Veränderungen auf Strüngmanns Lederer-Areal

War die Baumfäll-Aktion rechtens?

Während die Abbruchfirma in den letzten Zügen das Haupthaus des einstigen Hotel Lederer komplett beseitigte, rückte ein Baumfälltrupp an. Die Arbeiter kappten mächtige Fichten unweit des Seeuferwegs. Ging es hier mit rechten Dingen zu, auch wenn die Gemeinde keine Baumschutzverordnung hat?

Baumfällung als “Vorsichtsmaßnahme”

Auf ersten Blick war ein Kahlschlag einer kleinen aber mächtigen Baumgruppe zu befürchten, als Arbeiter mit Motorsägen aufkreuzten und acht Fichten zu Kleinholz machten. Doch Sebastian Roth, der Pressesprecher von Thomas Strüngmanns Athos Service GmbH, hat dafür eine Erklärung.

Wir hatten letztes Jahr einen sogenannten Windbruch bei einem der Bäume. Dabei hat sich ein Baum quer über den Seeuferweg gelegt.

Zum Glück sei damals niemand zu Schaden gekommen. Doch habe man nach diesem Vorfall das begleitende Ingenieurbüro für Landschaftsplanung eingeschaltet, mit dem Ziel, der „Verkehrssicherungspflicht nachzukommen. Daraufhin wurden in der Zone zum Seeuferweg alle windbruchgefährdenden Bäume zur Fällung beantragt und nun gefällt“. Bei der Fällung der Bäume gehe es nicht um Bauraum, „sondern vielmehr darum, dass die Bäume niemanden gefährden“.

Ein Indiz, dass das „Leuchtturmprojekt“, so Strüngmann, seinen eingeschlagenen Weg fortsetzt? Über sechs Jahre ziehen sich nun schon die ambitionierten Hotelpläne an der Seepromenade. Im Dezember 2012 hatte der Tegernseer Unternehmer das ehemalige Spielbank-Areal von der Gemeinde gekauft. Danach hatte sich Strüngmann noch das Hotel Wittelsbach und das Lederer-Areal einverleibt. In den zurückliegenden Jahren legte er auch drei Varianten wie, Banane, Hufeisen und Zickzack vor und verwarf sie wieder.

Waren alle Bäume “windbruchgefährdet”?

Aktuell lässt der Investor, Banker und Hexal-Gründer für das 30.000 Quadratmeter große Areal an der Seepromenade zwei Entwürfe für ein kleineres Hotel mit weniger als 100 Zimmer ausarbeiten. 2017 war noch von 120 bis 140 Zimmern die Rede. Ende Februar sollten die neuen Pläne fertig sein. Doch verlautet ist davon bislang nichts.

Jedenfalls soll es ein Gebäude im alpenländischen Stil werden, das sich in die Landschaft einfügt, wünscht sich Robert Huber als amtierender Wiesseer Bürgermeister. Eine der beiden Varianten soll dann dem Gemeinderat und später der Öffentlichkeit präsentiert werden. Es werde auf jeden Fall etwas „Besonderes“ werden, davon ist Pressesprecher Roth überzeugt. Was es allerdings in den fünf Jahren der Planungen immer war.

Der Countdown läuft

Fortschritte gibt es zumindest bei den Abbrucharbeiten bei dem alten Lederer-Hotel. Ende November wurde damit begonnen, nun ist das Haupthaus dem Erdboden gleich gemacht. Geblieben ist nach der feinsäuberlichen Bauschutt-Trennung eine planierte Fläche. Allein das Nebengebäude, in dem bis zum Herbst Ex-Hotelier Josef Lederer mehr hauste als wohnte, steht wegen einer angeblichen Fledermaus-Population noch.

Es sollen besonders streng geschützte Zwergfledermäuse im Gebälk hausen. Doch auch deren Tage sind gezählt. Im Herbst soll auch der Rest an Gebäuden noch geschliffen werden, bevor die Fledermäuse wieder nisten wollen.

Das einstige Lederer-Haupthaus ist weg. Auch für das Nebengebäude kommt die Abrissbirne.

Spielte Eile bei Strüngmanns Projekt zunächst keine Rolle, „entscheidend ist, dass es am Ende richtig schön und richtig gut wird“, so ein Athos-Statement, so könnte sich das Zeitfenster bald schließen. Zum Jahresende müsse laut Huber nicht nur eine Planung für die Bebauung an der Seepromenade vorliegen, sondern auch die Genehmigung, die mindestens ein halbes Jahr dauere.

Dazu passt Roths Aussage gegenüber der Tegernseer Stimme: „Man hoffe inständig, im nächsten Winter auf dem ehemaligen Spielbankgelände eine Baustelleneinrichtung stehen und bis dahin das Hotel Wittelsbach sowie das Haus des Gastes abgetragen zu haben“.


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