Trommeln gegen den Blues

von Maxi Hartberger

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Mit ihren Trommeln begeisterten sie bereits das Publikum am Tegernsee. Dabei ist Gemeinschaftsgefühl in der senegalesischen Band Jant Bi größer denn je. Doch was passiert mit der Asylbewerber-Combo, wenn die Tegernseer Turnhalle als Unterkunft aufgelöst wird?

„Die Musik und vor allem das Trommeln ist für sie wie eine Art Seelentrost“, erzählt Arwen Haase vom Helferkreis Tegernsee. Dabei spricht sie von der senegalesischen Band „Jant Bi“, die mit ihren Trommeln erstmals im Februar das Publikum begeisterte.

Doch vor allem für die zwölf Asylbewerber selbst ist die Band wichtiger Bestandteil ihres neuen Alltags in Deutschland. Seit ihrem ersten Auftritt vor zwei Monaten im Tegernseer Pfarrsaal sei laut Haase der Zusammenhalt der Trommler noch größer geworden, „sie sind quasi untrennbar geworden.“

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Außerdem kämen immer wieder neue Musikbegeisterte zu der Gruppe dazu, denn für die Asylbewerber habe das Trommeln eine besondere Bedeutung:

Wenn sie Musik machen, rücken all ihre Probleme in den Hintergrund. Es ist wie eine Art Therapie für sie.

Deshalb wurde auch nach ihrem ersten Konzert fleißig geprobt. „Meistens wurde im Lagerraum der Tegernseer Turnhalle getrommelt.“ Da man damit jedoch den ein oder anderen „Mitbewohner“ gestört habe, sei man bei schönem Wetter zum Musizieren raus in die Natur. „Dennoch hat sich die Suche nach einem Proberaum leider als riesiges Problem rausgestellt“, bedauert die Helferin.

Davon lässt sich „Jant Bi“ aber nicht unterkriegen. Mit den Spendengeldern von ihrem Auftritt haben sich die Musiker neue Trommeln bestellt. „Gleich nach Ostern sind vier neue Djembés aus dem Senegal eingetroffen“, berichtet Haase. Sie hoffe, dass sich das Problem mit dem Proberaum auch bald erledigen würde.

Trennung durch die Räumung der Tegernseer Turnhalle?

Doch die Betreuerin der Band hat eine weitere Sorge: Für den 25. April ist der Auszug der restlichen Asylbewerber aus der Tegernseer Turnhalle geplant – an sich eine freudige Nachricht, auch für Haase. Doch „die Menschen aus Afrika pflegen ein großes Miteinander“ und so befürchtet Haase, dass die Gruppe durch den Umzug getrennt werden könnte.

Hier hatten die Senegalesischen Trommler ihren ersten Auftritt in Tegernsee - organisiert und betreut wird die Band von Arwen Haase (rechts im Bild)
Hier hatten die Senegalesischen Trommler ihren ersten Auftritt in Tegernsee – organisiert und betreut wird die Band von Arwen Haase (rechts im Bild)

Zwar kündigte das Landratsamt an, dass ein Großteil in die Traglufthalle in Holzkirchen verlegt würde, doch Haase hat dennoch Sorgen. Um diesen entgegen zu wirken, sei sie und die Band derzeit damit beschäftigt, ein kleines Abschiedskonzert für die Asylbewerber in der Turnhalle in Tegernsee zu organisieren.

Ende April soll sogar ein weiterer Auftritt folgen – diesmal in Warngau. Insgesamt hat Haase nur ein wichtiges Anliegen: „Ich würde mir wirklich von Herzen wünschen, dass diese Gruppe in Zukunft zusammen bleibt und weiter ihre Leidenschaft zur Musik teilen kann.“

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