Tote Renken im Aquadome? Wir haben nachgefischt

„Im Aquadome in Bad Wiessee schwimmen zwei tote Renken“, so ein aufgeregter Besucher am vergangenen Wochenende. Die Becken seien unsauber, und die Fische an den Flossen mit Pilzen befallen. Ein Auftrag für die TS.

Am vergangenen Freitag war ein Veterinärmediziner vor Ort und hat die toten Fische entfernt.

Samstagnachmittag in Bad Wiessee. Der Himmel blau, die Sonne strahlt. Am Ufer des Tegernsees tummeln sich die Badegäste. Die Außenplätze am Bistro im Aquadome sind voll besetzt, die Stimmung ausgelassen. Mittendrin baumeln zwei rote Luftballonherzen, während Promi-Fischer und Bistro-Chef Christoph von Preysing zwischen seinen Gästen hin und her wuselt.

Zeit für uns, ins Aquadome – das begehbare Süßwasser-Aquarium – zu schauen und nach den toten Renken Ausschau zu halten, auf die uns ein TS-Leser aufmerksam gemacht hat. Ein weißes Sekret sollen sie gehabt haben – und Pilze an den Flossen.

Fehlanzeige. Kein toter Fisch mehr in den zirka 60.000 Liter fassenden Becken. Dafür entdecken wir am Beckenboden lauter weiße, pusteblumenähnliche „Flocken“. Ein schlechtes Zeichen für die Wasserqualität?

„Alles in Ordnung“ laut Christoph von Preysing

„Ach wos“, winkt der kurz darauf angesprochene Christoph von Preysing ab. Das seien Algen, die zur Zeit besonders stark wachsen würden. Das Wasser für die Fische im Aquadome komme direkt aus dem Tegernsee, sagt er. Schließlich werde im Aquadome der natürliche Lebensraum der Fische dargestellt. Aus sechs Metern unter dem See pumpe man immer wieder frisches Wasser in die Becken.

Im Sommer haben wir eine problematische Zeit. Weil mehr Nährstoffe im Wasser sind, wachsen auch mehr Algen.

Es sei völlig normal, dass bei 500 Renken, die sich im Aquadome befinden, der ein oder andere Fisch stirbt. Als Chef der Fischerei am Tegernsee könne er sagen, dass bei 100.000 Fischen die Sterberate bei zehn Prozent liege. Gestern sei außerdem der Tierarzt dagewesen und habe bestätigt, dass alles in Ordnung sei. Ein neues Filter sei außerdem eingebaut worden.

Der Beckenboden ist mit einer Schicht aus weißen Flocken übersät.

Noch am Freitag informierte ein anderer Besucher des Aquadomes das Miesbacher Landratsamt über den „schlechten Zustand der Fische“. Daraufhin machte sich der Leiter des Fachbereichs „Veterinärmedizin und Verbraucherschutz“, Raimund Hartinger, sofort auf den Weg, um sich vor Ort ein eigenes Bild von der Situation zu machen.

Wie der Pressesprecher des Landratsamtes, Birger Nemitz, auf Nachfrage mitteilt, habe der Mediziner noch am selben Tag in dieser Angelegenheit mit Christoph von Preysing gesprochen. Nach Auskunft des Veterinärmediziners habe er bei den toten Fischen kleinere Läsionen, also Verletzungen an der Haut, festgestellt.

Diese seien jedoch darauf zurückzuführen, so der Mediziner, dass es sich bei den Renken um Wildfänge handele, die mit dem Netz gefangen werden. Ein grundsätzliches oder strukturelles Problem bestehe seiner Meinung nach allerdings nicht. Die toten Fische seien sofort entfernt worden.


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