Einwände zur geplanten Brauerei sollen „friedlich“ gelöst werden

Waakirchen greift in Hoppe-Verfahren ein

„Ich weiß nicht, ob wir uns da einmischen sollten“, zweifelte Waakirchens Bürgermeister Josef Hartl am Dienstagabend den Vorschlag von Robert Englmann an. Die Gemeinde sollte zwischen Jungunternehmer Markus Hoppe und Rainer Küppers vermitteln. Am Ende musste sich Hartl einer denkbar knappen Mehrheit beugen.

Die Brauerei-Pläne von Markus Hoppe sorgen für ein paar Bedenken.

Wie berichtet gibt es Einwände gegen die geplante Brauerei von Jungunternehmer Markus Hoppe am Ortseingang von Waakirchen. Rainer Küppers, dessen Grundstück direkt an das von Hoppe gekaufte Areal grenzt, meldet Bedenken an. In der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend standen seine Einwände auf der Tagesordnung.

Schon im August hatte Küppers ein Schreiben an die Gemeinde geschickt, indem er die Vorbehalte gegen das Bauvorhaben begründete. Waakirchens Bauamtsleiter Christoph Marcher verlas nun ein Anwaltsschreiben mit den Details. Darin ging es vorrangig um die Umwandlung des bislang reinen Wohngebietes in ein allgemeines und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Anwohner.

Nachteile für Anlieger

Zur Erklärung: Mit der Genehmigung für Hoppes Brauerei geht gleichzeitig eine Änderung des Flächennutzungsplans einher. Der Gemeinderat hatte beschlossen, den bis dato als reine Landwirtschaftsfläche genutzten Grund in ein allgemeines Wohngebiet zu ändern. In diesem Änderungsverfahren befinden sich die Waakirchner zur Zeit.

„Die Grundstückseigentümer würden dadurch schlechtergestellt werden“, so die Begründung von Küppers` Anwalt. Dabei bezog er sich sowohl auf die neue gebietsspezifische Nutzung als auch auf die damit verbundenen Immissionsgrenzwerte. Allein schon durch die Nähe zur B472 müssten die Grundstückseigentümer „lagebedingt“ mit Lärm rechnen, wiegelte die Gemeinde den Einwand ab.

Was will Küppers wirklich?

Doch welche Einwände hat Rainer Küppers wirklich? Auf Nachfrage bei ihm Anfang September erklärte er gegenüber der Tegernseer Stimme, dass er bereits seit Jahren 300 Quadratmeter von Hoppes Grundstück habe kaufen wollen.

Seit 25 Jahren ist das so mit dem Eigentümer besprochen.

Diese mündlich getroffene Verarbredung habe auch das Geh- und Fahrtrecht beinhaltet, denn die Fläche sei bisher rein landwirtschaftlich genutzt worden. Auch von Verkäuferseite sei immer wieder betont worden, dass eine mündliche Vereinbarung bestehe. Außerdem sei das Landratsamt frühzeitig darüber informiert worden. „Jetzt will man davon nichts mehr wissen,“ so Küppers enttäuscht.

Mit Hoppe habe er auch schon Gespräche geführt. Bisher allerdings ohne Erfolg. Der Bierunternehmer bot ihm daraufhin als Kompromiss 100 Quadratmeter an. Doch damit war Küppers nicht einverstanden. Wenn Hoppe ihm allerdings die gewünschten 300 Quadratmeter abtrete, so wäre er bereit, auf alle Einwände zu verzichten. Das habe er in einem Schreiben mitgeteilt, so Küppers vor ungefähr zwei Wochen. Hoppe dagegen müsste dann seinen Gastronomiebetrieb verkleinern und sieht in den Einwänden eine „klassische Verzögerungstaktik“.

Doch keine Privatsache?

Robert Englmann (CSU) sprach sich nun vor dem Gemeinderat für eine „konstruktive und friedliche Lösung“ in der Angelegenheit aus. Um eine weitere Verzögerung zu vermeiden, stellte er den Antrag, alle Beteiligten an einen „Runden Tisch“ zu holen. Andreas Hagleitner (FWG) hielt es für besser, erst die Meinung des Bauamtsleiters zu hören. Gleichzeitig warnte er davor, ins laufende Verfahren einzugreifen.

Der Waakirchner Gemeinde stimmte mit 10 zu 9 Stimmen für einen Runden Tisch / Archivbild

Ein „Runder Tisch“ habe schon einmal stattgefunden, erklärte Amtsleiter Christoph Marcher daraufhin. Doch damals sei es zu keiner Einigung gekommen. Für Rudi Reber (ABV) steht dagegen fest: „Rainer Küppers war auf der letzten Fraktionssitzung und hat angedeutet, er wäre gesprächsbereit.“ Bürgermeister Josef Hartl zögerte dagegen und erkläte: „Ich weiß nicht, ob wir uns da als Gemeinde einmischen sollten.“ Der gleichen Meinung war Balthasar Brandhofer (ABV). „Wenn es gewünscht ist, sollen die auf uns zukommen. Das ist Privatsache.“

Dass die Angelegenheit mitnichten privat sei, beweise doch der Umstand, dass man sich schon eine halbe Stunde mit dem Thema beschäftige, warf Englmann ein. Es gebe doch genügend rechtliche Schritte, gegen das Bauvorhaben vorzugehen. Mit 10:9 Stimmen wurde der Antrag von Robert Englmann angenommen, alle Beteiligten zu einem „Runden Tisch“ einzuladen. „Dann wird die Gemeinde das wohl machen müssen“, schloss Bürgermeister Hartl den Tagesordnungspunkt ab.


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