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Geplantes Volkshotel in Tegernsee-Süd

Die Weichen werden gestellt

Von Christopher Horn

hotel tegernsee perronstraße breit Aktualisierung vom 4. Oktober / 08:50 Uhr
Die a-ja-Gruppe will in der Perronstraße in Tegernsee-Süd ein neues Hotel errichten. Das Vorhaben hat der Tegernseer Stadtrat bereits Ende März abgesegnet. Seitdem wird an der Umsetzung gearbeitet und ein Bebauungsplan entworfen. Unter anderem sind dafür umfangreiche Gutachten nötig.

Vier Sterne zum Preis von zwei

Die Idee lautet vier Sterne Komfort zum Preis von zwei. In 135 Zimmern und 40 Suiten will die a-ja-Hotelgruppe von Aida-Gründer Horst Rahe dieses Versprechen auf dem ehemaligen Hypovereinsbank-Gelände in Tegernsee Süd einlösen.

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Ende März segnete man die Grundidee bereits ab und sprach sich dafür aus, in den kommenden Monaten einen Bebauungsplan auszuarbeiten. “Es wird noch mehrere Durchgänge für die Details geben“, so Bürgermeister Peter Janssen in der Sitzung Ende März.

Umwelt-Verkehr-Lärm

Vor drei Tagen informierte der Bürgermeister die Stadträte nun über den aktuellen Stand. „Der Bebauungsplan ist in Vorbereitung, die dafür notwendigen Gutachten sind in Auftrag gegeben“, so Janssen. Dabei handelt es sich um notwendige Analysen. So wird unter anderem ein Umweltgutachten über die benötigten Ausgleichsflächen für den Bau der Anlage gerade erarbeitet.

Das sei immer eine heiße Kiste, so Janssen weiter. Zudem brauche man das Lärmgutachten und eine Einschätzung über die Auswirkungen für den Verkehr. Denn aufgrund der zukünftig steigenden Anzahl an Autos könnte an der Einfahrt zur Perronstraße eine Abbiegespur notwendig werden. „All diese Fragen müssen im Vorfeld sorgfältig geklärt werden”, betonte Janssen. Erst wenn das der Fall ist, kann auch ein gültiger Bebauungsplan aufgestellt werden.

Über die Details des Konzeptes will der Tegernseer Stadtrat in nächster Zeit nochmals ausführlich beraten.

Ursprünglicher Artikel vom 27. März mit der Überschrift:Vier Sterne zum Preis von zwei
In Tegernsee-Süd soll ein neues Hotel mit 135 Zimmern und 40 Suiten. entstehen. Entsprechende Pläne hat der Stadtrat mit zwei Gegenstimmen in seiner gestrigen Sitzung abgesegnet. Zuvor entbrannte aber eine lebhafte Diskussion über den potenziellen Hotelbetreiber, die a-ja-Gruppe. Dabei drehte sich alles um die Frage, ob sich in dieser Lage ein sogenanntes Volkshotel rechnet.

Auf dem Grundstück steht derzeit ein nicht benutztes Erholungsheim

Die Stadt Tegernsee leidet bekanntlich seit Jahren unter einem zunehmenden Schwund an Hotelbetten. Im vergangenen Jahr waren es nur noch 1.349 Betten, die den Touristen zur Verfügung standen. Ein Rückgang von knapp 20 Prozent in zehn Jahren. Um dem Trend entgegenzuwirken, hat die Stadt in den letzten Jahren bereits mehrere Hotelprojekte unterstützt. Der Westerhof und „Das Tegernsee“ wurden oder werden erweitert, zudem soll ein Almdorf entstehen.

Doch auch in Tegernsee-Süd könnte sich schon bald etwas tun. Die a-ja-Hotelgruppe von Aida-Gründer Horst Rahe will in der Perronstraße ein günstiges Familienhotel errichten. Das Motto: Vier-Sterne-Komfort zum Zwei-Sterne-Preis. Aus diesem Grund werben die Betreiber für ihr Konzept mit einem durchschnittlichen Zimmerpreis von 39 Euro.

Alle Extraleistungen wie Sauna und Wellness müssen dazugebucht werden. Als Grundstück ist ein im direkten Umfeld des Lidl liegendes Anwesen vorgesehen, auf dem bislang ein verlassenes Erholungsheim der HypoVereinsbank steht. Dieses soll dem neuen Hotelkomplex weichen.

Modell überarbeiten

Die Idee ist nicht ganz neu. Bereits im vergangenen Jahr habe sich, laut Bürgermeister Peter Janssen, der Stadtrat mit den Plänen der a-ja-Gruppe beschäftigt. Damals stand man der Idee zwar offen gegenüber, lehnte aber den ersten Entwurf der Betreiber als zu massiv ab. Das Gebäude war nicht untergliedert und wirkte kasernenartig, so Janssen auf der gestrigen Sitzung des Stadtrates.

Aus diesem Grund forderte man den Betreiber auf, das Gebäudemodell noch mal zu überarbeiten und dann der Stadt zu präsentieren. Gestern hat sich das Gremium nun zum zweiten Mal mit dem Projekt befasst. Auf dem rund 10.500 Quadratmeter großen Grundstück soll ein Hotel mit einer Nutzfläche von 3.200 Quadratmetern entstehen.

Das neue Modell sieht nun eine Holzfassade vor, die sich in die örtliche Bebauung einfügen soll. Dabei sind jedoch weder Fensterläden noch Balkone vorgesehen. Gerade Letzteres störte Anton Staudacher (CSU), der wissen wollte, „weshalb keine Balkone angedacht sind“. Bürgermeister Janssen begründete diese Entscheidung mit den Erfahrungen der Hotelbetreiber. „Sie wollen keine Balkone, da diese vom Hotelgast nur selten genutzt werden, aber ganzjährig der Witterung ausgesetzt sind und somit einen hohen Pflegebedarf erfordern.“

Grundsätzlich herrschte große Zustimmung über die Idee, an der Stelle ein Hotel zu errichten. Nur über die Details waren sich die Stadträte nicht einig.

Geht das Konzept auf?

Vor allem die noch immer sehr massive Bebauung bereitete unter anderem Thomas Mandl (SPD) und Manuela Brandl (BürgerListe) Kopfzerbrechen. „Hier wird halt schon wieder ein ganz massiver Teil der Landschaft versiegelt“, gab beispielsweise Brandl zu bedenken und sprach damit auch dem SPD-Stadtrat aus der Seele. Dieser warf zudem noch die Frage nach der Glaubwürdigkeit der a-ja-Gruppe in die Runde.

Die a-ja-Gruppe wurde erst im letzten Jahr gegründet und hat bislang noch keine Erfahrung mit dem Betreiben eines Hotels. „Auch die Idee der 39-Euro-Zimmer sehe ich kritisch. Schaut man sich die Zimmer auf der Homepage an, ist das niemals Vier-Sterne-Niveau. Ich sehe hier die Gefahr, dass die Zimmer als Fertigteil eingebaut werden.“

Als mahnendes Beispiel nannte Mandl zudem ein geplantes Vorhaben der Hotelgruppe in Garmisch-Patenkirchen. Dort seien Teile des Gemeinderates eben genau aus diesem Grund gegen die Verwirklichung eines ähnlichen Projektes gewesen.

Das Modell des geplanten Hotels

Eine Aussage, die Alexander Schmid, Geschäftsführer der Standort Marketing Gesellschaft, nicht nachvollziehen kann. Er stehe seit Monaten in engem Kontakt mit der a-ja-Gruppe und betont: „Die Macher verfügen über breite Referenzen, die Muttergesellschaft Aida hat das Luxusprodukt Kreuzfahrten bezahlbar gemacht, Ähnliches will auch die a-ja erreichen.“

Horst Rahe hatte sein Konzept von deutschlandweiten Volkshotels vor etwas mehr als einem Jahr präsentiert. Laut einer Marktstudie soll es ein Potenzial geben für rund 50 Hotels, unter anderem in den Bergen.

“Wir sind keine Experten“

Auch einige Mitglieder der Stadtrates konnten die Auffassung von Mandl indes nicht teilen. „Uns steht es nicht zu, das Konzept als solches infrage zu stellen, da wir alle auf diesem Gebiet keine Experten sind“, so Norbert Schußmann von der CSU. Und Bürgermeister Peter Janssen betonte, dass es zu diesem Zeitpunkt nicht darum gehe, sich für ein endgültiges Konzept zu entscheiden, sondern eine Grundlage für die Ausarbeitung eines Bebauungsplans aufzustellen.

„Es wird noch mehrere Durchgänge für die Details geben“, so der Rathaus-Chef. Aus diesem Grund entschied sich der Stadtrat dann auch mit nur zwei Gegenstimmen dafür, in den nächsten Monaten einen Bebauungsplan auszuarbeiten. In ein bis zwei Monaten dürfte das Konzept den Stadtrat dann noch mal beschäftigen, so Bauamtsleiterin Bettina Koch auf Nachfrage.


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