Vermieter weiß noch nichts von Döner-Plänen
Von der Nähmaschine zum Kebap-Spieß

von Maxi Hartberger

Firat Yildiz will aus seinem Kreuther Atelier einen Döner-Imbiss machen. Der Gemeinderat hat grundsätzlich nichts dagegen, doch zunächst müssen ein paar Dinge geklärt werden.

Damit Firat Yildiz aus seinem Atelier einen Döner-Imbiss machen kann, müssen genügend Stellplätze vorhanden sein.

Seit knapp zwei Jahren betreibt der 40-jährige Firat Yildiz in Weißach seine Änderungsschneider Modelist. Doch so richtig laufen will das Geschäft gegenüber des Hotel Bachmair nicht. Daher hat sich Yildiz überlegt, künftig eine ganz andere Richtung einzuschlagen: Gemeinsam mit seinem Bruder möchte er einen Döner-Imbiss eröffnen. Schon als er noch in der Türkei lebte, war Yildiz fünf Jahre lang Chef eines solchen Kebap-Ladens. Jetzt möchte er es auch in Kreuth versuchen.

Der entsprechende Antrag auf Nutzungsänderung lag gestern Abend den Kreuther Gemeinderäten zur Abstimmung vor. Und die Entscheidung fällt positiv aus: Yildiz kann seine Schneiderei in einen Kebap-Schnellimbiss umwandeln. Der Gemeinderat lege ihm keine Steine in den Weg, denn planungsrechtlich sei die Nutzungsänderung des Gebäudes im Innenbereich kein Problem.

Noch schneidert Firat Yildiz in seinem Atelier in Kreuth. Doch das könnte sich bald ändern.

Voraussetzung sei allerdings, dass Yildiz die notwendigen Stellplätzen für das gesamte Anwesen nachweisen könne. Außerdem müsse er erst einmal die Grundvoraussetzung schaffen und seinen Vermieter über die Änderungswünsche informieren. Denn Bürgermeister Josef Bierschneider erklärte mit Verweis auf die Tegernseer Stimme:

Der Antragsteller hat noch gar nicht mit dem Vermieter gesprochen.

Baurechtlich aber sei ein Restaurant allgemein möglich, wenn „die Bestimmungen der Bayerischen Bauordnung und der Gestaltungssatzung eingehalten werden“. Daher folgte der Gemeinderat einstimmig der Beschlussvorlage des Bürgermeisters. Yildiz kann sich also freuen – sofern er genügend Stellplätze vorweisen kann und der Vermieter nichts gegen einen Kepab-Spieß statt einer Nähmaschine hat.

Frau Aydogan, die Verlobte des Bruders, erklärt nun auf Nachfrage, dass in der Miete bereits vier Parkplätze enthalten seien. Ob das genug sind, wisse sie allerdings nicht. Dass der Vermieter immer noch nichts von den Plänen weiß, stimmt allerdings: „Wir wollten erstmal abklären, ob es überhaupt möglich wäre.“ Allerdings gehe Yildiz davon aus, dass der Vermieter nichts dagegen haben wird.


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