Über allen Gipfeln in Ruh …

von Ursula Weber

Vor über 240 Jahren hat Goethe sein bekanntes Gedicht “Wandrers Nachtlied” in den Thüringer Bergen verfasst. Abseits von der Enge der Stadt und weit weg von den “Klagen, den Verlangen, der Unverbesserlichen Verworrenheit der Menschen” zeichnete er es an die Wand einer kleinen Jagdhütte.

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Die seelenvolle Abendstimmung am Kickelhahn hatte ihn so ergriffen, dass er seinem Gemüt in diesen malerischen Zeilen Ausdruck gab und sie auf die Holzwand schrieb:

Ueber allen Gipfeln
Ist Ruh`,
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur! Balde
Ruhest du auch


Goethe fängt mit seinen Gedanken eine Athmosphäre ein, wie sie auch oft bei uns im Tegernseer Tal zu spüren ist. Zumindest für jene, die sich immer wieder aus der Betriebsamkeit des Alltags zurückziehen, insbesondere jetzt im Advent. Die das Gefühl der staaden Zeit kennen, die sich eigentlich das ganze Jahr über erfahren lässt, zumindest wenn man die Stille in sich selber aushält …

Denn dann wird die ursprüngliche Ruhe des Tals wieder fühlbar. Man taucht in das wohltuende Schweigen der Wälder ein. Lässt sich vom Anblick der lautlosen Naturschauspiele verzaubern. Von feinen Nebelschleiern, von goldleuchtenden Lärchenspitzen, von zartem Blau zwischen wattigweißen Wolken … Denn über allen Gipfeln ist Ruh.

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