Brunnenweg zum Waakirchner Gewerbegebiet
Eine Straße ins Nirwana?

von Nicole Kleim

Die Zufahrt zum Waakirchner Gewerbegebiet am Brunnenweg ist breit. Zu breit, wie manche finden. Denn noch bleibt der rege LKW-Verkehr aus, für den die Straße gedacht war. An ihrem Ende fehlt nämlich eines: Gewerbe.

Die Straße ins Waakirchner Gewerbegebiet ist überdimensional breit. Zuviel Straße für zuwenig Gewerbe?

Die Planungen für den Bau einer Straße in das Schaftlacher Gewerbegebiet gehen bis ins Jahr 2009 zurück. Lange hat die Gemeinde für die Zufahrt gekämpft. Vor allem, um den Schwerlastverkehr zu den Betrieben am Brunnenweg aus den Wohngebieten herauszubekommen. Seit Ende 2015 ist die neue Straße nun fertiggestellt.

Das Ergebnis: Die jetzige Zufahrt ist überdimensional breit und führt momentan nur zu sechs Firmen. Eine von ihnen, die Firma Biolink, hat sogar vor, ihren Firmensitz nach Bad Tölz zu verlagern (wir berichteten).

Bürger kritisieren Erweiterung

Anwohner kritisieren jetzt, die Straße sei zu groß und würde eher für Seifenkistenrennen geeignet sein. Ebenfalls in der Bürgerkritik stand die vom Gemeinderat im Juli beschlossene Erweiterung des Gewerbegebiets. Eine fünf Hektar große Fläche hat sie dafür aus dem Landschaftschutzgebiet herausgenommen. Eine Erweiterung, für die bislang das Gewerbe fehlt.

Es gebe zwar Interessenten, aber noch keine offiziellen Bewerbungen, sagt Amtsleiter Markus Liebl auf Nachfrage. Man wünsche sich auf jeden Fall produzierendes Gewerbe. Wie weit das Gewerbegebiet noch reichen soll und welche ungenutzten Flächen möglicherweise noch als zusätzliches Gewerbegebiet ausgewiesen werden, sei noch offen:

Das Planungsverfahren läuft gerade noch.

Endgültig abgerechnet sei die Baumaßnahme allerdings noch nicht. Für das vom Bund geförderte Projekt wurden Gesamtkosten von rund 1,9 Millionen Euro veranschlagt. Neben den reinen Baukosten fällt darunter auch die Einrichtung einer Linksabbiegespur.

Bis Ende Dezember des letzten Jahres hatte Waakirchen schon knapp 1,3 Millionen Euro davon bezahlt, berichtet Amtsleiter Anton Demmelmeier. Nach seinem Kenntnisstand werde die Gemeinde die veranschlagten Gesamtkosten einhalten.

Zuschuss steht noch aus

Die Regierung von Oberbayern hat knapp 1,7 Millionen Euro als zuwendungsfähig anerkannt. Insgesamt will das Land 980.000 Euro übernehmen. Bislang hat die Gemeinde allerdings nur 280.000 Euro erhalten, so Demmelmeier. Eine weitere Rate in Höhe von 200.000 Euro wurde zwar beantragt. Um weitere Zuwendungsmittel zu erhalten, müsse allerdings erst eine Endabrechnung der Tiefbaufirma vorliegen, so Demmelmeier. Und die befände sich zur Zeit zur Prüfung beim Ingenieurbüro.

Den Vorwurf, die extrem breite Zufahrt habe die Gemeinde nur wegen der staatlichen Zuschüsse gebaut, wiegelt Bauamtsleiter Franz Schweiger ab:

Hintergrund für den Bau war die jahrelange Forderung der Anwohner nach einer ausreichenden Erschließung des Gewerbegebiets. Die Straße ist auch nicht besonders breit, sondern hat die Größe einer normalen Kreisstraße.


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