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Rätselraten um Gedenktafel an der Wiesseer Seepromenade

Trauer um ertrunkene Flüchtlinge

Von Klaus Wiendl

Unmittelbar am Tegernsee wird „in tiefer Trauer den Ertrunkenen im Mittelmeer“ gedacht. Wer hinter dieser Initiative steht, ist nicht bekannt. Genauso wenig, ob damit ein Bezug zur Bürgerversammlung am 1. Juli hergestellt werden soll, in der Bürgermeister Höß die Bevölkerung für das Thema Flüchtlinge sensibilisieren will.

Wer hat die Gedenktafel mit Kruzifix ausgelegt? Niemand will die Aktion in Bad Wiessee bemerkt haben.
Wer hat die Gedenktafel mit Kruzifix ausgelegt? Niemand will die Aktion in Bad Wiessee bemerkt haben.

Wen man auch in Wiessee fragt, niemand will das Auslegen der beschrifteten Holztafel samt rosendekoriertem Kruzifix bemerkt haben. „Ich habe keinerlei Informationen über diese Aktion“, muss Bürgermeister Peter Höß einräumen. Auch beim Bootsverleih Grieblinger und dem Gastronomie-Betrieb Blümer hat man keine Kenntnis.

Fraglich bleibt damit auch, ob es einen Zusammenhang mit der Bürgerversammlung am kommenden Mittwoch gibt. Denn dort will Höß die Wiesseer mental auf die Ankunft von etwa 40 Asylbewerbern vorbereiten, die im Juli im ehemaligen Hotel Haus Rheinland unterkommen sollen. Die Gemeinde hat es Ende vergangenen Jahres für 1,15 Millionen Euro gekauft und vermietet es nun an das Landratsamt. Nur vorübergehend soll das Gebäude aus dem Jahr 1932 mit bislang 28 Gästebetten als Asylunterkunft dienen. Höß spricht von zwei Jahren.

Große Investitionen in eine Flüchtlingsunterkunft

Derzeit wird die Elektrik für 30.000 Euro nachgerüstet, da diese dem Brandschutz nicht genügte. Diese Maßnahme wird insgesamt etwa 50.000 Euro verschlingen. Damit auch das Obergeschoss genutzt werden kann, wurde ein Stahlgerüst als Außentreppe an der straßenabgewandten Westseite angebracht. Die Freilufttreppe ist als Rettungsweg gedacht.

Das ist erstaunlich. Denn für die Hotelgäste gab es in den vergangenen Jahrzehnten diesen Fluchtweg nicht. Diese Treppe gehört dem Landratsamt und muss wiederum von der Gemeinde gemietet werden.

Die angebaute Treppe soll den künftigen Bewohnern als Fluchtweg dienen. Der Eigentümerin, die noch im Haus lebt, versperrt das Konstrukt den Zugang zur Doppelgarage.
Die angebaute Treppe soll den künftigen Bewohnern als Fluchtweg dienen. Der Eigentümerin, die noch im Haus lebt, versperrt das Konstrukt den Zugang zur Doppelgarage.

Für die ehemalige Eigentümerin Ilse L., die noch ein Wohnrecht bis zum Abriss des Gebäudes hat, ist es ein „unglaublich hässlicher Anbau“, der ihr direkt vor die Doppelgarage gesetzt wurde. Die 96-Jährige sitzt nicht mehr selbst am Steuer, sie hat ihren Führerschein abgegeben.

Inzwischen mache ihr Sohn für sie die Besorgungsfahrten. Aber der hätte gerne noch die Garage genutzt. Zu spät. Das Stahlgerüst steht. Wer weiß, wie lange. Ob die Rechnung für Bad Wiessee aufgeht?


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