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Neuer Döner in Rottach-Egern

Vom Naturstein zur Hammelklappstulle

Quasi durch Zufall entdeckte Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn im April das „verbotene Lager“ von Natursteinhändler Zeki Taygar. Quasi durch Zufall entdeckten wir, wo seine Natursteine jetzt verarbeitet sind. 😉

Zeki Taygar (56) vor seiner Natursteinwand in seinem neuen Döner-Laden.

Auf dem Gelände des ehemaligen Sägewerks Miller hatte Bauunternehmer Zeki Taygar seine Natursteine gelagert (wir berichteten). Samt Schutt und Baucontainern. Weil das Gewerbegebiet in einem Überschwemmungsgebiet liegt, ist es dort prinzipiell untersagt, irgendwelche Stoffe oder Gegenstände zu lagern.

Bis Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn durch Zufall entdeckte, dass dem Betrieb von Taygar die Genehmigung für die Errichtung dieses „Lagers“ fehlt. Genauso wie für den zwei Meter hohen Bauzaun, der zudem mit 90 Zentimetern über der vorgeschriebenen Zulassungshöhe liegt.

Ein Bauunternehmer wird Imbiss-Betreiber

Richtig sauer ist Taygar (56) geworden, als man seine Natursteine als Baustoffe bezeichnete und von einem „verbotenen Baustofflager“ sprach. Schließlich habe er eine Gewerbe-Genehmigung. So sauer, dass er bei der Gemeinde vorsprach: „Ich arbeite und baue hier. Wenn Sie das nicht möchten, gehe ich wieder.“ Noch sehe auf seinem Gelände alles beim Alten aus, sagt Taygar. Zur Zeit warte er auf die erforderlichen Genehmigungen.

Einen Teil seiner Natursteine hat er derweil woanders verarbeitet. Und zwar in die Wände seines neuen Dönerladens in der Nördlichen Hauptstraße in Rottach-Egern. Seit zwei Wochen ist geöffnet. Obwohl das Konzept noch nicht wirklich spruchreif sei, wie der selbstständige Bauunternehmer erklärt. Noch befinde man sich in der Testphase.

Da viele Araber zu ihm kommen, werde er sich langfristig wohl auf die arabische Küche konzentrieren. Momentan gibt’s Döner. Und auch die Öffnungszeiten stehen noch nicht hundertprozentig fest. Vier Monate lang hat Bauunternehmer Taygar jeden Tag gearbeitet, um die ehemalige Currywurstbude in der Hauptstraße zu renovieren.

Geld habe ich keines in die Renovierung gesteckt, nur Zeit und Arbeit.

Und Arbeit hat der Bauunternehmer nach eigener Aussage genug. Täglich stehe er zwischen vier und fünf Uhr morgens auf. Vor 23 oder 24 Uhr komme er nicht ins Bett, berichtet der 56-Jährige. Seit 36 Jahren ist er selbstständig.

Und weil er bei diesem Lebenswandel in Rottach-Egern kein geeignetes Lokal mehr gefunden habe, wo er etwas hätte essen können, machte er kurzerhand sein eigenes auf. Wie könnte man es schöner beschreiben als Marie von Ebner-Eschenbach: „Der Zufall ist die in Schleier gehüllte Notwendigkeit.


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