Talweite Einbruchsserie vor Gericht
Verabredung zum Verbrechen

von Nicole Kleim

Eine Einbruchsserie schockte im vergangenen Jahr Hotel- und Restaurantbesitzer sowie Geschäftsleute im Tal. Morgen stehen die mutmaßlichen Täter vor dem Münchner Landgericht. In der Anklageschrift steht noch ein weiterer pikanter Punkt: Verabredung zum Mord.

Auch im Hotel Fischerstüberl wurde eingebrochen
Auch im Fischerstüberl wurde im vergangenen Jahr eingebrochen.

24 Einbrüche gehen auf die Kappe einer sechsköpfigen jugoslawischen Bande, die allein neun davon im Tegernseer Tal verübte. Von der Einbruchsserie betroffen waren im Sommer und Herbst letzten Jahres mehrere Hotels, Restaurants und Geschäfte, darunter das Wiesseer Hotel Alpensonne, das Hotel Schnitzer, das Hotel Quellenhof, das Hotel Askania sowie das Rottacher Hotel Malerwinkel und das Hotel Stuferhof.

Auch das Warmbad in Rottach-Egern sowie die Naturkäserei wurde zum Ziel der Bande. So stieg der Bandenchef Edvin D. (40), zusammen mit einem weiteren Bandenmitglied, über das Fenster der Käserei in Kreuth ein, flexte den Tresor auf und entnahm die Tageseinnahmen. Der Sachschaden belief sich damals auf 5.000 Euro.

Wie berichtet, gingen die Angeklagten bei der Einbruchserie in unterschiedlicher Besetzung vor, deshalb werden ihnen verschiedene Taten zur Last gelegt. Im Oktober 2015 nahm die Polizei vier der sechs Verdächtigen fest. Zwei weitere schnappten die Beamten drei Wochen später. Morgen stehen die aus Serbien, Bosnien und Kroatien stammenden Verdächtigen nun vor dem Münchner Landgericht.

“Wie viel kostet es, jemanden umzubringen”?

Wie Ken Heidenreich, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft München II sagt, sei die polizeiliche Ermittlungsarbeit für Kripo und Staatsanwaltschaft „sehr aufwändig“ gewesen. Vor allem der Spurenabgleich sei schwierig gewesen. Gestanden habe die Vorfälle bislang keiner der Angeklagten.

Insgesamt sind in der Anklageschrift 24 Delikte aufgelistet. Neben Einbrüchen unter anderem eine „Verabredung zum Verbrechen“, wie Heidenreich mitteilt. Beim Abhören eines Telefonats hörte man mit, wie ein Bandenmitglied seine Schwester fragte, „was es denn kosten würde, jemanden umzubringen?“

Die Verhandlung beginnt morgen um 9:30 Uhr im Landgericht München II. 14 Verhandlungstage sind angesetzt.


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