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Tegernsee

Villa am See: Das ist der Plan

Die Villa am See ist verkauft und soll umgestaltet werden. Einige Teile des Hotels sollen künftig Wohnraum bieten. Nicht mit allen Plänen ist der Bauausschuss einverstanden.

Die Villa am See – so wie man das Anwesen kennt / Foto: Klaus Wiendl

Die De Lago GmbH aus München als neue Eigentümerin der beiden Grundstücke mit Villa am See und dem Einfamilienhaus daneben wurde schon Anfang November im Stadtrat diskutiert. Denn Geschäftsführer Michael Sachs, der beide Immobilien vom Vorbesitzer und Unternehmer Klaus Hurler erworben hat, will auch im Hotel zwei Eigentumswohnungen integrieren. Damals hatte man eine Entscheidung zurückgestellt. Gestern nun wurde erneut im Bauausschuss diskutiert.

Geplant ist Folgendes: Aus dem jetzigen Kaminzimmer im Erdgeschoss der Villa am See soll eine 132 Quadratmeter große Wohnung mit eigenem Eingang werden. Dafür soll im Obergeschoss die Restaurantfläche um 70 Quadratmeter verkleinert werden.

Auch den gegenüberliegenden Gebäudetrakt mit Rezeption und Bankett-Saal will der neue Bauherr im Erd- wie Obergeschoss in eine Wohnung mit 180 Quadratmetern umwandeln. Eine Wohnbebauung habe es in den zurückliegenden Jahren dort an der Ostseite bereits gegeben. Neu hinzukommen würde eine Doppelgarage. Zugang und Zufahrt sollen über das Nachbargrundstück erfolgen, das die De Lago GmbH ebenfalls besitzt.

Keine Salamitaktik

Außerdem soll die Gastronomiefläche auf der gegenüberliegenden Straßenseite erweitert werden. Die Stellplätze würden dann in die in einer Tiefgarage untergebracht werden, die ebenfalls teil der Bebauung auf dem Nachbargrund der Villa am See sein wird.

Der Bauausschuss war sich gestern Abend schnell einig: Die Gastronomieerweiterung am See und auch die Umgestaltung des Bankett-Saals in Wohnungen kann man sich vorstellen. Das Kaminzimmer allerdings soll keine Wohnung werden. Die Bedenken einiger Ausschussmitglieder, dass der Eigentümer nach und nach mehr Wohnungen fordern könnte, räumt Bürgermeister Hans Hagn aus: „Wir haben den Baubewerbern ganz klar gesagt, dass es hier keine Salamitaktik gibt.“ Da eine touristische Nutzung der Hotelfläche derzeit aber noch nicht dauerhaft gesichert ist, entschied der Ausschuss bis zur nächsten Stadtratssitzung eine Veränderungssperre zu verhängen.

Auch das Nebengrundstück gehört zum Konzept

Doch Michael Sachs hat Größeres vor. Er will auf dem Nachbargrundstück noch zwei versetzte Villen mit vier bis acht Wohneinheiten samt Tiefgarage für 30 Stellplätze schaffen. Selbst an einen Gartenpavillon ist gedacht. Das bestehende Wohnhaus soll durch zwei Häuser mit je einer Grundfläche von knapp 300 Quadratmetern ersetzt werden.

Das langgestreckte Einfamilienhaus im Vordergrund soll durch zwei Villen mit acht Eigentumswohnungen ersetzt werden. Böschung und Bepflanzung müssen einer Tiefgarage weichen. /Foto: Klaus Wiendl

Das Landratsamt hat geprüft, ob sich die Gebäude in die Umgebung einfügen. Hagn erklärt: „Man kann nichts machen. Wir können bestehendes Baurecht nicht aushebeln. Auch mit einem Bebauungsplan nicht. Wir dürfen jemandem sein Recht nicht wegnehmen.“ Da der Bauherr im Fall einer Ablehnung des Projekts umliegende Gebäude, die die gleiche Größe haben, als Bezugsfall heranziehen kann und auch das Landratsamt dann die Entscheidung des Bauausschusses aushebeln würde, entschied man sich den Plänen von Sachs zuzustimmen.


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