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Waakirchner und sein Kumpel vor dem Landgericht

Verteidigung oder versuchter Totschlag?

Ein 27-jähriger Waakirchner musste sich gestern mit seinem Kumpel vor dem Münchner Landgericht verantworten. Der Vorwurf wiegt schwer: Die Beiden sollen zwei andere Männer mit Radkreuzschlüssel und Schlagstock verletzt haben. Die Anklage lautet versuchter Totschlag.

Am Landgericht München wurde heute verhandelt – geladen war unter anderem ein Waakirchner / Archivbild

Zu Beginn des Prozesses vor der Schwurgerichtskammer am Landgericht München II am gestrigen Montag machte zunächst nur der 27-jährige Waakirchner eine Aussage. Neben ihm auf der Anklagebank sein 24-jähriger bester Freund und Tiefbauer. Die Beiden müssen sich wegen einer heftigen Prügelei am Abend des 17. Novembers 2016 verantworten. Die Männer wollten an diesem Abend angeblich den Ex-Freund der damaligen Partnerin des Tiefbauers zur Rede stellen. Der Ex-Freund soll den 24-Jährigen und dessen Freundin beleidigt und bedroht haben.

Ein Gespräch unter den vier Männern fand jedoch nicht statt. Stattdessen kam es zur handgreiflichen Auseinandersetzung zwischen den vier jungen Männern, bei der zwei Beteiligte schwer verletzt wurden. Zwar beteuert der Waakirchner, dass sie nur hätten reden wollen. Doch die Staatsanwaltschaft geht laut Süddeutscher Zeitung in ihrer Anklage davon aus, dass die Angeklagten ihrem Opfer und dessen Bruder „eine Abreibung verpassen“ wollten. Der Waakirchner und sein Kumpel werden wegen versuchten Totschlags angeklagt.

Tiefbauer will sich rächen

Die beiden Angeklagten waren Arbeitskollegen und sollen am Abend der Prügelei zusammen Bier getrunken haben, so der 27-jährige Waakirchner. Sein Kumpel sei aufgrund der angeblichen Beleidigungen wütend gewesen. Er habe versucht, ihn zu beruhigen – doch angeblich ohne Erfolg. Bei der Auswertung der Nachrichten auf dessen Handy fanden Kripo-Ermittler eine unverhohlene Drohung. Dass der Ex-Freund der Partnerin des Tiefbauers in einer Voicemail auch noch behauptet habe, dass das Kind, das die Freundin erwartete, von einem anderen Mann sei, hat das Fass dann wohl zum Überlaufen gebracht. Dennoch beteuerte der Waakirchen, dass sie nicht vorgehabt hätten, „eine Schlägerei anzuzetteln“.

Laut Anklage der Staatsanwaltschaft hatten die beiden Männer jedoch schon vor der Fahrt nach Bad Tölz einen möglicherweise „tödlichen Ausgang der Auseinandersetzung billigend in Kauf“ genommen, berichtet die Süddeutsche. Bewaffnet mit einem Teleskopschlagstock, einem Messer und einem mehr als 1,3 Kilo schweren Radkreuzschlüssel, sollen die beiden Männer zum Haus des Kontrahenten gefahren sein. Dort ist die Situation dann eskaliert. Als ein Unbeteiligter aus dem Haus kam, soll der Tiefbauer ihn angebrüllt haben. Das Opfer wurde mit Schlägen und Tritten verletzt. Der Tiefbauer soll dem Mann außerdem mit seinem Messer einen ein Zentimeter tiefen Stich in den Bauch versetzt haben.

Mehrere bewaffnete Männer gehen aufeinander los

Zwei weitere, diesmal mit einem Teleskopschlagstock und einem Besenstiel bewaffnete Männer verließen ebenfalls das Haus. Einer von ihnen war der Bruder des Kontrahenten des Tiefbauers. Der 27-jährige Waakirchner soll bei der Prügelei einem seiner Gegner mit einem Radkreuzschlüssel mehrmals auf den Kopf geschlagen haben. Nach Angaben des Waakirchners vor der Schwurgerichtskammer, sollen sich die drei Männer aus dem Haus jedoch sofort auf seinen Kumpel „gestürzt“ haben. Da sei es bei ihm zu einer „Kurzschlussreaktion“ gekommen. Er sei zum Auto gegangen, habe „leider Gottes“ den Radkreuzschlüssel gegriffen und sei seinem Freund zur Hilfe geeilt. Dann habe er die Augen zugemacht und wild um sich geschlagen.

Bereits nach dem ersten Verhandlungstag wurden für den Prozess fünf weitere Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil soll Ende Januar gefällt werden.


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