Gülle auf abenteuerlicher Reise
Traktor entlaufen

von Simon Haslauer

Gestern hatte es die Polizeiinspektion Miesbach mit einem Ausreißer zu tun. Tonnenschwer und mit tausenden Litern Gülle ging es querfeldein über die Bundesstraße und in den nächsten Wald.

Gestern, gegen 14.15 Uhr, ging bei der Polizei Miesbach eine scheinbar normale Mitteilung ein. Auf der B 472 Richtung Irschenberg kommend ist ein Traktor in den Graben gefahren. Eine Person ist eingeklemmt. Die Polizei reagierte schnell, traf die entsprechenden Vorbereitungen und machte sich auf den Weg. Vor Ort sah die Situation doch etwas anders aus.

Mit 8.000 Liter Gülle aus dem Staub gemacht

Die Beamten erkannten schnell, dass es zu keinem Personenschaden gekommen ist. Ein 45-jähriger Landwirt aus Irschenberg wollte eigentlich nur mit seinem Traktor und seinem 8.000 Liter Güllefass auf die Wiese. Das ging gehörig schief.

Als er stoppte um den Weidezaun zu öffnen, machte sich sein Gespann selbstständig. Ab ging es auf die Straße Riegasteig in Richtung Bundesstraße. Dort angekommen überquerte der Traktor diese und fuhr schnurstracks weiter geradeaus Richtung Wald – ins Unterholz.

Dort war dann aber auch endgültig Schluss, der Traktor blieb im Bachbett eines Leitzachzuläufers liegen, teilt die Polizei mit. Durch den Aufschlag wurde die Vorderachse des Schleppers herausgerissen, es liefen Betriebsstoffe und etwas Gülle in den Bach.

Drei Feuerwehren für ein Halleluja

Die Feuerwehren Miesbach, Parsberg und Irschenberg kamen dazu und verhinderten gemeinsam weiteren Schaden. Zuständige Mitarbeiter vom Landratsamt und des Wasserwirtschaftsamtes wurden ebenfalls dazugeholt. Während der Spritztour über die Bundesstraße wurde glücklicherweise auch niemand verletzt. Die Polizei teilt mit:

 

Es grenzt schon fast an ein Wunder, dass gerade zu der Zeit, als das Gespann die Bundesstraße querte, kein anderer Verkehrsteilnehmer auf der B 472 unterwegs war.

 

Die Bergung des verkeilten Gespanns übernahm ein ortsansässiger Abschleppdienst. Die B 472 musste für rund 1,5 Stunden gesperrt bleiben. Am Traktor selbst entstand ein Schaden von rund 30.000 Euro, am Güllefass zählt man 10.000 Euro Schaden.

Schlussendlich lobt die Polizeiinspektion Miesbach sämtliche Helfer. “Bemerkenswert war das Engagement und routinierte Arbeiten der eingesetzten Männer der Feuerwehr und des Abschleppdienstes”, erklärt Polizeihauptkommissar Josef Scheben.


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