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Tegernsees Nadelöhr bekommt 2022 eine Brückensanierung und noch mehr Stau

Vier Monate einspurig durch Tegernsee

Von Martin Calsow

Meldet sich das Staatliche Bauamt, die dufte Behörde aus Rosenheim, weiß der geübte Kommunalpolitiker: Jetzt staut es sich. Die staatlichen Baumeister wollen im Mai 2022 die Brücke über den Alpbach zwischen Rosen- und Adelhofstraße sanieren. Ausgerechnet an einer der engsten Stellen in der Hanglagenstadt.

Diese Brücke wird saniert – das wird für Autofahrer unangenehm

“Die Arbeiten erfordern eine halbseitige Sperrung der Bundesstraße”, erklärte Bauamtsleiterin Koch dem Rat am gestrigen Dienstag. Vier Monate sind eingeplant, was quasi “den Sommer über” bedeutet. Und als ob das nicht reichen würde, präsentiert sie noch eine weitere Bau-Überraschung: Der Abwasserzweckverband wolle den Ringkanal auf der Seeseite instand setzen und verlegen. Das wäre dann noch mehr Bauzeit, noch mehr Sperrung und Stau. Das Gremium stöhnte auf.

Zudem plante die Verwaltung eine Verbreiterung des Gehwegs im Zuge der Brückensanierung. Dies sei jetzt opportun, so Koch. Jahre später bedeute es nur zusätzliche Kosten, Stau und Lärm. Um Platz für diese Verbreiterung zu bekommen, müssten aber insgesamt sieben Stellplätze in der Umgebung der Brücke aus den sechziger Jahren wegfallen.

Missfallen bei „Auto-Freunden“

Das gefiel den Auto-Freunden ganz und gar nicht: Viel mehr als die nervige Stau-Zeit, störten sich Stadträte wie Rudolf Gritsch (CSU) oder Anton Lengmüller (FWG) daran, dass Parkraum wegfiele. “Das ist für die Einzelhändler in der Rosenstraße nicht akzeptabel”, so Lengmüller.

Überhaupt: Breitere Gehwege würden eh nur dann von Radlfahrern genutzt. Das muss nicht sein. Die Grünen im Gremium, Marcus Staudacher und Ursula Jansen, hatten zu dieser autofreundlichen Sicht keine Meinung, zumindest nicht öffentlich. Ebenso wurde von Seiten der CSU-Fraktion die lange Bauzeit von vier Monaten infrage gestellt und an die überlange Bauphase bei der Brückensanierung in Moosrain erinnert.

Aber vielleicht hat das Bestehen auf Stellplätzen auch mit einer gewissen Aversion einiger Ratsmitglieder mit der Tiefgaragen-Idee. Was oben wegfällt, könnte unten eingesetzt werden…

Geht das nicht auch schneller?

“Kann man da nicht mal mit dem Staatlichen Bauamt reden, ob das nicht kürzer geht?“, fragte Gritsch. Bürgermeister Johannes Hagn versprach, sich mit der Behörde ins Benehmen zu setzen. Unausgesprochen blieb die Frage, ob das Hotel Guggemos im nächsten Jahr von Familie Wittelsbach nicht abgerissen werden soll.

Das würde dann die Durchfahrt Tegernsees endgültig zu einer Nervenprobe werden lassen. Fun Fact. Damit hätte Tegernsee deutlich mehr Stellplätze – auf der Bundesstraße…


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