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Waakirchner Bürgerinitiative protestiert gegen starken Verkehr

„Tödliche Ortsdurchfahrt“: Plakat zerstört

Von Christopher Horn

Aktualisierung vom 16. November / 15:54 Uhr
Rainer Küppers von der Bürgerinitiative „Verkehr in der Gemeinde Waakirchen“ ist sauer. In der Nacht auf Sonntag haben sich Unbekannte eines der umstrittenen Warnhinweise angenommen.

Auf dem Schild stand: „Diese Ortsdurchfahrt kann tödlich sein“. Nun ist es kaputt

Dieses Schild an der Ortseinfahrt
Dieses Schild an der Ortseinfahrt ist heute Nacht zerschnitten worden.

Am westlichen Ortseingang von Waakirchen war der provokative Warnhinweis für alle sichtbar. Wie Rainer Küppers in einer Pressemitteilung im Namen der Bürgerinitiative schreibt, betraf das Banner die für Verkehrsteilnehmer und für Gemeindebürger riskante Ortsdurchfahrt der B472. Die amtlichen Zahlen: Rund 14.000 Fahrzeuge, davon etwa 1.000 LKW, wälzen sich täglich durch den Ort. Die Meinung der Bürgerinitiative: So kann es nicht bleiben.

„Das Banner schien provokant, die Aussage war aber völlig richtig“, betont Küppers und verweist auf mehrere schwere Unfälle in den letzten Jahren, einige mit tödlichem Ausgang. Außerdem gebe es eine schleichende Wirkung der Straße auf Gesundheit und Lebensqualität der Bürger. Unbekannte haben nun das Plakat in den Nachtstunden beziehungsweise frühen Morgenstunden des 16. November zwischen 00.30 Uhr und 06.00 Uhr zerschnitten.

Den Schaden schätzt die Polizei Bad Wiessee, die mittlerweile mit dem Fall betraut ist, auf 70 Euro. Kritiker, die nicht der gleichen Meinung sind wie die Initiative, können sich laut Küppers am besten direkt melden. Entweder mit eigenen Kommentaren oder Anregungen an info@nwgw.org, bei facebook.com/BI.Waakirchen oder im direkten Gespräch. Das Zerschneiden der Banner sei auf alle Fälle kein Weg, die Initiative mundtot zu machen.

Ursprünglicher Artikel vom 7. November 2014
Die Bundesstraße 472 durch Waakirchen ist ein Verkehrsbrennpunkt. 14.000 Fahrzeuge rauschen dort täglich durch. Der Wunsch nach einer Umgehungsstraße ist groß. Seit gestern Abend sorgt die Bürgerinitiative Verkehr mit einem Schild am Ortseingang für Aufregung.

waakirchen banner 3

„Diese Ortsdurchfahrt kann tödlich sein.“ Dieser durchaus drastische Warnhinweis ist seit gestern Abend für jeden zu sehen, der über die Bundesstraße 472 von Tölz kommend die Ortseinfahrt Waakirchen passiert. „An dieser Stelle sind schon viele Unfälle passiert. Wir wollen mit dem Banner zeigen, dass die Ortsdurchfahrt so nicht bleiben kann“, erklärte der Vorsitzende der Initiative, Rainer Küppers. Im März hatte genau an dieser Stelle ein schlimmer Unfall für Entsetzen gesorgt.

Um dieser Forderung weiteren Nachdruck zu verleihen, haben bislang Unbekannte nun zusätzlich Grablichter unter das Transparent gestellt. Auch am Waakirchener Orsteingang, durch den man von Schaftlach kommend fährt, hängt ein solches Plakat. Dort heißt es: „Herr Verkehrsminister, weg mit dem Durchgangsverkehr.“ Man werde morgen noch weitere Plakate an anderen Punkten in Waakirchen platzieren, kündigte Küppers weiter an. Wo genau, wollte er allerdings nicht verraten.

Der Bürgermeister findet es gut

Waakirchens Bürgermeister kann der Aktion der Bürgerinitiative indes durchaus etwas Positives abgewinnen. „Ich finde es gut, wenn sich die Bürger engagieren und sich für diese wichtige Sache einsetzen“, meint Sepp Hartl. Lediglich über die Wortwahl auf dem Schild könne man streiten, so der Waakirchner Rathauschef weiter.

Dass der Verkehr im Ort weniger werden muss, ist auch den Verantwortlichen im Waakirchner Rathaus seit Jahren bewusst. Auf der Suche nach einer Möglichkeit zur Linderung der Verkehrsbelastung im Ort kommen die Verantwortlichen nicht so recht voran. In erster Linie gilt nun die Hoffnung, dass Waakirchen in die höchste Dringlichkeitsstufe des sogenannten Bundesverkehrswegeplans (BVWP) aufgenommen wird. Denn der Wunsch nach einer Umgehungsstraße ist groß.

Fahrzeuge donnern täglich durch Waakirchen, auch viel Güter- und Schwerlastverkehr ist darunter.
Fahrzeuge donnern täglich durch Waakirchen, auch viel Güter- und Schwerlastverkehr ist darunter.

Das entscheidet sich aber erst im kommenden Jahr. Bürgermeister Sepp Hartl glaubt indes nicht an eine baldige Lösung des Problems. Selbst wenn Waakirchen in die höchste Dringlichkeitsstufe des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen werde, fehle es im Bund derzeit an den nötigen Mitteln, so Hartl im September im Gemeinderat.

Die Sanierung von Autobahnen und Brücken genießt momentan Vorrang. Aus diesem Grund prophezeite Hartl im September: „Erst in 20 bis 30 Jahren können wir mit einer Ortsumgehung rechnen.“ Die Verantwortlichen der Bürgerinitiative und auch Waakirchens Dritter Bürgermeister Rudi Reber (Aktive Bürgervereinigung) wollen so lange indes nicht warten.

Reber hat bereits eine Kundegebung angekündigt. An einem Samstagnachmittag im Herbst sollen rund um das Löwendenkmal Informationsstände aufgestellt und Reden zum Thema gehalten werden.

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