Kreuther Arbeitskreis entwickelt neuen Ansatz für Parkgebühren

Waldfest-Besucher parken weiter kostenfrei

Von Robin Schenkewitz

Lange Zeit galt Kreuth neben Gmund als die “Parkplatzoase” im Tegernseer Tal – zumindest gemessen an den vielen Stellen, wo man noch umsonst parken darf.
Doch damit ist es jetzt vorbei. Schrittweise sollen alle 30 gemeindeeigenen Parkplätze erschlossen werden. Die Gemeinde möchte so die hohen Kosten für Wartung und Pflege der Wanderwege und Parkplätze wieder reinholen.

Freiwillig war gestern

Vor mehr als einer Woche wurde endgültig angenommen, was schon vor zwei Monaten vom Kreuther Gemeinderat beschlossen worden war. Demnach will Kreuth zunächst auf sieben Parkplätzen Gebühren erheben. Damit wurden die bereits vorhandenen sechs Plätze am Ross- und Buchstein, Bayerwald, Klamm Ost und West, Riederstubn und Batznhäusl um den Parkplatz Schwaigeralm erweitert.

Neues Gebührenkonzept

Zusätzlich hat der eigens einberufene Arbeitskreis auch ein neues Gebührenkonzept entworfen. Außerorts wird künftig die erste halbe Stunde frei sein. Zwei Euro kostet das Parken von bis zu drei Stunden, ab drei Stunden steigt der Preis auf drei Euro.

Wegen des Konflikts mit den Gaststätten, die Angst haben, dass potenzielle Gäste durch Parkplatzgebühren vergrault werden, ist die Situation innerorts eine andere. Dort sind die ersten zwei Stunden kostenlos. Eine weitere Stunde kostet zwei Euro, ab drei Stunden werden auch hier wieder drei Euro fällig. “Dadurch wirken wir dem entgegen, dass die Kurzparker auf den Parkplätzen der Gaststätten alles blockieren”, rechtfertigt Bürgermeister Josef Bierschneider die unterschiedlichen Preise.

Zusätzlich wird es auch möglich sein, Parktickets für mehrere Tage zu lösen, was vor allem für die Hüttenbesucher von Vorteil ist. Kostenpflichtig ist ausschließlich der Zeitraum zwischen 8 und 18 Uhr, es sei denn, man ist Fahrer eines Wohnmobils. Dies kostet über Nacht noch einmal fünf Euro.

Ein Automat kostet 3.000 Euro

Demgegenüber wurden aber auch Anreize geschaffen. Urlauber mit Gästekarte zahlen nur die Hälfte. Damit soll das Parken für Gäste attraktiver gemacht werden, ohne das eigentliche Ziel der Gästekarte, nämlich die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel, auszuhebeln. “Der Hindergedanke dabei war, dass wir ja eigentlich wollen, dass die Leute mit dem Bus fahren”, erklärt Bierschneider.

Kreuther Bürger können dagegen eine Jahreskarte für 30 Euro erwerben. Dieses Jahr wird sie jedoch nur 15 Euro kosten, da die Gebührenordnung erst im zweiten Halbjahr wirksam wird. “Ich denke, insgesamt sind wir moderat mit den Preisen”, meint der Rathaus-Chef abschließend.

Waldfestbesucher sollen umsonst parken dürfen

Drei Automaten sind bereits vorhanden, die restlichen wird die Gemeinde für jeweils 3.000 Euro anschaffen. Allerdings erst, wenn es möglich ist, ein Modul für Gästekartenbesitzer einzuprogrammieren.

Der Vorschlag von Martin Walch (SPD), Waldfestbesuchern auch weiterhin kostenfreies Parken zu ermöglichen, stieß bei seinen Kollegen auf große Zustimmung.

Das neue Konzept wurde daraufhin einstimmig angenommen und wird fortan Geld in die Gemeindekasse spülen. In Tegernsee waren es beispielsweise im vergangenen Jahr 143.000 Euro. Auf ähnliche Zahlen hofft man nun auch in Kreuth.

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