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Verluste bei Naturkäserei im ersten vollen Geschäftsjahr – Perspektive trotzdem positiv

Von Peter Posztos

Wie man schlechte Botschaften positiv verpackt und damit einem kritischen Publikum näherbringt, das konnte man gestern auf der Generalversammlung der Genossenschaft der Naturkäserei TegernseerLand beobachten.

Hans Leo, Geschäftsführer der Käserei hatte das Kunststück mit einfachen Mitteln fertiggebracht: Ehrlich, transparent und mit klaren Worten war er in seiner Rede auf die Anlaufschwierigkeiten und die mit 306.000 Euro relativ hohen Verluste im ersten vollen Geschäftsjahr (01.04.2010 bis 31.03.2011) der Naturkäserei eingegangen.

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Hans Leo, geschäftsführender Vorstand der Naturkäserei

Mit seiner Art traf Leo den Nerv der anwesenden 300 von insgesamt 1.280 Mitgliedern. Mit dabei in der Wandelhalle unter anderem auch Vertreter der fünf Tal-Gemeinden – allesamt Mitglieder in der Genossenschaft.

Derzeit laufe die Anlage auf halber Last, so der Geschäftsführer. 6.000 Liter Milch werden täglich zu etwa 400 Kilo Käse verarbeitet. Somit müsse man gut 5.000 Kunden erreichen. Jeden Tag. Auch sonntags.

Neben der Produktion des Käses beschäftigt der Betrieb derzeit 42 Mitarbeiter (Voll- und Teilzeit). Und die sind, neben der Produktion des Käses, vor allem mit der intensiven Arbeit am Kunden und seinen Wünschen beschäftigt. Diese Arbeit ist es auch, die mit relativ hohen Kosten verbunden ist. Alleine im Startjahr hat die Käserei 86.000 Euro in Werbung gesteckt. Und das neben der kostenlosen PR, die sie von Seiten der Presse oder auch der TTT erhalten hatte.

640.000 Euro pro Jahr für Personal ist einigen Genossen zu viel

Trotzdem ein kleiner Betrag, wenn man sich die gesamten Investitionen in Höhe von 4,7 Millionen Euro anschaut, die bisher von den Genossen in die Hand genommen wurden. Einer der größten und auch umstrittensten Posten waren dabei die Personalkosten.

Zuviele und zu teure Mitarbeiter habe die Naturkäserei, so der Vorwurf an Leo, der diesen Einwand selbst zur Sprache bracht und auch offensiv darauf einging. Ja, man habe im vergangenen Jahr 640.000 Euro an Gehältern gezahlt. Doch viele Mitarbeiter musste man vorhalten, bevor erste Umsätze überhaupt getätigt werden konnten. Darüberhinaus sind die Ansprüche der Verantwortlichen sehr hoch:

Wir brauchen motivierte Mitarbeiter, die mit dem Rohstoff umgehen können. Mitarbeiter, die den Beruf nicht als Beruf sehen, sondern als Berufung. Die die Käserei zu ihrem eigenen Betrieb machen. Solche Mitarbeiter sind es die den Unterschied ausmachen und die müssen wir uns auch leisten.

Doch Leo blieb seiner Linie treu. Keine Kritik ohne positive Perspektive. Das Vorhalten der Mitarbeiter sei wichtig und richtig gewesen. In der Zwischenzeit habe man einen Betrieb mit drei großen Teilbereichen aufgebaut. Den Verarbeitungbetrieb für Rohmilch. Den gastronomischen Betrieb mit einem Umsatz von bis zu 6.000 Euro am Tag, sowie den Ladenbetrieb in der Naturkäserei mit einem Umsatz von knapp 8.000 Euro am Tag.

Etwa 300 der insgesamt 1.280 Mitglieder der Genossenschaft waren in die Wandelhalle gekommen.

 

Insgesamt erwirtschaftet die Naturkäserei derzeit einen monatlichen Umsatz von etwa 250.000 Euro. Rein von der Käseproduktion sei die Anlage laut dem Aufsichtsratsvorsitzendem Markus Bogner auf das Doppelte ausgelegt. Die Herausforderung liegt also weiterhin im Aufbau eines stabilen Vertriebsnetzes mit Partnern, die auch bereit sind den Preis zu bezahlen, den die Naturkäserei verlangt.

Von Null auf Hundert ist der Betrieb innerhalb eines Jahres hochgefahren worden und das zusammenfassende Ergebnis der letzten Monate könne sich sehen lassen. Der Betrieb brummt und die Sache läuft, so Hans Leo in seinen Schlußworten.

Wenn ich das Bild vom Stapellauf verwende, dann sind wir erfolgreich vom Stapel gelaufen, liegen jetzt im Hafenbecken und steuern langsam aber sicher auf das offene Meer zu. Zuversichtlich unser Ziel zu erreichen.

 

 

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