Die letzten Tage der Rottacher Traglufthalle
Unbewohnt und leergeräumt

von Nicole Kleim

Seit 10. Februar ist die Rottacher Traglufthalle unbewohnt. Der Abbau rückt näher. Und auch alle Flüchtlinge sind inzwischen woanders untergebracht. Trotz eines geplatzten Pachtvertrages in Wiessee.

Seit 10. Februar sind keine Flüchtlinge mehr in der Rottacher Traglufthalle untergebracht. In den nächsten sechs Wochen soll sie komplett abgebaut werden.

Die ersten Asylbewerber sind schon am 11. Januar aus der Rottacher Traglufthalle in ihre neuen Unterkünfte gezogen. Nach und nach hat das Landratsamt die rund 87 Bewohner auf den gesamten Landkreis verteilt – in verschiedene Unterkünfte in Bayrischzell, Otterfing, Fischbachau, Valley, Weyarn, Schliersee, Hausham, Miesbach und Bad Wiessee.

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Wie der Geschäftsleiter der Gemeinde Rottach-Egern, Gerhard Hofmann, berichtet, ist die Halle nun seit dem 10. Februar unbewohnt. Nach und nach wurde sie von der Gemeinde ausgeräumt. Auch die Radlständer seien schon weg.

Pachtvertrag platzte

Wie berichtet sollten 17 Asylbewerber im ehemaligen Gästehaus Otto in Bad Wiessee unterkommen. Doch der Pachtvertrag habe nicht geklappt, so Hofmann. Deshalb habe man die 17 Flüchtlinge neu aufteilen müssen. Die Verlegung sei unter der Berücksichtigung des Aspekts: „Möglichst nah am Deutschunterricht“ erfolgt, so Hofmann.

Raphael Hock, Assistent der Geschäftsleitung von Paranet Deutschland GmbH, die die Traglufthalle am Birkenmoos aufgestellt hat, erklärt auf Nachfrage, dass der Abbau der 1.200 Quadratmeter großen Halle in den nächsten sechs Wochen stattfinden werde. Wann genau, sei derzeit noch nicht absehbar. Man rechne allerdings damit, dass man in der kommenden Woche damit beginnen könne.

Holzkirchner Traglufthalle soll zeitgleich abgebaut werden

Rund zehn bis zwölf Mann werden dann mit dem Abbau beschäftigt sein. Eine umfangreiche Dokumentation und Logistik sei neben der Beschaffung von Baumaschinen ebenfalls nötig. „Wie teuer so ein Abbau dann letztendlich wird, hängt hauptsächlich von den Arbeitsstunden ab“, so Hock zu den Kosten.

In Absprache mit dem Landkreis Miesbach wolle man nun auch bei der Holzkirchner Traglufthalle eine frühzeitige Vertragsaufhebung erreichen. Dies entspreche dem Interesse der Oberbayerischen Regierung und auch dem Landkreis selbst, sagt Hock. Man verstehe sich als Partner der Kommunen, weshalb man dem Wunsch nicht im Wege stehen möchte. Insofern könnte sich auch ein gleichzeitiger Abbau ergeben.

Die Halle in Holzkirchen sollte eigentlich erst im April geschlossen werden. Nach wie vor fehlen für die rund 190 Bewohner dort Wohnungen.


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