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TegernseeCard: Gespräche zwischen Ministerium und Seenschifffahrt stocken

Touristen fahren weiter zum vollen Preis

Von Christopher Horn

Vermieter und Touristiker wünschen sich seit Längerem eine Einbindung der Tegernseer Seenschifffahrt in die TegernseeCard. Die Gästekarte gibt es seit 2010. Sie bietet Urlaubern im Tal zahlreiche Vergünstigungen.

Ob künftig auch das Fahren mit dem Schiff zu diesem Angebot hinzukommt, ist weiter offen. Die Verhandlungen zwischen Vertretern der Schifffahrt und dem Bayerischen Finanzministerium sind ins Stocken geraten.

Ob Touristen mit der Tegernsee Card auch die Seenschifffahrt günstiger nutzen können, ist weiterhin ungewiss. Archivbild
Ob Touristen mit der TegernseeCard auch die Seenschifffahrt günstiger nutzen können, ist weiterhin ungewiss. Archivbild

Im September 2013 übergab der Rottacher Vermieter Heinz Waldenmaier im Namen der Verkehrsvereine ein Bündel Schreiben an Ministerpräsident Horst Seehofer. Darin war der Wunsch enthalten, künftig auch die Tegernseer Schifffahrt mit in das Angebot der TegernseeCard aufzunehmen. Damit sollte der politische Druck auf die Schifffahrt erhöht werden. Denn diese ist zwar ein privates Unternehmen, untersteht aber zu hundert Prozent dem Bayerischen Finanzministerium. „Wir hoffen, dass uns das etwas bringt“, so Waldenmaier damals.

Aktueller Stand ist ungewiss

Und dieser Wunsch schien zunächst auch in Erfüllung zu gehen. Zwischenzeitlich gab es mehrere Gespräche zwischen Vertretern der Bayerischen Seenschifffahrt und Verantwortlichen des Bayerischen Finanzministeriums. Wie genau der derzeitige Stand ist und wie hoch die Chancen sind, dass die Schifffahrt schon im kommenden Jahr bei der TegernseeCard mit ins Boot geholt werden kann, ist derzeit allerdings unklar.

„Die Gespräche laufen noch und dauern auch weiterhin an“, erklärt Horst Wolf, Sprecher des Bayerischen Finanzministeriums. Einen konkreten Zeitplan haben die Verantwortlichen dabei aber wohl nicht. Wie aus Kreisen des Ministeriums zu hören ist, wurde bislang noch kein neuer Gesprächstermin vereinbart. Auch Lorenz Höß, Betriebsleiter der Seenschiffahrt, zeigt sich skeptisch.

„Es gibt derzeit keinen neuen Stand. Hier hat sich seit einiger Zeit nichts Neues ergeben. Es ist eigentlich ein Runder Tisch mit allen Beteiligten geplant. Einen genauen Termin kenne ich allerdings nicht“, so Höß. Und auch im Finanzministerium ist man nicht viel weiter. Von einem solchen Runden Tisch sei ihm nichts bekannt, erklärt Sprecher Wolf.

Will die Schifffahrt überhaupt mitmachen?

Das ist zumindest erstaunlich, da die Zeit eigentlich drängt. Will man die Seenschifffahrt schon ab der kommenden Saison in das Angebot der TegernseeCard integrieren, muss bis zum Frühsommer eine Vereinbarung getroffen werden. Sonst heißt es, weiter warten. Dabei drängt sich allerdings die Frage auf, ob eine solche Einbindung von Seiten der Verhandlungspartner überhaupt gewollt ist. Dazu findet Betriebsleiter Höß deutliche Worte:

Die Fakten liegen auf dem Tisch. Wir haben mehrfach betont, dass eine Einbindung in die TegernseeCard problematisch ist.

Denn aus Sicht der Seenschifffahrt ist die Einbindung weiterhin weder sinnvoll noch wirtschaftlich tragbar. Die Summe, die man bei einer Beteiligung an der TegernseeCard aus den Einnahmeerlösen bekommen würde, sei laut Meinung der Verantwortlichen einfach zu gering. Der gegenüber dem regulären Preis insgesamt eingeräumte Nachlass wäre somit nicht vertretbar. Daher lehnt die Seenschifffahrt eine Beteiligung an der TegernseeCard zu den derzeitigen Konditionen weiter ab.

Gleichzeitig will man sich aber nicht dem Vorwurf aussetzen, zu wenig in das touristische Angebot im Tal zu investieren. Das Angebot als touristischer Dienstleister sei besonders am Tegernsee äußerst attraktiv. Hier gibt es in den Gemeinden Tegernsee, Bad Wiessee und Rottach-Egern je drei Anlegestege. „Das ist am Starnberger See oder am Ammersee nicht der Fall“, erklärte der Geschäftsführer der Seenschifffahrt, Walter Stürzl, bereits im Sommer vergangenen Jahres.

Lorenz Höß und andere  Verantwortliche der Seenschiffahrt sehen die Einbindung in die Tegernsee Card skeptisch. Archivbild
Lorenz Höß und andere Verantwortliche der Seenschifffahrt sehen die Einbindung in die TegernseeCard skeptisch / Archivbild

Voraussetzung für eine Kooperation ist für Stürzl allerdings eine Win-Win-Situation, bei der alle Kooperationspartner Vorteile hätten. „Das ist hier aber nicht der Fall“, so der Geschäftsführer weiter. Aus Sicht der Seenschifffahrt ist jetzt also das Bayerische Finanzministerium am Zug. „Wenn man entscheidet, dass wir teilnehmen sollen, dann müssen sich die Verantwortlichen im Ministerium auch Gedanken um die Finanzierung machen“, betont Lorenz Höß.

Im Ministerium will man sich dazu allerdings öffentlich nicht äußern. Und so scheint eine Einbindung weiterhin fraglich. Den Vermietern und Touristikern ist das allerdings ein Dorn im Auge. Sie kündigten bereits im Februar an, sich notfalls nochmals persönlich an den Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer wenden zu wollen. Dieser hatte das Thema im vergangenen Jahr eigentlich zur Chefsache erklärt.


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