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Auf der Suche nach aktiven Helfern

Tierschutzverein in Not

Von Anita Westphal

Mit rund 100 Mitgliedern steht der der Holzkirchner Tierschutzverein gut da – aber nur auf dem Papier: „Wir brauchen dringend jüngere, aktive Helfer“, sagt die Vorsitzende Barbara Meder. Denn viele Aufgaben bleiben liegen: Von der telefonischen Erreichbarkeit bis zur kurzfristigen Aufnahme von Fundtieren.

Barbara Meder ist Vorsitzende des Tierschutzvereins Holzkirchen und Umgebung. Sie hat vier Kinder, ist berufstätig und zeigt noch dazu ehrenamtlich ihr Herz für Tiere.
Barbara Meder ist Vorsitzende des Tierschutzvereins Holzkirchen und Umgebung. Sie hat vier Kinder, ist berufstätig und zeigt noch dazu ehrenamtlich ihr Herz für Tiere.

Ein Aufruf im Juli-Gemeindeblatt hatte schon einige wenige Interessierte aktiviert, berichtet Meder: „Es sind Männer zwischen 50 und 65 dabei.“ Das freut die Vorsitzende: „Die bleiben am ehesten.“ Dabei sind die Leerstellen noch lange nicht alle besetzt.

Der Anrufbeantworter des Vereins verkündet schon seit längerem, dass das Telefon nicht regelmäßig besetzt ist und nur „im Rahmen der Möglichkeiten“ zurückgerufen werden kann. Das beste Kommunikationsmittel sei die E-Mail: „Da reagiere ich recht zeitnah“. Um die Anforderungen zu stemmen, arbeitet der Tierschutzverein Holzkirchen und Umgebung e.V. eng mit verschiedenen Stellen zusammen, betont die Vorsitzende.

Darunter sind eine Tierärztin, die Greifvogel-Auffangstation in Otterfing, die örtliche Polizei sowie die Tierheime in München und Rottach-Egern. Verletzte Tiere können also relativ schnell versorgt werden. Auf der Homepage des Tierschutzvereins Holzkirchen und Umgebung finden sich Anlaufstellen für dringende Notfälle.

Wenn der Dackel zu oft bellt

Für Meldungen über Tierquälereien ist der Amtstierarzt zuständig. Bei Nachbarschaftsstreitigkeiten über den bellenden Dackel bis hin zur pinkelnden Katze muss der Verein ohnehin passen. Manchmal wünscht sich Meder auch einfach mehr Eigenitiative von Anrufern oder Mail-Schreibern: „Wer über Tage ein verletztes Tier im Garten hat, könnte selbst auf die Idee kommen, es zum Tierarzt zu bringen.“ Einen Hol- und Bringservice, wie ihn Manche erwarten, kann der Verein nicht leisten.

Dringend gesucht werden Igelspezialisten, die sich im Spätherbst und Winter um untergewichtige Stacheltiere kümmern. Ebenfalls auf der Wunschliste: Jemand, der kurzfristig ein Fundtier bei sich aufnehmen kann. Dank implantiertem Mikrochip könnten entlaufene Hunde oder Katzen relativ schnell wieder ihrem Besitzer zugeordnet werden, so die Vereinssprecherin. Mit unkontrollierbar wachsenden Katzenkolonien gibt es derzeit zwar kaum Probleme. Aber das könne sich überraschend schnell ändern, heißt es: „Das Kastrationsprojekt könnte Unterstützung gebrauchen.“

Darüber hinaus wünscht sich der Verein auch Hilfe für eher administrative Aufgaben. Die Homepage beispielsweise ist deutlich in die Jahre gekommen und müsste gepflegt werden. Öffentlichkeitsarbeit ist ein zentrales Thema. Infostände, Schulbesuche, Presse-Informationen: All diese Aktivitäten liegen weitgehend brach.

Mehr wissen und Spaß haben

Was nur nach Arbeit klingt, macht Spaß. Da ist einmal der Umgang mit den Tieren und: „Wir treffen uns regelmäßig alle paar Wochen zum Ratschen und zum Erfahrungsaustausch, eine ganz nette Geschichte“, betont Meder. Wer Interesse hat, wird gerne eingewiesen. Und wer es ganz genau wissen will, kann sich kostenlos oder mit Vereinszuschuss fortbilden.

„In der Akademie des Deutschen Tierschutzbundes gibt es tolle Angebote“, schwärmt die Vorsitzende. Man könne sich bis zum „Tierschutzlehrer oder – berater“ hocharbeiten, oder einfach nur mehr über Verhalten und artgerechtes Leben von Haus-, Wild-, oder Nutztieren lernen.

Die Ausrede „keine Zeit“ zählt für die aktive Tierschützerin nicht so recht. Die 44-Jährige hat neben ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit vier Kinder im Alter zwischen 4 und 12 JAhren, ein Pferd, zwei Hunde, eine Katze sowie Kaninchen. Dazu ist sie noch berufstätig. Sie hofft jetzt auf Menschen, die ihre Prioritäten zumindest zeitweise, aber zuverlässig in Richtung Tierschutz verschieben möchten.

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