Diskussionen um neue Waakirchner Ortsmitte

Hartl muss Bürger weiter vertrösten

Waakirchens Dorfmitte soll wachsen. Und das ist auch für das Gewerbegebiet geplant. Doch um die Vorhaben ranken sich viele Gerüchte. Nun hätte Bürgermeister Sepp Hartl auf der Bürgerversammlung für Transparenz sorgen können. Doch so einfach ist das nicht.

Auf dieser freien Fläche soll das Wohnbauprojekt umgesetzt werden.

Vor Waakirchen stehen einige Projekte. Manche kleiner, einige größer. Zu den größeren zählt unter anderem das Bauvorhaben in der Dorfmitte. Zwischen Sparkasse und Bäckervoitl-Anwesen soll mithilfe staatlicher Fördermittel bezahlbarer Wohnraum samt Platz für Geschäfte entstehen. Ein entsprechendes Konzept hatte der Waakirchner Architekt Hans Hagleitner bereits entworfen.

Bürgermeister Sepp Hartl zeigte sich im Dezember vergangenen Jahres von dessen 3-D-Animation „begeistert“. Die Planung sei „sehr gelungen“ und „durchdacht“. Einige Geschäfte und 28 Wohnungen sind vorgesehen. Diese sollen vorrangig an Senioren, Alleinerziehende und Familien vergeben werden. 80 Tiefgaragenplätze und 29 Parkmöglichkeiten im Außenbereich sind ebenfalls geplant. Zwar hatte die Gemeinde bereits Ende 2017 einen Antrag auf Fördermittel gestellt. Doch fix ist aktuell nur das Grundstück.

Mauschelei oder normales Vorgehen?

Auf der Bürgerversammlung am Montagabend stand das Projekt daher ebenfalls im Fokus. Denn das Ziel, günstige Wohnungen für Bürger mit kleinem Geldbeutel zu schaffen, ist zwar hehr, um die Realisierung ranken sich allerdings einige Ungereimtheiten. So wollen die Waakirchner das Vorhaben mithilfe ihres Kommunalunternehmens Wohnbaugesellschaft Waakirchen (WBW) am liebsten selbst umsetzen. An dessen Spitze sitzt FWG-Gemeinderat Andreas Hagleitner, der Bruder des von Hartl so gelobtem Dorfprojekt-Architekten Hans Hagleitner. Der Gemeinderat Hagleitner selbst geriet jüngst durch einen Flächendeal in die Schlagzeilen.

Der ein oder andere Waakirchner sieht darin erste Anzeichen für Mauschelei. Und dann passiere alles hinter verschlossenen Türen, so ein Zuhörer auf der Bürgerversammlung. Man wolle ganz sicher nicht abwarten, bis der Bürgermeister einen fertigen Entwurf für die Dorfmitte präsentiert, das erklärte Michael Futschik von der Aktiven Bürgervereinigung. Futschik plant daher eine Art Bürgerwerkstatt, in der das Konzept zwischen Bürgern und dem Gemeinderat entwickelt wird.

Das sei vor allem deswegen nötig, um “nicht neue Bürgerinitiativen hervorzurufen und das Dorf weiter zu spalten”. Ein erstes Treffen hat der Waakirchner ebenfalls schon angesetzt. Am Mittwoch, den 9. Mai soll es um 19 Uhr eine Diskussionsrunde im Sportheim Am Kray geben. Ein Vorschlag, den der Bürgermeister grundsätzlich befürwortet. Hartl betonte, dass die Initiatoren mit Rückenwind rechnen könnten und ihren Aufruf auch im Gemeindeblatt veröffentlichen dürfen.

Darüberhinaus musste Hartl aber die Zuhörer in der Waakirchner Turnhalle weiter vertrösten. Denn das gesamte Vorhaben solle nun doch – entgegen der ersten Ideen – EU-weit ausgeschrieben werden. Der Grund: die benötigten Förderungen vom Freistatt fließen nur bei einer Ausschreibung. Und wenn die Mieten für die Wohnungen bei moderaten 8,50 Euro pro Quadratmeter liegen sollen, dann sei das Projekt ohne die Zuschüsse nicht realisierbar. Hartls Botschaft: das Vorhaben steht damit wieder ganz am Anfang.

So wurde nach dem Bescheid nun einem Münchner Büro der Auftrag für die Ausschreibung der Planungsleistung erteilt. Der eigentlich bisher angedachte Architekt Hagleitner kann sich mit dem aktuellen Entwurf dann bewerben. Allerdings muss sich die Gemeinde nach den Förderrichtlinien für den günstigsten Anbieter entscheiden. Ob das dann auch wirklich Hagleitner sein wird, ist offen. Parallel wird eine Wirtschaftlichkeitsberechnung durchgeführt. Diese muss zuerst positiv ausfallen, dann mache es erst Sinn, so Hartl, auch die Bürger zu beteiligen.


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