Und wo parke ich heute?

Das Parkchaos am Holzkirchner Bahnhof scheint sich nicht lösen zu lassen. Erst vor kurzem wurden Parkflächen rund um das Areal neu strukturiert und organisiert. Trotzdem hagelt es Beschwerden. Gibt es eine Lösung?

Auch mit dem neuen Bewirtschaftungskonzept ist die Parksituation weiterhin sichtlich angespannt

„Könnt ihr mir einen riesen Gefallen tun und über die unsägliche Parkplatzsituation am Holzkirchner Bahnhof schreiben?“ Mit diesen Worten beginnt der Leserbrief eines unzufriedenen Pendlers. Im Anschluss schildert der Tegernseer den täglichen Wahnsinn am Bahnhof der Marktgemeinde. Trotz neuem und umfangreichem Konzept am Bahnhof, bestehen die Probleme weiter.

Wer ist verantwortlich?

Für die Parkraumbewirtschaftung am Bahnhofsareal zuständig ist die DB Bahn Park GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Bahn und der Contipark International Parking GmbH, die das Areal nach Vorgaben der DB privatwirtschaftlich betreibt. Diese Zusammenarbeit wird bundesweit bereits an 150 Bahnhöfen praktiziert.

Es bestehe jedoch keine Pflicht seitens der Deutschen Bahn, Parkplätze an Bahnhöfen zur Verfügung zu stellen, wie uns ein Pressesprecher auf Nachfrage mitteilt. Vielmehr handle es sich um einen freiwilligen Service autofahrenden Bahnkunden Stellplätze am Bahnhof zu stellen.

Zu hohes Verkehrsaufkommen belastet Marktgemeinde

Grund für die prekäre Parksituation ist das besonders hohe Pendleraufkommen in der Marktgemeinde. Das liegt zum einen an der hervorragenden Vernetzung, die durch S-Bahn, BOB und Meridian gewährleistet ist – sowohl nach München, ins Oberland und nach Rosenheim. Auch liegt Holzkirchen als letzte Station innerhalb des MVV-Bereiches, wodurch Reisende vergleichsweise günstige Tarife nutzen können.

Laut der Verantwortlichen im Rathaus haben vor Einführung der Parkraumbewirtschaftung viele Nicht-Pendler ihr Fahrzeug am Bahnhofsareal abgestellt. Durch die Regelung der Lang- und Kurzzeitparkplätze ist der größte Teil nun nur noch für Pendler nutzbar. Zu Beginn der Bewirtschaftung wurde dann ergänzend eine verkehrsrechtliche Anordnung erlassen – die Halteverbotszone Erlkam – die die Benutzung der anliegenden Straßen für Pendler nicht mehr zulässt, damit diese nicht mehr auf angrenzende Straßenbereiche ausweichen. Nun belasten die Pendler, die bisher dort geparkt hatten, das Bahnhofgelände zusätzlich.

Städtebauliche Entwicklung wird vorangetrieben

Die weiterhin bestehende Nachfrage nach Parkplätzen ist ein wichtiges Thema in der Politik und so gibt es bereits mehrere Lösungsansätze und Planungen. Dazu gehört auch eine strukturierte Führung des Verkehrs und ausreichende, jedoch nicht zu viele Stellplätze – nach Möglichkeit in Form eines Parkhauses. Auch die Förderung von Fahrzeugalternativen steht im Fokus. Erklärtes langfristiges Ziel sei laut der Zuständigen für Öffentlichkeitsarbeit im Rathaus die Reduzierung des Gesamtverkehrsaufkommens im Ort, anstatt nur immer neue Stellplätze zu schaffen. Das würde nur ein zusätzliches Verkehrsaufkommen fördern.

Um diese Ziele umzusetzen arbeite man eng mit der Deutschen Bahn zusammen. Auch Privateigentümer sollen eingebunden werden. Im kommenden Herbst soll dann die Ausschreibung für die Betreuung des Wettbewerbs der städtebaulichen Maßnahmen beginnen. Start des eigentlichen Wettbewerbs ist dann für 2018 angedacht. Außerdem ist ein Ausbau des Schienenpersonennahverkehrs im gesamten Oberland gewünscht, um so das Verkehrsaufkommen weiter zu reduzieren.

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