Friedi Kühne will Rekord im Landkreis Miesbach aufstellen

Hunderte Meter über dem Abgrund

Von Simon Haslauer

Friedi Kühne balanciert von Hochhaus zu Hochhaus, von Berg zu Berg. Der 30-Jährige ist einer der besten Highliner der Welt. Nun plant er einen weiteren Rekord zu brechen – und zwar im Landkreis Miesbach. Im Gespräch mit der TS erzählt er, was ihm in 200 Metern Höhe durch den Kopf geht und was den anstehenden Stunt am Wendelstein so besonders macht.

Schon vor acht Jahren war Friedi am Wendelstein unterwegs.

Er bewegt sich dort, wo andere Menschen um ihr Leben fürchten würden. Jeder Schritt ein Vertrauensbeweis an sich selbst, seinen Körper und sein Können. Der Höhenrausch ist Friedrich Kühnes Leidenschaft. Slacklining – dafür ist der 30-Jährige weltweit bekannt. Aktuell trainiert er in seinem Wohnort Bad Aibling.

Vor zehn Jahren hat er das Slacklining angefangen. Was als Hobby begann, ist im Laufe der Jahre zu seiner größten Leidenschaft und zu seinem Beruf geworden. Später hat sich der 30-Jährige auf Highlines spezialisiert. Dabei handelt es sich um Slacklines in enormer Höhe, „beispielsweise zwischen zwei Häusern“, erklärt Kühne.

Slacklining ist mein Beruf und ich bin einer der Besten der Welt.

Seine Paradedisziplin: Free Solo Highline. Als Free Solo Highlinen wird die Begehung einer 10 bis 10.000 Meter hohen Slackline ohne Sicherung bezeichnet. „Für viele ist das ein unvorstellbares Szenario. Für mich ist es das Ausleben meiner Sportart in Perfektion.“ Mittlerweile war er schon in über 50 Ländern unterwegs und konnte zwölf Weltrekorde aufstellen.

Unter anderem 2017 in Frankreich. Dort stellte Kühne den Weltrekord für die „längste Free Solo Highline“ mit insgesamt 110 Metern Länge auf und das in luftigen 200 Metern Höhe – natürlich ohne Sicherung. „Dafür kennen mich die meisten. Free Solo ist mein Fachgebiet.“

Doch was geht ihm in diesem Moment durch den Kopf? Was denkt sich der 30-jährige Profi in solch einer Situation, in der jeder falsche Schritt bittere Konsequenzen hat? „Nahezu nichts“, gibt Kühne zu. „Im besten Fall.“ Trotzdem sei der Geist natürlich am Rasen: „Manchmal bin ich so konzentriert, dass ich nicht merke, wie die letzten fünf Minuten vergehen”, erzählt der Slackliner.

Was kommt nach dem Profisport?

Ewig möchte Kühne aber nicht auf Highlines stehen und zwischen Bergen und Abgründen balancieren. „Ende des Jahres fange ich als Mathematiklehrer an.” 2017 schloss Kühne nämlich erfolgreich sein Lehramtsstudium in Deutsch und Mathematik in München ab.

Anfang September will Kühne es aber nochmal wissen und einen neuen Rekord aufstellen – und zwar im Landkreis Miesbach von der Kesselwand Spitze zum Wendelstein Massiv. Mit dabei hat er einige seiner Freunde, mit denen er damals das Slacklinen gelernt hat. Vor rund acht Jahren sind Kühne und seine Freunde dort nämlich schon einmal über eine Line spaziert.

Damals waren es 70 Meter, nun wollen die Sportler mehr. Fast 500 Meter wollen sie diesmal bezwingen. Das wäre ein deutscher Highline-Rekord. „Wir wollen damit zeigen, wie sich der Sport und wir extrem weiterentwickelt haben.” Weitere Infos zu Kühnes Weltrekorden und Projekten findet ihr auf seiner Website.

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