Von Abschied und Neubeginn

von Ursula Weber

So schön der Tag ist, so schnell bricht auch der Abend ein. Das Leben ist im ständigen Fluss, so unsere Redakteurin Ursula Weber. Dabei blickt sie auch über die Geschichte des Tegernseer Tals, und den Wandel den unsere Region erlebt hat.

Das aktuelle TS-Kalenderblatt von Nina Häußinger.

Umrahmt von glühendem Orangerot schwindet die Sonne und lässt mit ihrem letzten Licht die Spitzen der Berge erröten. Länger und länger werden die Tage. Bieten Spielraum für eine morgendliche Joggingrunde am See oder eine frühe Feierabendtour, wie hier auf die Baumgartenschneid. Der Tag nimmt Abschied, die Nacht bricht herein. Alles wandelt sich. Ständig. Und doch sind wir so oft überrascht, wenn die Dinge am nächsten Morgen nicht mehr so sind, wie sie gestern waren. Verrückt irgendwie.

Denn das Leben gehört den Lebendigen. Es ist immer im Fluss. Schon der uralte biblische Text vom Prediger Salomo, dass alles seine Zeit hat und auch Streit und Frieden im Wechsel stehen, betont die unaufhaltsamen Veränderungen des Lebens.

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Ein winziger Blick zurück in die Geschichte des Tegernseer Tals erzählt ebenso anschaulich von Abschied und Neubeginn: Als zum Beispiel 1802 mit der Säkularisation die über 1000 Jahre alte Tradition des Klosters hinweggefegt und mit ihr das gesamte Leben im Tal verändert wurde. Als mit dem Bau der Eisenbahn keine hundert Jahre später eine Flut an Tagestouristen in die Orte und Berge um den Tegernsee strömte. Als die beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts auch hier ihre vernichtenden Spuren hinterließen. Und nun der Wohlstand der letzten Jahrzehnte, durch den seither vieles in neuem Glanz erstrahlt…

In den Worten Salomos…

Die Zeit bleibt niemals stehen und auch das Leben erneuert sich ständig. Oft fällt es nicht leicht, Gewohntes und Liebgewonnenes loszulassen, sich auf Anderes einzustellen. Zugleich hat man die meiste Kraft für die Mitgestaltung der Zukunft, wenn man sich in diesen Wandel hineinbegibt. Oder wie es der Prediger Salomo ganz einfach formuliert: “Da merkte ich, dass es nichts Besseres dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben. Denn ein jeder Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes.”

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