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Erschwerte Bedingungen für Wiesseer Sportsclinic

Unerfreuliches aus dem Untergrund

Wie mehrfach berichtet, plant die Schweizer Investorengruppe von Sports Medicine Excellene (SME) ein Aktivitätshotel in Bad Wiessee. Doch der Teufel steckt im Detail.

Sportsclinic Bad Wiessee: Mit manchen Punkten im Bebauungsplan kam der Gemeinderat “nicht zurecht” / Quelle: SME

Zwar gebe es seit 2016 einen rechtskräftigen Bebauungsplan für das SME-Projekt auf dem Jodbad-Gelände, wie Bauamtsleiter Helmut Köckeis am Donnerstag dem Gemeinderat erklärte, doch bei der Ausarbeitung der Planung sei festgestellt worden, dass man mit dem Bebauungsplan in manchen Punkten „nicht zurechtkomme“.

Im Wesentlichen seien es die Zufahrt zur Tiefgarage und die Höhenlage der Gebäude. Denn Bodenproben hätten gezeigt, dass der Baukörper mit dem Hotel etwa einen Meter weiter „aus dem Boden heraus“ müsse.
Weiter soll auch die Grünordnung umgestaltet werden und die Einhausung der Adrianus-Quelle. Beides sei in der Änderung des Flächennutzungsplanes berücksichtigt worden.

Wie üblich sei der Bebauungsplan dann bis zuletzt am 26. Juni auch öffentlich ausgelegt worden. Doch schriftliche Stellungnahme habe es keine gegeben. Die Behörden dagegen hätten an einigen Punkten des Vorhabens nachgehakt. Die Regierung von Oberbayern wollte beispielsweise in Abstimmung mit dem Landratsamt geklärt wissen, ob sich die Neubauten mit dem Heilquellen-Schutzgebiet der Adrianus- und Wilhelmina-Quellen vereinbaren lassen.

„Explosionsgefahr“

Da sich der nördliche Neubauteil zudem im Überschwemmungsgebiet des Breitenbachs befinde, müsste mit dem Wasserwirtschaftsamt geklärt werden, ob die örtlichen Auflagen dem Quellen- und dem Hochwasserschutz entsprechen. Die vorliegende Bebauungsplan-Änderung stehe bei Berücksichtigung der genannten Punkte aber den Erfordernissen einer Raumplanung nicht entgegen. Inzwischen hätten alle Fachstellen ihr Einverständnis zur Planung erklärt, so Köckeis.

Welche Risiken die Quellenbohrungen bergen, zeigte ein Unglück Ende Juni in Bad Wiessee. Bei einer Gas-Verpuffung während der Bauarbeiten an der Wilhelminaquelle erlitten zwei Arbeiter schwere Verbrennungen. Daher warnt das Bergamt Südbayern, dass die drei Bohrungen der Quellen (König-Ludwig, Adrianus und Wilhelmina) während der Bauphase von äußeren Einflüssen geschützt werden müssen, da es sich um Kohlenwasserstoff führende Quellen handelt. Für diese Bohrungen sind „Explosionsschutzbereiche auszuweisen“, zitierte Köckeis entsprechende Schreiben.

„Verunreinigung“ des Bodens

Das Amt für Wasserschutzrecht des Landratsamts weist darauf hin, dass vor etwa drei Jahren um das Grundstück eine Altlastenerkundung durchgeführt wurde, die eine teilweise Verunreinigung des Bodens zu Tage gefördert hätte. Deshalb seien dort Untersuchungen auf die schädlichen Bodenveränderungen durchzuführen. Auch müsse mit dem Altlastengutachter zu klären, welche relevanten Grundstücksbereiche noch nicht untersucht wurden. Die Fachfirma für Altlasten, Blasy und Mader, empfiehlt, die vorhandenen Altlasten abzutrennen, zwischenzulagern und sie vor Ort auf Schadstoffe zu untersuchen.

„Aushubarbeiten müssen durch einen Fachgutachter begleitet werden“, zitierte Köckeis die Miesbacher Behörde. Eine Unbedenklichkeit der Sole müsse durch ein Gutachten festgestellt werden. Über diese Altlastenproblematik sei SME als neuer Eigentümer bereits informiert worden. Das E-Werk Tegernsee hält noch eine zusätzliche Trafo-Station im Bereich des neuen Hotels für erforderlich.

Ohne Diskussionen, aber mit einer Gegenstimme, brachte der Gemeinderat die Änderung des Bebauungsplans für das Gebiet Jod- und Schwefelbad und Wandelhalle im beschleunigten Verfahren auf den Weg.


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