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Dauer-Aufreger Lkw - Bundesstraße als möglicher Schleichweg

Überrollen Trucks das Tal?

Von Mirja Tsioumanis

Lkw reiht sich an Lkw: Kann es sein, dass der Schwerverkehr im Tal zugenommen hat? Eine Vermutung, die einen bei der Einfahrt nach Gmund leicht überkommt. Nur schleppend ging es in letzten Tagen voran. Als Schuldige werden stets die vielen Trucks ausgemacht. Zu recht? Die TS hat nachgefragt.

Dicht an dicht reihen sich die Lkws am Gmunder Berg. Zufall oder Ergebnis einer stetigen Zunahme?
Dicht an dicht reihen sich die Lkws am Gmunder Berg. Zufall oder Ergebnis einer stetigen Zunahme?

Sie werden als Krachmacher, Luftverpester und Sicherheitsrisiko dargestellt. Seit jeher haben Lkw mit einem großen Negativimage zu kämpfen. Auch im Tal werden die Giganten der Straßen kritisch beäugt. In einer Ferienregion, die mit Schlagworten wie Ruhe und Ländlichkeit wirbt, gehören Trucks eher zu den Störenfrieden.

Und wenn dann auch noch mehrere Lkw-Züge hintereinander gesichtet werden, fühlt man sich schnell in der Annahme bestätigt, dass der Schwerverkehr zugenommen habe. Doch was ist dran an der Vermutung? Keine Frage, das Thema ist sensibel und eines bei dem Verstand und Gefühl nicht immer konform gehen.

Nur mit Sondergenehmigung ins Tal

Bei der Polizeiinspektion Bad Wiessee, die von Berufs wegen ein Auge auf die Brummifahrer haben sollte, ist der Standpunkt klar: „Einen signifikanten Anstieg in der letzten Zeit haben wir nicht beobachtet und können wir daher auch nicht bestätigen“, sagt der neue stellvertretende Dienststellenleiter Roman Hörfurter. Er könne es sich auch nicht vorstellen, da der Schwerverkehr gesetzlich geregelt sei.

Für Lkw über 7,5 Tonnen gilt: Sie sind nur mit Sondergenehmigung berechtigt ins Tal zu fahren.

Zur Erinnerung: Für Lkw über 7,5 Tonnen gibt es ein grundsätzliches Fahrverbot in beiden Fahrtrichtungen. Das betrifft sowohl Fahrer für die Süd-Nord-Route aus Holzkirchen kommend ab Kreuzstraße als auch für die Nord-Süd-Verbindung aus Achenkirch kommend mit Fahrtziel Tegernsee. Ausgenommen ist von 6 bis 22 Uhr der Lieferverkehr. Zusammenfassend lässt sich sagen: Das Nachtfahrverbot besteht für alle Lkw, ein grundsätzliches Fahrverbot für den Transitverkehr.

Steigerung nicht nachzuweisen

Weitere Ausnahmen – wenn auch nicht in großer Zahl – werden durchaus erteilt. Laut Landratsamt umfasse das gegenwärtig rund zwölf Fahrzeuge. „Diese dürfen dann aber auch nur an bestimmten Tagen und Zeiten in den Nachtstunden fahren, beispielsweise montags schon ab vier Uhr in der Früh“, teilt Landratsamt-Sprecher Birger Nemitz mit.  

Im zuständigen Fachbereich Straßenbau ebenso wie in der Gemeinde Gmund wissen man jedenfalls nichts von einer Zunahme des Lkw-Verkehrs. „Für Mitte des Jahres werden die Ergebnisse der offiziellen Straßenverkehrszählungen erwartet, die diesbezüglich eine repräsentative Aussage treffen können“, so Nemitz weiter.

Doch bereits die Zahlen aus dem vergangenen Jahr können laut Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn eine Steigerung der Verkehrsbelastung durch Schwerlastverkehr nicht nachweisen. Demnach fuhren 2015 300 Lkw am Tag durch die Stadt, während es 2010 374, beziehungsweise 2005 301 Lkw waren. Doch woher kommt dann der Eindruck, es würden in letzter Zeit mehr LKW durch das Tal fahren?

Vermutung: Binnenverkehr

Eine Vermutung hat Anton Grafwallner, ein in Verkehrsangelegenheiten engagierter Bürger aus Gmund. Er beobachtet durchaus einen regen Lkw-Verkehr durch seinen Ort und spricht in dem Zusammenhang von „hausgemachten Problemen“. Was er damit meint: „Es handelt sich meines Erachtens um Binnenverkehr.” Die vielen Bautätigkeiten rund um den See hätten das ausgelöst.

Ich gehe davon aus, dass ein Großteil der Lkw zu den Baustellen unterwegs ist.

Auch der Gmunder Spediteur Andreas Schubert ist der Ansicht, dass nur Lkw mit Anliegen und Erlaubnis im Tal unterwegs sind. „Das Tegernseer Tal als Schleichweg zu benutzen, ist aus meiner Sicht völlig unwirtschaftlich. Ich selbst bin mindestens eine halbe Stunde schneller, wenn ich die Route über die Inntal-Autobahn nehme, anstatt mich über die Berge zu quälen.“

Und auch der umgekehrte Weg über den Achenpass sei für ihn keine Option. „Lieber stehe ich zehn Minuten beim Grenzübergang in Kiefersfelden im Stau. Dafür bin ich in der Summe schneller und habe einen geringeren Dieselverbrauch.“


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