchen. Hier ruft man sonst vielleicht sechs Monate in der Hotellerie Hurra. Das Ziel des neuen Klinikhotels muss es sein, vor allem in der toten Zeit von Herbst und Winter genügend Patienten zur Behandlung in dieser Zeit zu motivieren“, so Thun zu seinen Überlegungen.

Gute Architektur als Leitmotiv

„Jedes der drei in Wiessee geplanten Hotels wird eine andere Ausrichtung bekommen. Sie werden das Ortsbild entscheidend prägen“, begrüßte Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block) die Gäste. Deshalb solle man sich hier an den „guten Beispielen“ der Ausstellung orientieren.

Ein Entwurf von Matteo Thun für das neue Badehaus in Bad Wiessee.
Ein Entwurf von Matteo Thun für das neue Badehaus in Bad Wiessee.

Auch Eigentümer von bereits bestehenden Häusern könnten sich hier noch viele Anregungen holen. „Gute Architektur von heute hat auch in 100 Jahren noch ihren Wert“, ist das Leitmotiv dieser Ausstellung.

Ein ausführlicher Bericht folgt am Sonntag auf der Tegernseer Stimme.

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