Aufreger des Jahres Platz 5: Uli Hoeneß
Auch Präsidenten müssen büßen

von Robin Schenkewitz

Hoch geflogen und tief gefallen: Für den in Bad Wiessee lebenden Uli Hoeneß war das Jahr 2014 – trotz der vielen Siege des FC Bayern – keine Erfolgsgeschichte. Am Ende landete der ehemalige Bayern-Präsident sogar im Gefängnis. Für die TS-Leser die Nummer 5 der Aufreger des Jahres.

Noch immer sitzt der ehemalige Präsident des FC Bayern im Gefängnis.
Noch immer sitzt der ehemalige Präsident des FC Bayern im Gefängnis.

Vor zwei Wochen hat die TS-Redaktion die Leser dazu aufgerufen, über die Aufsteiger und Aufreger des Jahres 2014 abzustimmen. Die Redaktion hatte jeweils zehn Kandidaten zur Auswahl gestellt. Über 1.200 Leser haben sich an der Abstimmung beteiligt. Nach den Plätzen zehn bis sechs fällt heute der Startschuss zu den Top 5 der Aufreger des Jahres. Platz 5 belegt Uli Hoeneß.

Bereits im April 2013 wurde bekannt, dass Uli Hoeneß, damals noch Präsident des FC Bayern München und wohnhaft in Bad Wiessee, Steuern hinterzogen hat. Steuerfahnder durchsuchten sein Haus und schließlich ging Hoeneß mit einer Selbstanzeige an die Öffentlichkeit.

Dennoch dauerte es bis zu diesem Jahr, bis Hoeneß die rechtlichen Konsequenzen seines Handelns zu spüren bekam. Doch zunächst einmal ging es den Fahndern selbst an den Kragen. Im Januar statteten die Justiz und das LKA dem Miesbacher Finanzamt einen Besuch ab. Die Ermittler wollten herausfinden, wer der Maulwurf war. Dieser nämlich hatte der Zeitschrift „Stern“ brisante Details über den Steuerdeal von Uli Hoeneß verraten.

Knapp 30 Millionen hinterzogen

Am 10. März jedoch wurde es für Hoeneß selbst ernst. Dann begann sein Prozess vor dem Münchner Landgericht. Hoeneß räumte dabei schon am ersten Prozesstag in einer umfassenden Erklärung seine Steuervergehen ein. Zudem berichtete er von einer weit höheren Summe, die er hinterzogen habe. Ging die Staatsanwaltschaft noch von 3,5 Millionen Euro aus, gestand Hoeneß, sogar 18,5 Millionen Euro am Fiskus vorbeigeschleust zu haben.

Doch bereits am nächsten Tag tischte die zuständige Steuerfahnderin sogar noch eine weit höhere Summe auf. Ganze 27,2 Millionen Euro an Steuern soll Hoeneß hinterzogen haben. Seine Selbstanzeige war ab diesem Moment nur noch Makulatur. Die Karten standen schlecht für den ehemals mächtigen Fußball-Präsidenten.

Hoeneß zu 3,5 Jahren Haft verurteilt

Und so kam es am Ende, wie es kommen musste: Hoeneß bekam eine Haftstrafe. 3,5 Jahre Gefängnis hieß letztlich das Urteil, das die Richter über ihn verhängten. Doch erst am 2. Juni musste Hoeneß dann tatsächlich ins Gefängnis. In der Zwischenzeit wurde Hoeneß durch einen Erpresser im Gefängnis sogar Gewalt angedroht, doch die Polizei konnte den Täter rechtzeitig fassen.

Bis Ende 2016 muss Hoeneß voraussichtlich noch in Haft bleiben. Dann könnte seine Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden. Doch bereits die jetzigen Weihnachtsfeiertage durfte der 62-Jährige wieder zu Hause am Tegernsee verbringen. Zudem wird er ab dem nächsten Jahr in der Jugendabteilung des FC Bayern tätig sein.

Wen oder was die TS-Leser auf Platz vier der Aufreger des Jahres gewählt haben, erfahren Sie morgen.


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